Blick in die Zukunft: CeBIT '89

Das weltweit größte Messe-Spektakel in Sachen Computer, die CeBIT in Hannover, enthüllt die Trends für die neunziger Jahre: optische Laufwerke, bessere Monitore und neue Benutzeroberflächen.

Mehr Produkte, mehr Aussteller, mehr Besucher: Die CeBIT ’89 sprengte alle Rekorde. 3184 Aussteller aus rund 40 Ländern zeigten Anfang März in 14 Hallen auf einer Fläche von 325000 Quadratmetern (das entspricht 65 Fußballfeldern) die Trends für die nächsten Jahre. Auch das Wetter spielte mit und bescherte den 502839 Besuchern an den sieben Messetagen ein paar Sonnenstrahlen — damit gab es zum ersten Mal im vierjährigen Bestehen der CeBIT keinen Schnee. Was die CeBIT außer gutem Wetter noch bot, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Trend 1: Optische Laufwerke

In der Zukunft werden wiederbeschreibbare optische Laufwerke zur Standard-Ausrüstung der Computer gehören. Sie bieten in der Regel höhere Speicherkapazitäten als Festplatten und ihre Speicherplatten passen wie Disketten in eine Manteltasche.

An einem Macintosh II demonstrierte Ricoh das magneto-optische Laufwerk RO-5020E im 5,25-Zoll-Format. Es bietet eine Speicherkapazität von 560 MByte, wobei jede Seite 280 MByte faßt. Das Ricoh-Laufwerk funktioniert wie viele wiederbeschreibbare optische Platten mit einem dreistufigen Laser. Mit der geringsten Intensität liest der Laserstrahl die Informationen. Diese sind aber nicht als Berge und Täler auf Platte eingebrannt, wie bei einer Musik-CD, sondern bestehen aus magnetisierten und entmagnetisierten Stellen. Durch das spezielle Material der Platte reflektiert ein magnetisierter Punkt den Laserstrahl anders als ein entmagnetisierter.

Um Daten zu schreiben, erwärmt der Laserstrahl mit mittlerer Intensität einen Punkt auf der Platte, den ein starkes Magnetfeld nur dann magnetisieren kann. Weil das Magnetfeld, nicht der Laser, die Daten schreibt, heißt das Verfahren "Magneto-Optisch". Die dritte Leistungsstufe erhitzt eine Stelle auf der Platte auf den sogenannten Curie-Punkt, bei dem das Material entmagnetisiert wird — die Informationen werden gelöscht. Weil durch dieses Verfahren das Material unbeschädigt bleibt, kann man eine Stelle mindestens eine Million Mal beschreiben und wieder löschen.

Die maximale Übertragungsgeschwindigkeit des Laufwerks beträgt 1,4 MByte pro Sekunde über eine SCSI-Schnittstelle. Leider sind die Zugriffszeiten im Vergleich zu einer Festplatte rund viermal höher. Der Schreib-/Lesekopf, der wesentlich schwerer als bei einer Festplatte ist, verhindert derzeit schnelleres Positionieren.


Sage und schreibe 600 MByte Daten passen auf die glitzernden Scheiben von Ricoh

Eine Speicherplatte wird bei Rein-Electronik knapp 500 Mark kosten, das Laufwerk sogar 12000 Mark. Das RO-5030E ist ab Juni erhältlich, sobald die nötigen SCSI-Treiber (Software, um Geräte mit speziellen Funktionen an der SCSI-Schnittstelle optimal zu unterstützen) für PCs und Macintosh einwandfrei funktionieren.

Das wiederbeschreibbare Optical-Disk-Laufwerk von Verbatim besitzt zwar nur eine Speicherkapazität von 60 MByte, greift dafür in durchschnittlich 30 Millisekunden auf die Daten zu — doppelt so schnell, wie handelsübliche 20-MByte-Festplatten. Das Laufwerk besitzt eine SCSI-Schnittstelle und soll rund 3000 Dollar kosten; eine 60-MByte-Diskette wird zirka 100 Dollar kosten.

