Ooze (Atari ST)

Der junge Ham Burger erbt eine Villa mit einem gepflegten Garten, einem exquisiten Weinkeller und einem gräßlichen Hausmonster. Letzteres hört auf den schönen Namen »Ooze«. kann jede Gestalt annehmen und machte schon Harns Onkel Cheez Burger das Leben zur Hölle. Nach langen Jahren des Hausterrors mit Ooze gab Cheez auf und nahm sich das Leben. Zumindest vermutet man das. obwohl man sich nicht erklären kann, warum sich Cheez derart verstümmeln mußte.

Der Spieler übernimmt die Steuerung von Ham. als er gerade vor dem Spukhaus steht und es mit gemischten Gefühlen betrachtet. Im Haus begegnet Ham dem Weingeist Vino, der toten (und aristokratisch unterkühlten) Marie en Toilet, dem Kerkermeister und Schlachtexperten Foltair und dem rostenden Ritter Kunibert, um nur einige aus dem Gruselkabinett zu erwähnen.

Ooze ist der Nachfolger zum deutschen Adventure »Hellowoon«. Wie schon beim Vorgänger. muß sich der Spieler nicht mehr mit seinem Englisch herumärgern. sondern tippt munter deutsche Kommandos ein. Es gibt um die 80 Räume zu erforschen und um die 30 digitalisierte Bilder zu besehen, wenn man nicht schon vorher das Zeitliche segnet.

Technisch ist Ooze lobenswert. Der Parser hat die komplizierte deutsche Sprache recht gut im Griff und läßt viele Eingaben des Spielers zu. Manchmal ist das Programm aber doch etwas salopp: Der Spieler versucht eine bestimmte Aktion; der Parser versteht sie nicht und motzt den Spieler an.

Auch über die imposanten Textmengen kann man streiten. Bei manchem Spieler kommt mit dem Lesestoff erst richtig Stimmung auf. während andere sich verwirrt durch den Textberg schlagen. Wer sich aber daran nicht stört und ohnehin keinen Goethe als Adventure haben wollte, bekommt hier das wohl bislang beste deutschsprachige Adventure geboten. (al)

Happy-Empfehlung:

Interessantes, nicht allzu schweres deutsches Grafik-Adventure. Auf dem ST ist sowohl Schwarzweiß- als auch Farbdarstellung möglich, technisch hoher Standard

Erste Hilfe:


Anatol Locker



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