Buchbesprechung

Arbeiten mit GEM

AES Bibliothek SYBEX

Gerd Sender
Arbeiten mit GEM,
Band 1: Die AES-Bibliothek
1. Auflage 1986 320 Seiten DM 68,-

Holger Danielsson und Andreas Volkmann
Arbeiten mit GEM,
Band 2: Die VDI-Bibliothek
1. Auflage 1986 238 Seiten DM 68,-

Beide Werke sind im Sybex-Verlag, Düsseldorf, erschienen.

Sybex hat unter dem Namen 'Arbeiten mit GEM’ zwei Bücher auf den Markt gebracht, die eine Einführung in das Arbeiten mit dem ATARI ST unter GEM erleichtern sollen. Dabei wurde besonders auf das schnelle Einarbeiten Wert gelegt, was sich darin zeigt, daß alle in den Büchern vorhandenen Beispielprogramme auf einer dem Buch beigefügten Diskette zu finden sind. Dadurch spart man sich sehr viel Zeit und Unerfreuliches (hervorgerufen durch falsches Eingeben des Programms) und kann den Effekt des jeweiligen Programms gleich am 'Objekt' ausprobieren. Trotzdem wurden alle Programmergebnisse noch zusätzlich abgebildet, so daß man nicht gezwungen ist, die Programme von der Diskette zu starten.


BAND 1: Die AES-Bibliothek

Nach einer kurzen Einführung in die Struktur es GEM werden die einzelnen Teile des AES kapitelweise durchgesprochen. In diesen Kapiteln werden nun die Befehlsarten und -möglichkeiten des AES aufgegliedert, nach deren Art und Funktionsweise verständlich und ausführlich erläutert. Dabei wird auch die nötige Hintergrundinformation dargelegt und an Beispielen nähergebracht. Diese Art des Erklärens, die sich sehr häufig der Beispiele bedient, werden besonders diejenigen Leser zu schätzen wissen, die noch nie mit grafischen Benutzeroberflächen wie der des ATARIs gearbeitet haben.

Leider sind bei der Besprechung zwei Bibliotheken (Shell- und Scrap-Bibliothek) etwas zu kurz gekommen, dies wird aber durch die ausführlichen Behandlung der anderen Befehls-Bibliotheken wieder wettgemacht.

Nach der Abhandlung der Befehle wird auf die im Entwicklungspaket enthaltenen Programme wie dem Resource-Construction-Set, dem C-Compiler und Assembler von Digital-Research, dem Binder und dem Archivar insoweit eingegangen, daß ein Arbeiten mit denselben möglich ist.

Im weiteren werden - als Vorgriff für die Nichtbesitzer des zweiten Bandes - einige ausgewählte VDI-Routinen erklärt, die für eine vernünftige GEM-Programmierung interessant sind. Die darauf folgenden Beispielprogramme, die löblicherweise ausführlich dokumentiert sind, sind sehr hilfsreich und verdeutlichen besonders das bisher nur theoretisch Erarbeitete.

Etwa ein Drittel des Buches ist dann noch einer nach Bibliotheken geordneten Auflistung der im AES befindlichen Routinen gewidmet. Diese Routinen sind an dieser Stelle noch einmal kurz erläutert und mit den benötigten - und erklärten - Parametern angegeben.


BAND 2: Die VDI-Bibliothek

Eine etwas andere Vorgehensweise zeigt sich bei der Betrachtung des zweiten Bandes aus der Sybex-Reihe. Die hier erläuterten VDI-Befehle werden zwar, wie auch in Band 1, nach Bibliotheken geordnet besprochen, nur werden gleich alle für die angesprochene Routine benötigten Parameter mitbesprochen. Dadurch entfällt natürlich die Übersicht der einzelnen Befehle, was aber nicht weiter schlimm ist, da ein sich am Schluß befindlicher Index sofort Auskunft über die zu dem Befehl gehörige Seitenzahl gibt. Durch diese Anordnung und Erklärung der Befehle hat man, wenn man Information über eine Routine sucht, eine ausführliche Erläuterung des Befehls und ist nicht gezwungen, verschiedene Informationen innerhalb des Buches zusammenzusuchen.