Auch Hitachi hat wiederbeschreibbare optische Laufwerke im Angebot. Diese sind 5!4 Zoll groß und besitzen pro Seite eine Speicherkapazität von 322 MByte. Das Trägermaterial besteht wahlweise aus Kunststoff oder Glas. Der Unterschied: Die Glas-Disketten schaffen zehn Millionen Schreib-Ope-rationen, die preiswerteren Kunststoff-Versionen "nur" eine Million. Der Preis für das Laufwerk beträgt rund 15000 Mark.

Trend 2: Bessere Monitore

Die Monitore der Zukunft bieten höhere Auflösungen und schärfere Kontraste, verbrauchen durch LCD-Technik weniger Platz und schützen den Benutzer besser vor Strahlung.

Eine Sensation sind die neuen Multisync-Monitore "2A", "3D", "4D" und "5D" von NEC. Das "D" im Namen steht für eine digitale Speicherlogik, die die Charakteristik eines Bildsignals speichert. Interessant ist diese Fähigkeit, wenn man mit verschiedenen Programmen oder gar an mehreren Computern mit dem Monitor arbeitet. Hat man den Monitor einmal optimal eingestellt, speichert er diese Einstellung und die Charakteristik des dazugehörenden Signals vom Computer. Tritt das gleiche Signal erneut auf, stellt sich der Monitor automatisch richtig ein.

Die neuen Multisyncs bieten darüber hinaus ein besonders scharfes und kontrastreiches Bild für ermüdungsfreies Arbeiten. Alle vier Monitore wurden übrigens mit einem Designpreis ausgezeichnet, weil ihre Rückseite völlig abgeschlossen ist und keine störenden Kabel zu sehen sind.

"Lower Radiation", weniger Strahlung, mit diesem Schlagwort warben Monitor-Hersteller wie Sigma und JVC für ihre neuen Produkte. Die Hersteller tragen den Sorgen der Benutzer Rechnung, denn geringe Strahlenbelastung beim Arbeiten mit dem Computer wird bei der Kaufentscheidung immer wichtiger. Inzwischen steht auch eine neue Monitorgeneration vor der Tür, die Probleme wie Strahlenbelastung nicht kennt: LC-(Liquid Cristal = Flüssigkristall)- und Plasma-Displays.

Epson und Phüips zeigten bereits sehr fortschrittliche Versionen der LC-Monitore, die aber noch immer mit zwei Problemen zu kämpfen haben: langsamer Bildwechsel und geringer Kontrast. Da die Tbchnik in den letzten Jahren bereits erstaunliche Fortschritte verzeichnet, dürfte die Serienreife der Farb-LC-Monitore nur noch eine Frage der Zeit sein.

Trend 3: Neue Benutzeroberflächen

Die Benutzeroberflächen der Zukunft erleichtern nicht nur den Umgang mit Programmen, sondern erlauben jedem, den Computer zu programmieren und seinen persönlichen Wünschen anzupassen.

Ein völlig neues Konzept zur Interaktion mit dem Computer stellt Wang mit "Freestyle" vor. Es arbeitet nicht mit einer Maus, sondern mit einem Stift, einem Schreibtablett und einem Telefonhörer. Die Grundidee ist denkbar einfach: Der Benutzer arbeitet nur mit Gegenständen, die er aus dem täglichen Leben kennt, und alle funktionieren wie gewohnt. Jedes Dokument wird deshalb wie ein Blatt Papier behandelt, auf das man zum Beispiel mit dem Stift handschriftliche Notizen machen kann. Der elektronische Bleistift auf dem Bildschirm wird durch den realen Stift und das Schreibtablett gesteuert. Es genügt, den Griffel in einigen Zentimetern Abstand zum Tablett zu bewegen, und Freestyle positioniert die Markierung auf dem Bildschirm entsprechend. Sobald der Stift das Schreibtablett berührt, beginnt der Griffel zu schreiben. Zum Löschen des Geschriebenen befindet sich am Ende des Stifts ein Radiergummi. Wer seiner Handschrift nicht traut, kann jederzeit auch Taxte mit der Tastatur tippen.

