Computerzubehör selbstgemacht

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Lohnt es sich, statt fertigem Zubehör Bausätze zu kaufen? Wir testen, ob man beim Selberbauen wirklich Geld spart und welche Kenntnisse man braucht.

Wer heute elektronisches Zubehör für seinen Computer kaufen möchte, kann aus einem riesigen Angebot genau das Richtige für seinen Zweck aussuchen. Einsteckfertiges Computerzubehör gibt es ganze Regalwände füllend. Vom einfachen Resetknopf bis hin zur Speichererweiterung hängt dort alles fein säuberlich eingetütelt. Nur noch bezahlen, auspacken, einstecken und die Sache funktioniert. Doch leider hat die Sache einen Haken: Oft ist das Zubehör so teuer, daß man auf die eigentlich nötige Erweiterung verzichten muß. Hier lockt das riesige Angebot des Elektronikversandhandels. Bausätze aller Art reizen das "Selber machen" - Gefühl. Doch nicht nur das Zusammenbasteln, sondern auch der zum Teil attraktive Preis (oft nur die Hälfte eines Fertiggerätes) spielt eine wichtige Rolle beim Kauf.

Wer sich für Bausätze und anderes Computerzubehör in Teilen interessiert, wird zuerst einmal die umfangreichen Kataloge der Anbieter wälzen. Nicht nur Erweiterungsplatinen, sondern auch Laufwerke oder gar Monitore bekommen Sie als Bausatz, ohne Gehäuse oder leicht defekt, angeboten.

Viele Teile - ein Ganzes

Wir haben verschiedene Bausätze bestellt und ausprobiert: Neben der Bastelei für den C 64/128 waren auch verschiedene Monitore und Laufwerke dabei. Das Verfahren bei der Bestellung ähnelt sich bei allen Elektronik- Versandhäusern: Sie können zwischen telefonischer oder schriftlicher Bestellung wählen. Damit die Auftragserteilung zügig abgewickelt wird (und Sie Telefonkosten sparen), sollten Sie sich die Bezeichnungen und Bestellnummern der Artikel notiert haben. je nach Auftragslage dauert es zwischen ein und drei Wochen, bis der Postbote das Paket per Nachnahme liefert.

Den Einzelteilen liegt in dem meisten Fällen keine ausführliche Bauanleitung bei, sondern nur kopierte Seiten, die den Bestückungsplan sowie eine stichwortartige Anleitung enthalten. Da diese Ausstattung für einen Einsteiger recht mager ist, weisen die Versender von Bausätzen darauf hin, daß sie Grundkenntnisse im Umgang mit elektronischen Bauteilen voraussetzen. Sie müssen also zum Beispiel wissen, wie man lötet und daß manche elektronische Bauteile extrem hitzeempfindlich sind. Sonst kann es passieren, daß Transistoren oder ICs den Hitzetod sterben, wenn man ihnen mit der Lötpistole zu Leibe rückt.

Falls Sie dieses Grundwissen noch nicht haben, sollten Sie sich mit einem Freund zusammentun, der bereits Erfahrung beim Elektronikbasteln hat. Er kann Ihnen helfen und auch ein paar Tricks verraten, damit Ihnen das neue Hobby richtig Spaß macht, Und wenn die Platine dann fertig bestückt ist und auch funktioniert, können Sie mit Recht stolz auf sich sein. Wer sich in der Elektronik bereits auskennt, ist natürlich fein raus. Sie brauchen keine aufwendige Anleitung, der Bestückungsplan reicht zum Arbeiten voll aus. Auch ist hier schon das richtige Werkzeug vorhanden, so daß der Zusammenbau in Minutenschnelle geschehen ist. Sie sparen nicht nur Geld, sondern können das Gerät sogar an die eigenen Bedürfnisse anpassen, indem Sie zum Beispiel das Gehäuse oder die Kabellänge so auswählen, wie Sie es brauchen.

Probleme dagegen bereiten Zubehörteile wie Laufwerke oder Monitore, die "leicht defekt" und mit "Schaltplan" verkauft werden. Oft liegt hier nur ein kopiertes, schlecht lesbares Blatt bei, meist noch in englischer Sprache. Wer es schafft, diese Geräte wieder in einen benutzbaren Zustand zu versetzen, kann sich wahrlich zu den Kennern und Könnern zählen. Ohne Fachkenntnisse und die entsprechende Ausrüstung wird die Investition in solche "Angebote" schnell ein Flop.

Wenn Sie sich zu den Bausätzen noch die Plastikgehäuse bestellen, liegen Sie mit dem Gesamtpreis ganz in der Nähe von Fertiggeräten. Wenn Sie Wert darauf legen, so wenig Geld wie möglich auszugeben, dann bummeln Sie doch mal durch die Elektronik-Fachgeschäfte oder Kaufhäuser. Dort gibt es Gehäuse in allen Größen und Formen. Anschlußlöcher bohren, Schalter einbauen und beschriften müssen Sie dann zwar selbst, aber das macht den Reiz eines Eigenbaus aus.

Bausätze sind also vor allem für geübte Bastler gedacht. Diese sparen durch die eigene Arbeit bares Geld. Wer mit dem Lötkolben noch nicht so gut umgehen kann, sollte sich auf jeden Fall Hilfe bei einem Bastler holen, dann macht's auch mehr Spaß, Nur wer auf ein perfektes Äußeres der Geräte Wert legt, dazu nicht viel Zeit hat und auch keine Bastelerfahrung, sollte besser Fertiggeräte kaufen. rz



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