Editorial - Computer und der Rest der Welt

Liebe Leser,
mit dem nahenden Jahresende haben besinnliche Rückblicke Hochkonjunktur. Ich denke dabei natürlich an das Thema Computer und - was auch sonst - den „ATARI ST". Zwar existiert er schon etwas länger, doch in diesem Jahr gab es einen richtigen Atari-Boom.

Die Anwender des Rechners kommen zum größten Teil aus dem privaten Bereich. Dabei mag der günstige Preis eine Rolle spielen: Um eines der vielen ST-Pakete zu erstehen, muß man nicht allzu tief in den Sparstrumpf greifen.

Auch im Geschäftsleben kann das Gerät inzwischen seine Qualitäten beweisen: Viele Firmen, meist kleine und mittelständische, setzten den ST in Verwaltung und Buchhaltung ein. Und wenn sie sich von ihren älteren Anlagen trennen konnten, sind auch viele Schulen und Universitäten auf den ATARI ST umgestiegen.

Schließlich hat sogar die Forschung den ST entdeckt - etwa das Fritz-Haber-Institut, ein Zweig der Max-Planck Gesellschaft. Dort ist „unser" Rechner mit einem I/O-System verbunden. Die Berliner Technische Universität verwendet einen stark modifizierten ST zur Aufnahme von Satellitenbildern und zur Kartographie. Dabei arbeitet dieser Vier-Megabyte-Rechner mit einer 66-Mega-Platte und einer optischen 420-MB-Wechselplatte. Und die „Berliner Elektronenspeicherring Gesellschaft für Syncrotonstrahlen" (kurz: „Bessey") setzte ebenfalls auf den ST. Fast hätte ich's vergessen: Auch abseits der Computerwelt soll hin und wieder etwas geschehen sein. Für mich zumindest kam, seit es den ST und natürlich diese Zeitschrift gibt, der Rest der Welt ziemlich kurz. Aufgefallen ist es mir erst, als plötzlich Schnee fiel - war der Sommer eigentlich schon vorbei? Auch das könnte nachdenklich stimmen. Und trotzdem: Gerade im Winter gibt es doch nichts Schöneres als einen warmen Platz hinterm Rechner.

Auch in unserer Redaktion hat sich übrigens etwas bewegt. Seit jüngster Zeit haben wir eine Mittagspause, und sogar ein Ende der lästigen Wochenendarbeit ist abzusehen. Manchmal setzen auch kleine Ereignisse angenehme Zeichen.


Harald Schneider



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