Die zweite Besonderheit ist die Mischung von Text und Sprache: Man kann zu einem beliebigen Dokument durch das Telefon gesprochene Anmerkungen speichern. Ruft man später das Dokument erneut auf, genügt das Anklicken der "Play" Funktion mit dem Stift und der Text erklingt aus dem Lautsprecher des Monitors. Hat man während des Sprechens auch Anmerkungen geschrieben, erscheinen sie synchron zur Sprache. So kann man zum Beispiel Kommentare zu Texten eines Freundes sprechen und schreiben. Schickt man ihm den Text zurück, sieht und hört er alles, als ob man neben ihm steht.


Die Benutzeroberfläche Freestyle von Wang wird mit Stift und Telefonhörer bedient

Bislang sind die Einsatzgebiete von Freestyle noch begrenzt. Es eignet sich besonders, um in einem Netzwerk fertige Dokumente, die zum Beispiel durch einen Scanner eingelesen wurden, wie auf einem normalen Schreibtisch weiterzuverarbeiten.

Freestyle erlaubt noch seine besonderen Fähigkeiten in fremden Programmen einzusetzen. In der Weiterentwicklung dieser Technik ist aber beispielsweise an die Erkennung von Handschrift gedacht. Freestyle kostet rund 6000 Mark und besteht neben dem Tablett und dem Telefon aus zwei Erweiterungskarten, die in jeden AT passen. Freestyle soll ab Sommer dieses Jahres in der deutschen Version erhältlich sein.

IBM präsentierte Next-Step, die Benutzeroberfläche des neuen Next-Computers (siehe HAPPY-COMPU-TER 1/89). Next-Step verdeutlicht, wie einfach Programmieren sein kann. Ohne eine einzige Programmzeile zu schreiben, setzt der Benutzer aus einer Bibliothek von Funktionen und grafischen Elementen sein Programm zusammen. Am Bildschirm fügt er durch die Maus wie mit einem Baukasten Menüs und Funktionen zusammen. Der Benutzer braucht sich um nichts zu kümmern, weil Next-Step alle unsinnigen Kombinationen und Fehler schon beim Konstruieren des Programms verhindert. Man hat dabei trotzdem Zugriff auf alle Fähigkeiten des Betriebssystems. Zum Schluß ruft man nur noch den mitgelieferten C-Compiler auf und fertig ist das Programm.


Der frechste Nachbau

PC-Kompatible gibt es wie Sand am Meer — doch keinen Nachbau des Macintosh. Diese Marktlücke macht sich eine kleine Kölner Firma zunutze und bietet "Jonathan" an. Jonathan arbeitet etwas schneller als ein Macintosh SE. wird aber ein Viertel weniger kosten — sofern er je verkauft wird. Apple ist nämlich dafür bekannt, daß es Copyright-Verstöße schnell ahndet. Um Copyright-Probleme zu vermeiden, wenden die Kölner einen interessanten Trick an:

Sie sagen nicht, wozu ihr Jonathan kompatibel ist. Im gesamten Datenblatt findet sich weder "Apple", noch "Macintosh".

Die Begriffe sind stets durch "Tomate" ersetzt. Ob das Apple von einer Klage abhält, wird sich zeigen. Vorerst hat Jonathan ein anderes Problem: Ohne die original Mac-ROMs funktioniert er nicht.

PC-News

Mit den neuen PC 30-III und PC 50-III erweitert Commodore sein PC-Angebot. Durch den niedrigen Preis von 3500 Mark fällt besonders der PC 30-III auf, ein mit 12 MHz getakteter AT. Er besitzt in der Grundausstattung ein modernes 3,5-Zoll-Laufwerk mit 1,44 MByte Speicherkapazität, eine 20-MByte-Festplatte und 640 KByte RAM. Die EGA-Wonder-Karte des PC 30-III sorgt für schnelle EGA-Grafik. belegt aber einen der vier AT-Steckplätze. Wie bei Commodore üblich, verfügt der PC 30-III über einen integrierten Mausport, an dem man die Commodore-Maus anschließen kann.

