T.i.M. (Time is Money): Zeit und Dukaten

T.i.M., Time is Money, ist der Name eines Buchführungsprogrammes der CASH GmbH. Wer jedoch hinter dem Namen des Programmes oder der Firma einen Aprilscherz vermutet, wird angenehm enttäuscht: Wie auch schon in der Einführung des (soliden und gut geschriebenen) Handbuches beschrieben, erhält man kein "Hinterhofprodukt“, sondern ein ernst zu nehmendes Programm, welches dem Selbständigen durchaus helfen kann, Übersicht über sein "Soll und Haben“ zu erhalten und zu behalten. TiM steht wohl eher für die Philosophie die hinter diesem Programm steht: kurz und bündig, ohne viele Schnörkel oder Umstände sind sowohl das Programm wie auch das Handbuch. Selbstverständlich ist das Programm voll GEM-gesteuert. TiM ist nicht kopiergeschützt, man kann mit einer Arbeitsdiskette und einer Datendiskette arbeiten, hat also immer noch eine einsatzfähige Diskette zur Hand. Ebenso kann das Programm dadurch ohne Probleme auf der Harddisk betrieben werden, was bei großen Datenmengen sowieso immer sinnvoll ist. Da man sich als Anwender bei Buchhaltungsprogrammen immer registrieren lassen sollte, um stets im Besitz des neuesten Updates zu sein, war es von dem Autor sicher sinnvoll, auf einen Kopierschutz zu verzichten.

TiM benötigt einen Atari ST, mit Monochrommonitor, mindestens ein Laufwerk und einen Drucker (mit mindestens 80 Zeichen pro Zeile Druckbreite). Das Programm wird mit Handbuch auf einseitiger Diskette geliefert.

TiM kennt nur zwei Kontenarten: Geldkonten und Gegenkonten. Geldkonten geben an, wo das gebuchte Geld herstammt oder hinkommt, es ist entweder ein Bankkonto oder eine Kasse. 9 solcher Konten können eingerichtet werden. Gegenkonten gpben den Zweck des gebuchten Geldes an. Diese Konten richten sich nach dem Kontenrahmen. 2000 (Zweitausend) Gegenkonten können eingerichtet werden. Ein Vorschlag für einen Kontenrahmen wird mitgeliefert, jedoch leider nur im Handbuch, nicht auf der Diskette. Sämtliche Buchungen können jederzeit in verschiedenen Formen, wie z. B. nach Geldkonto oder Gegenkonto geordnet oder in Form eines Journals, ausgegeben werden.

Bei der Erstbenutzung müssen einmalig einige Daten eingerichtet werden: Nach Eingabe des Datums müssen die Anfangsbestände aller geplanten Geldkonten eingegeben werden. Diese sind dann die Grundlagen für alle späteren Berechnungen.

Bild 2: Anfangsmenü

Erst nach Eingabe dieser Daten kommt man in das Hauptmenü: Hier sollte man dann zuerst die Druckeranpassung vornehmen und die gewünschte Laufwerkskonfiguration einstellen. Anschließend müssen nacheinander alle Geldkonten und alle Gegenkonten erfasst werden. Zu beachten ist, daß für TiM alle Konte bis 1999 Einnahmekonten sind, alle Konten ab 2000 verbuchen Ausgaben. Die Konten für die Vorsteuer mit 7% und 14% (1878/9) und für die Mehrwertsteuer (2158/9) sind dabei bereits automatisch eingerichtet.

Alle „selteneren Arbeiten“ wie die oben beschriebenen Einstellarbeiten sind unter dem Menüpunkt ABLAGE zu finden. Dieser Menüpunkt beinhaltet noch folgende Untermenüs: Benennung Gegenkonten, Benennung Geldkonten, Laufwerke, Steuersätze, Layout, Beenden.

Die Druckereinstellung verdient noch eine besondere Hervorhebung: Sie ist äußerst einfach: ASCII, IBM oder ATAR1-Mode anklicken und der Drucker funktioniert! Selbst bei meinem, normalerweise sehr schwierig einzustellenden, Typenraddrucker gab es auf Anhieb keine Probleme! Dieses ist nicht einfach Zufall, sondern das Ergebnis raffinierter Programmierung.

Sind alle Einstellarbeiten abgeschlossen, kann es an das Buchen gehen (Menüpunkt BEARBEITEN). TiM verlangt die Eingabe von: Datum, Geldkonto, Gegenkonto, Betrag, Höhe der Mehrwertsteuer (V für voll, E für ermäßigt, keine Angabe für 0) sowie eines Buchungstextes. Die Eingabe eines Kürzels ermöglicht die zusätzliche Unterscheidung von Buchungen für interne Auswertungen.