Nach der Erklärung der einzelnen Befehle des VDI wird schwerpunktartig ein besonders auf das Gestalten und Bearbeiten von neuen Zeichensätzen und deren Einbindung auf dem ATARI ST eingegangen. Gerade in diesem Teil zeigen sich die Stärken des Buches, da die Autoren dieses Werkes die lange als nicht funktionierend bezeichneten

Routinen vst_load_fonts()- und vst_unload_fonts() 'zum Laufen’ gebracht haben. Dadurch gehört das lange Herumprobieren mit diesen beiden Befehlen endlich der Vergangenheit an!

Zusammenfassend kann über die beiden Bücher folgendes gesagt werden: Beide Bände sind sicherlich im Gebrauch als Einstieg in die Welt des GEM wie auch als Nachschlagwerk empfehlenswert, wobei dieser Kompromiß — obgleich der verschiedenen Vorgehensweisen - recht gut gelungen ist. Dabei hebt sich das VDI-Buch aber durch die Erläuterung der Zeichensatz-Befehle besonders hervor. Leider sind beide Bücher mit einem Preis von 68,- DM nicht gerade billig, was wahrscheinlich an der im Buch enthaltenen Diskette liegen wird — für einen Schüler, der ein vollständiges Nachschlagewerk besitzen möchte, nicht gerade wenig. Trotzdem sind beide Bücher eine Bereicherung - nicht nur — für den heimischen Bücherschrank. (Stefan Höhn)

GFA BASIC

Frank Ostrowski über sein GFA BASIC
GFA Systemtechnik GmbH, Düsseldorf
1. Auflage 1987
288 Seiten
DM 79,-

Angekündigt war es schon für Februar, nun ist es endlich erschienen: Frank Ostrowskis Buch über sein GFA BASIC. Um es gleich vorwegzunehmen: Gedacht ist es wohl für den fortgeschrittenen Anfänger und bietet für ihn wichtige Tips und Tricks. Aber auch ein (Profi-) Programmierer kann es als Nachschlagewerk benutzen. Geliefert wird das Buch mit einer Diskette, auf der die abgedruckten Programmbeispiele zu finden sind, so daß man sich die mühevolle Arbeit des Abtippens ersparen kann. Es enthält acht Kapitel, die sich wie folgt aufgliedern:

Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der Optimierung von BASIC-Programmen. In ihm wird anhand von Beispielen kurz beschrieben, welche Befehle am besten zur schnellen Programmabwicklung genutzt werden.

Graphik wird im zweiten Kapitel groß geschrieben. Hier werden u. a. Themen wie Clipping und Bit-Block-Transfer (Bitblt) besprochen. Dazu werden die nötigen VDI-Routinen angegeben, und ihre optimale Nutzung wird im GFA BASIC gezeigt.

Danach geht es dann im nächsten Kapitel, das den Titel „Tips & Programme“ trägt, quer durch alle Themen: vom Diskettenzugriff bis zur Musikprogrammierung, vom Laden von Zeichensätzen bis zur schnellen Lupen-Routine. So wird z. B. beschrieben, wie man eigene Kopierprogramme und Formatier-Routinen schreibt. Auch ein Schnellkurs in rekursiver Programmierung ist enthalten.

Die nächsten Kapitel bilden mehr ein Nachschlagewerk, denn sie enthalten Auflistungen und kurze Dokumentation der GEMDOS-, BIOS- und X-BIOS-Routinen und VT52-Escapesequenzen. Auch ein Binding für die AES-Bibliothek fehlt nicht. Leider sind Routinen wie Form_button und Form_keyboard, wie in den meisten Büchern für den ST, nicht vorhanden.

Zum Schluß wird noch auf die Einbindung und Nutzung von Resource-Dateien und die Fensterverwaltung eingegangen. Hier finden sich wieder nützliche Beispiele, die einen bestimmt den Einstieg in die GEM-Programmierung erleichtern.



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