Eye (C 64)

Das Märchen vom Tellerwäscher, der zum Millionär aufsteigt, wird in England gerade mehrfach umgeschrieben. Nicht Tellerwaschen, sondern Spiele erfinden ist der Job mit den grenzenlosen Aufstiegschancen. 1986 hatte ein unbekannter Brite mit »September« einen riesigen Brettspiel-Erfolg, 1987 machte ein dreiköpfiges Team mit »Eye« von sich reden. Englische Spiele-Kritiker lobten »Eye« in höchsten Tönen, es wurde der Weihnachts-Hit '87 in England und natürlich gibt es jetzt bereits eine Computer-Version dieses Brettspiels.

Die C 64-Version von Eye hält sich eng an die Regeln der Original-Vorlage. Zwei bis vier Spieler versuchen, ihre Steine auf die Felder zu setzen, die die gleiche Farbe wie die Spielsteine haben. Auf gut deutsch: Der blaue Spieler will die blauen Felder besetzen, der rote die roten. usw. Der Haken an der Sache: Die Felder sind auf zwei drehbaren Spiralen angeordnet und jede Bewegung an einer der Spiralen setzt die Farben auf dem Spielfeld total um. Die Spieler können während eines Zuges entweder Steine bewegen oder an den Spiralen drehen.

Auf dem Brettspiel ist es faszinierend anzusehen, wie sich die Farben umwandeln und sich die gesamte Spiel-Situation ändert. Beim Computerspiel wird der Bildschirm kurz schwarz; wenn das Bild wieder erscheint, sind die Farben ausgewechselt.

Eye als Computerspiel macht nur dann einen Sinn, wenn es einen guten Computer-Gegner gibt, gegen den man spielen kann. Zwar kann jeder der vier Spieler entweder Mensch oder Computer sein, aber die Computergegner spielen recht tölpelhaft. Sie fallen auf die einfachsten Tricks rein und verhindern niemals, daß ein anderer Spieler gewinnt, selbst wenn sie die ganz offensichtliche Möglichkeit haben. Einziger Trost: Die Bedenkzeit des Computers liegt oft unter einer Sekunde. Als Spiel mit würdigen menschlichen Gegnern macht Eye auf dem echten Spielbrett mehr Spaß als auf dem Computer-Bildschirm. (bs)

Happy-Empfehlung:

Umsetzung eines Denk-Brettspiels. Bis zu vier Spieler, schwacher Computer-Gegner.

Erste Hilfe:

Spielt man alleine gegen den Computer, immer mindestens einen Stein auf der Farbe des Computers haben und dann in Ruhe die anderen Steine auf den eigenen Farben plazieren.


Boris Schneider



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