Der PC 50-III schließt die Lücke zwischen den beiden Commodore ATs mit 80286-und dem PC 60 mit 80386-Prozessor. Er verwendet den Intel 80386 SX, eine preiswerte. aber abgespeckte Version des leistungsfähigen 80386. Zu den weiteren Besonderheiten des PC 50-III gehört die erweiterte VGA-Grafik und die 40-MByte-Festplatte mit 20 Millisekunden Zugriffszeit. Der Preis stand auf der Messe noch nicht fest, dürfte aber über 7000 Mark liegen.


Weltneuheit: Der brandneue Sharp-Portable bietet VGA-Grafik in Farbe auf seinem LC-Display

Zwei der führenden Anbieter von Laptop-Computern — Toshiba und Sharp — zeigten Prototypen von farbigen LC-Displays für Laptop-PCs. Beide Displays arbeiten im VGA-Modus mit 16 Farben bei einer Auflösung von 640 x 480 Punkten. Von einer Serienfertigung wird derzeit noch vorsichtig gesprochen, da es in der Produktion und in der Zuverlässigkeit noch Schwierigkeiten gibt. Laut Sharp soll der erste Farb-Laptop mit 80386-Prozessor und 40-MByte-Festplatte unter 20000 Mark kosten.

Hitachi hatte auf seinem Stand ebenfalls einen AT-Laptop mit Farb-LCD anzubieten. Das Display wird von hinten beleuchtet und besitzt eine Bildschirm-Diagonale von 6,3 Zoll. Es stellt Grafiken nach dem CGA-Standard, allerdings mit 640 x 200 Pixel und in acht Farben dar. Der Laptop entspricht dem AT-Standard mit einem 12 MHz-80C286-Prozessor, 1 MByte Speicher, einer 20-MByte-Festplatte, einem 3,5-Zoll-Laufwerk (1,44 MByte) sowie einer parallelen und zwei seriellen Schnittstellen. Der Laptop wird rund 12000 Mark kosten.


Der kleinste PC

Der PC-Folio von Atari mißt nur 18 x 9 Zentimeter, ist 2,7 Zentimeter hoch und wiegt nur 450 Gramm. Der Taschencomputer arbeitet mit einem 8088-Prozessor und ist MS-DOS-kompatibel. Im 256 KByte großen ROM befindet sich neben MS-DOS 2.11 auch eine Tabellenkalkulation, eine Textverarbeitung und ein Terminkalender. Der PC-Folio besitzt 128 KByte RAM. Das Display stellt 8 Zeilen bei 40 Zeichen pro Zeile dar.

Für Programme, die normalerweise nicht unter Windows funktionieren, gibt es jetzt "Comfobridge" von SPI. Es erlaubt, nahezu jedes MS-DOS-Programm mit den Funktionen von Windows zu versehen. Realisiert wird dies über eine Art Batch-Datei, über die Windows und das jeweilige Programm kommunizieren. Die Sprache ist leicht erlernbar und kann auch für eigene Programme unter Windows verwendet werden.

Bisher waren 256 Farben unter VGA nur bei einer bescheidenen Auflösung von 320 x 200 Punkten verfügbar — das ändert Colorix VGA-Paint: Immer mehr Hersteller bieten ihre VGA-Karten mit erweiterten Modi wie 640 x 480 Punkten und 800 x 600 Punkten mit jeweils 256 Farben an. VGA-Paint, vertrieben von Beaugrand Bürokommunikation, ist nun das erste Programm, das diese erweiterten Fähigkeiten nutzt. Da diese leider nicht standardisiert sind, muß das Programm mit der jeweils verwendeten Karte Zusammenarbeiten. VGA-Paint kostet knapp 500 Mark.


