850-kompatibles Druckerinterface

Die Firma Kummer bietet ein neues 850-kompatibles Druckinterface für die kleinen Ataris an. Eine solche Schnittstelle ermöglicht den Anschluß dieser Rechner an einen Nicht-Atari-Drucker. Als Norm hierfür hat sich allgemein die Centronics-Schnittstelle für die gleichzeitige Übermittlung von acht Datenbits (parallele Übertragung) durchgesetzt. Der Atari sendet seine Datenbits aber einzeln nacheinander (serielle Übertragung). Das Signal muß also gewandelt werden, damit der Drucker den Rechner verstehen kann.

Ein Interface muß also schon einiges leisten und ist deshalb zumeist auch nicht gerade billig. Die heute erhältlichen Schnittstellen sind aber nicht mehr annähernd so teuer wie seinerzeit das ihnen gemeinsame Vorbild, die Interface-Box 850 von Atari. Obwohl sie schon lange nicht mehr hergestellt wird, entscheidet nach wie vor über den Wert eines Interfaces, wie weit es zur 850 kompatibel ist und sich mit der gängigen Software, die den 850Standard voraussetzt, verträgt. Das Kummer-Interface ist kompatibel.

Bit-Map-Grafik wird einwandfrei übertragen (mit "Design-Master" getestet). Bei jedem Zeilenende erfolgt ein Linefeed (Zeilenvorschub). Auch das Erstellen von Texten bereitet keine Schwierigkeiten. Bei langsamen Druckarten schickt das Interface die Daten blockweise und wartet jeweils, bis der Printer empfangsbereit ist. Insgesamt bietet das Gerät eine problemlose Funktion und gute Software-Verträglichkeit.

Das graue Kästchen macht auf den ersten Blick einen sauberen, unauffälligen Eindruck. Die stabilen Rundkäbel sind flexibel genug, um auch verwinkelte Installationen unverletzt zu überstehen. Der Centronics-Stecker hat ein Metallgehäuse und ist vom Feinsten. Zu bemängeln bleibt eigentlich nur, daß die Länge über alles (von Stecker zu Stecker) mit 1,60 m etwas knapp bemessen ist. Im versiegelten, zweiteiligen Gehäuse ist eine sauber aufgebaute Platine untergebracht. Darauf befinden sich ein EPROM und drei Chips (alle gesockelt) und nicht mal eine Handvoll Kleinteile. Die Zuleitungen sind durch stabile Zugentlastungen am Gehäuse verankert. Das Interface macht einen rundum soliden Eindruck.

Der Preis ist mit 168.- DM erfreulich niedrig: Man könnte ihn fast schon als konkurrenzlos bezeichnen, wenn es nicht die "Turbo 1050"-Platine von B. Engl gäbe., einen Diskettenbeschleuniger mit integriertem Drucker-Interface. Sie kostet komplett mit dem erforderlichen Kabel 150.- DM, arbeitet allerdings nicht mit allen Printern zusammen. Das KummerInterface steuert dagegen auch Problemdrucker (Riteman F+, Schneider) ohne Timeout-Probleme.

Bezugsquelle: Hans v. Kummer Buxtorffstraße 35 2800 Bremen 1
Peter Schmitz



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