Laptop mal anders: Der Benutzer ruht im Schoße des Computers

Der größte Laptop

Laptop-Computer zeichnen sich dadurch aus. daß sie klein und leicht sind. Toshiba, der japanische Laptop-Hersteller, der als Vorreiter die tragbaren Computer als "Büro am Henkel" weltweit salonfähig machte, ging aus Werbegründen den umgekehrten Weg und baute für eine Show auf seinem Stand den größten Laptop der Welt: Er ist rund 5 Meter hoch.

Kurz Beleuchtet!

Jüngstes Kind aus der Taschenrechnerschmiede Casio ist der in C oder zukünftig auch in Pascal programmierbare Pocket-Computer "PB 2000 C". Er arbeitet mit kleinen, auswechselbaren ROM-Cards. die die Programmiersprache enthalten. Eine Sensation ist der schnelle Pascal-Compiler, mit dem sich Turbo-Pascal-ähnliche Programme entwickeln und austesten lassen. Der kleine Taschencomputer soll etwa 500 Mark kosten und wird ab Jahresmitte erhältlich sein. Die Pascal-Version folgt frühestens im Winter.

Der Akustikkoppler Dataphon 2400 von Wörltronic erlaubt Datenübertragung mit 2400 Baud. Er ist damit so schnell wie ein Modem, läßt sich aber problemlos an fast jedes Telefon anschließen. Für knapp 600 Mark wird der Koppler mit ZZF-Zulassung auf den deutschen Markt kommen.

Logi, ehemals Logitech, mit Sitz in München, trat mit neuem Namen und einer Reihe neuer Produkte an. Vollkommen neu gestaltet wurde das bekannteste Produkt, die Maus: Das Design ist jetzt wesentlich runder, ergonomischer, und die Maus liegt besser in der Hand. Außerdem reagiert sie durch eine höhere Auflösung jetzt präziser auf Bewegungen.

Apple brach mit einer Tradition und stellt erstmals ein neues Gerät nicht zuerst in den USA, sondern in Deutschland vor. Der Macintosh IIcx verwendete einen mit 16 MHz getakteten 68030-Prozessor, besitzt aber im Gegensatz zum Macintosh IIx nur drei statt fünf Steckplätze. Der Mac IIcx ist völlig kompatibel zur Macintosh-Familie und kostet zwischen 11500 und 15000 Mark.

Toshiba arbeitet derzeit an einem Raytracing-Chip: Er beherrscht die Berechnungen von Kugeln, Flächen und Lichtquellen in minimaler Zeit. Preis und Erscheinungsdatum stehen noch nicht fest. Toshiba Europa rechnet mit ersten Muster-Prozessoren von den japanischen Kollegen frühestens in einem halben Jahr.

Atari plant angeblich, den Archimedes von Acorn in den Vertrieb aufzunehmen. Damit hätte Atari einen weiteren leistungsfähigen Computer im Angebot und der schnelle RISC-Computer aus England stände in Computer-Läden im ganzen Land.

Alwin Stumpf, Geschäftsführer von Atari Deutschland, wollte das Gerücht nicht ganz dementieren. "Ich könnte mir vorstellen, daß der Archimedes in unsere Produktpalette paßt. Es laufen aber derzeit keine konkreten Verhandlungen", erklärte Stumpf während der CeBIT auf Anfrage von HAP-PY-COMPUTER.

ST-News

Viel bestaunter Star auf dem ständig überfüllten Atari-Stand in Halle 7 war die tragbare Version des Atari ST, namens "STacy". Ein Akku-Pack versorgt den kompakten und kompatiblen Computer unterwegs mit Strom. Intern arbeitet wie beim Atari ST ein mit 8 MHz getakteter 68000-Prozessor. Das aufklappbare LC-Dis-play stellt 640 x 400 Bildpunkte in schwarzer Schrift auf grünem Grund dar. Die Bildqualität läßt aber noch zu wünschen übrig, weil bei schnellen Bewegungen mit der Maus der Zeiger verschwindet und das Bild beim Scrolling verwischt. Für die Zukunft ist daher ein hintergrundbeleuchtetes Schwarzweiß-Display geplant. Statt einer Maus besitzt Stacy einen Trackball, der in die Tastatur integriert ist. Stacy verfügt über 1 MByte Speicher, wiegt rund 9 Kilogramm und kostet mit einem doppelseitigen Laufwerk knapp 3500 Mark. Für rund 5000 Mark ist der ST-Laptop auch mit eingebauter 20-M Byte-Festplatte und 2 MByte Speicher zu haben.


Der integrierte Trackball macht Stacy, Laptop-Version des Atari ST, unverwechselbar

Das vor zwei Jahren angekündigte CD-ROM-Laufwerk von Atari kommt endlich in die Computer-Läden.

Zwei Anwendungen dafür wurden bereits gezeigt: Eine CD mit Public Domain-Software von Atari und eine CD mit Kreuzwort-Rätseln von Varia Press in Zürich. Das CD-ROM enthält 1000 fertige Rätsel. Das auf Diskette mitgelieferte Programm erlaubt nicht nur den Zugriff auf alle Rätsel, sondern auch verschiedene Spielmodi, zum Beispiel das Lösen unter Zeitdruck. Wenn man eine Antwort nicht kennt, setzt die Hilfsfunktion die richtigen Buchstaben ein. Das CD-ROM kostet rund 170 Mark.

Viele Gedanken und Gespräche auf dem Atari-Stand kreisten um Atari-Boss Jack Tramiel und den 68030-Computer Atari TT, die beide fehlten. Jack Tramiel weilte in Australien, weil er die Schirmherrschaft für eine Computermesse in Melbourne übernommen hatte. Der Atari TT (siehe HAPPY-COMPUTER 1/89) stand streng abgeschirmt in einem Raum auf dem Atari-Stand — das provisorische Gewirr aus Kabeln und Platinen zeigte deutlich, daß die Atari-Techniker noch ein gutes Stück Arbeit vor sich haben. Bis zur Atari-Messe im August soll der TT nun endgültig fertig werden.

Der teuerste Monitor

Versteckt auf dem Hitachi-Stand konnte man den hochauflösendsten und teuersten Monitor, der auf der CeBIT ausgestellt wurde, sehen. Er stellt 2048 x 2048 Farbpixel auf einer 23-Zoll-Röhre dar. Wer es genau wissen wollte und die Röhre aus nächster Nähe betrachtete, konnte nur mit äußerster Anstrengung die RGB-Punkte — aus denen sich ein Pixel zusammensetzt — erkennen. Auch der Preis des Monitors ist gigantisch: 50000 Mark.

AMIGA-News

20 MByte Speicherkapazität bietet die neue Festplatte ’A 590" von Commodore für den Amiga 500. Sie wird einfach an den Systembus gesteckt und ist unter Kickstart 1.3 bootfähig. Ein interner DMA-Chip sorgt für schnellen Datentransfer von 2,4 MByte pro Sekunde. Außerdem besitzt die Festplatte auf der Platine leere Sockel für Speicherchips. Rüstet man diese nach, funktioniert die A 590 auch als 2-MByte-Speichererweiterung. Die A 590 ist ab Sommer erhältlich und wird um die 1000 Mark kosten.

Wer den Amiga zum Aufbereiten eigener Videos benutzen. aber nicht alle nötige Hard- und Software separat kaufen möchte, dem bietet Commodore jetzt die "Videobox". Sie enthält ein Genlock-Interface. mit dem man Computer- und Fernsehbilder mischt, den Farbdigitizer "Diamond" (Test siehe HAPPY-COMPUTER 4/89), um Bilder als Computergrafik zu speichern sowie alle nötigen Kabel. Da Hardware allein nicht genügt, gehören zum Paket neben der Steuersoftware für Diamond drei bekannte Programme: "Quick Silver", zum Berechnen von Animationen, "Effects" zum Gestalten von Effekten wie Ein- und Ausblenden von Bildern, und "Titles" für Schrifteinblendungen. Rund 1600 Mark darf der filmbegeisterte Amiga-Besitzer berappen.


Eine 20-MByte-Festplatte und gleichzeitig eine 2-MByte-Speicherer-weiterung für den Amiga 500

Zwei sogenannte "Technologie-Vorführungen" zeigten zukünftige Entwicklungen für den Amiga, deren Erscheinungsdatum und Preis noch nicht feststehen: Eine hochauflösende Grafikkarte stellt 256 Farben bei 1024 x 1024 Bildpunkten dar. Unter der neuen Kickstart-Version 1.4, die wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres erscheinen wird, soll der Amiga die neuen Grafikmodi unterstützen. Zweite Neuheit: Eine kleine Steckkarte macht den Amiga 500 netzwerkfähig für das Noveil-Netzwerk. Damit kann der Amiga mit PCs arbeiten und mühelos Daten austauschen.

Drucker-News

Besonders leise und sehr schnell sind die beiden neuen 9-Nadel-Drucker der FR-Serie von Star. Mit 300 Zeichen pro Sekunde gehören sie zu den schnellsten ihrer Klasse. Die hohe Geschwindigkeit wird durch eine neuartige Papiervorschub-Mechanik erreicht. Serienmäßig bieten beide 31 KByte Druckerpuffer und kosten 1500 (FR-10) beziehungsweise 2000 Mark (FR-15).

"Near-Laser-Quality" erreichen die 24-Nadel-Drucker der XB-Sene "XB24-10" und "XB24-15". Sie können Buchstaben mit einer maximalen Auflösung von 48 x 35 Punkten in feinster Schönschrift drucken. Dabei fährt der Druckkopf zweimal über eine Zeile. Die Drucker kosten 1900 Mark beziehungsweise 2500 Mark (XB24-15).

Eine gute Idee steckt in dem neuen 24-Nadel-Drucker SL-230 AI von Seikosha für alle, die sich einen Drucker mit anderen teilen müssen. Auf einer kleinen Steckkarte kann jeder Anwender seine eigene DIP-Schalterstellung festlegen und nach dem Drucken aus dem Gerät ziehen. Häufig auftretende Probleme mit dem Zeilenvorschub lassen sich damit vermeiden. Der Preis für den SL-230 AI mit einer Karte liegt bei 2300 Mark. Jede weitere Steckkarte soll etwa 100 Mark kosten.


Der Express-writer von Toshiba kann mit seinem Akku auch unterwegs drucken

Eine Frühjahrskur verpaßte OKI dem Microline 182. Er heißt jetzt "Microline 182 elite" druckt 160 Zeichen pro Sekunde und bietet wahlweise Einzelblatteinzug oder Zugtraktor. Der Preis bleibt der alte: knapp 700 Mark.

Selbst Holz in Pappkarton-Stärke bedruckt der neue 24-Nadel-Drucker C-610 von C. Itoh. Das Papier wird nicht wie gewöhnlich um eine Walze gewickelt, sondern waagerecht unter dem Druckkopf entlanggeführt. Gebogene Postkarten und verknittertes Papier gehören damit der Vergangenheit an. Diese sogenannte Flachbett-Technik ist nicht neu, war aber bisher nur wesentlich teureren Industrie-Druckern Vorbehalten. Zum Preis von knapp 2000 Mark bietet der C-610 aber nicht nur Flachbett-Tbchnik, sondern präsentiert das Gehäuse wahlweise in elegantem Anthrazit statt herkömmlichem Beige.

Den ersten netzunabhängigen. transportablen Drucker mit NLQ-Fähigkeit stellte Toshiba vor: Der Expresswriter 301 — speziell zum Anschluß an Laptop-Computer gedacht — wiegt bei Abmessungen von 310 x 140 x 75 mm nur 1,9 Kilogramm und verwendet zum Drucken die Thermotransfer-Technik. Der Druckkopf mit 24 Thermo-Elementen erlaubt dabei Auflösungen von 360 dpi. Die eingebauten Akkus erlauben einen Druckbetrieb von knapp einer Stunde. Der Expresswriter kostet rund 1100 Mark.



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