Positiv ist, daß innerhalb des gleichen Schirmes sowohl die Geldkonten wie auch die Gegenkonten eingeblendet sind. Mittels der Rollbanken können so alle Konten angezeigt werden.

Jeweils die letzte Buchung kann gelöscht werden. Spätere Korrekturen sind nur, wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben, mittels einer Gegenbuchung möglich.

Bild 3: Druckereinstellung

Wiederkehrende Texte, Beträge oder das Datum können mittels Doppelklick erneut aufgerufen werden, was eine echte Erleichterung der Eingabe bedeutet. Ebenso kann man sowohl mit der TAB-Taste als auch mit der Maus jedes gewünschte Feld erreichen. Unbekannte Konten oder falche Datumsangaben werden nicht akzeptiert.

Der Menüpunkt BEARBEITEN enthält außer dem Punkt Buchen noch die Untermenüs „Bearbeiten vergangener Perioden“ und „Löschen der letzten Buchung“.

Unter dem Menüpunkt AUSGABE sind folgende Menüpunkte zusammengefasst: Gegenkonto Namen: Übersicht aller Gegenkonten

Geldkonto Namen: Übersicht der 9 Geldkonten

Kontensalden: Anzeige der Summen aller Geldkonten und Zeitpunkt der letzten Buchungen

Gegenkonten: Anzeige der Kontenbewegungen auf dem jeweiligen Konto. Durch Anklicken können die gewünschten Konten selektiert werden.

Geldkonten: wie bei Gegenkonto Journal: Ausgabe aller Bewegungen nach Konto und Gegenkonto

Buchungssätze: Anzeige bestimmter Buchungen, nur besteht hier, im Gegensatz zum Journal, die Möglichkeit auch die Zusatzinformationen aufzeigen zu können.

Kürzel: Buchungssätze können nach bestimmbaren Kürzeln gesucht und ausgegeben werden.

Bild 4: Buchungsschirm

Alle Anzeigen können entweder auf den Monitor, auf den Drucker oder auf Diskette ausgegeben werden.

Diese Auswertungsmöglichkeiten sind noch etwas mager, zumindest eine Übersicht über die Mehrwertsteuerzahllast hätte man sich gewünscht. So muß man sich diese durch Anzeigen der einzelnen Kontenstände selber zusammenaddieren.

Als letzter Menüpunkt sind unter dem Punkt ABSCHLUSS die Möglichkeiten zum Periodenabschluß oder zum Jahresabschluß gegeben. Dieser Abschluß erfolgt unspektakulär. Die Ergebnisse werden ausgedruckt, die Daten der Periode auf Diskette gesichert und die Endstände aller Konten als Anfangsbestände der neuen Periode genommen.

Die Programm-Unterstützung durch die CASH GmbH ist sehr gut. So erhalten registrierte Benutzer kostenlose Updates der Programmdiskette. Diese Updates, die auch in der ersten Version notwendig sind, so kann man z. B. hier noch keine negativen Anfangsbestände eingeben,

beinhalten jedoch nicht nur eventuelle Fehlerbeseitigungen, sondern auch Programmerweiterungen. So soll z. B. auch in späteren Versionen eine Umsatzsteuervoranmeldung enthalten sein.

Bild 5: Gegenkonten

Für diejenigen, die keinen ATARI-Händler in der Nähe haben, wo Sie sich das Programm ansehen können, bietet die Firma eine Demo-Diskette zum Preis von DM 7,— an. ebenso kann man für DM 25,— das Handbuch schon vorab erwerben. Dieser Betrag wird bei späterem Kauf des Programmes erstattet.

Bewertung: Bei dem ersten Kontakt mit TiM hielt ich es für ein großes Manko, daß Buchungen nur mit Geldkonten und Gegenkonten möglich sind. Stellt man sich jedoch den Personenkreis vor, für den TiM geschrieben wurde, stellt sich dieses vermeintliche Manko als Vorteil heraus. Die Übersichtlichkeit ist weitaus höher. Buchungen zwischen Konten können, sofern überhaupt notwendig, umschrieben werden.

Bild 6: Journal auf dem Bildschirm

TiM kostet DM 198,—. Für diesen Betrag erhält man ein einfaches, aber durchaus funktionelles und durchdachtes Buchungsprogramm. TiM ist nicht dazu gedacht, den Steuerberater zu ersetzen. Das kann das Programm auch nicht. Es kann ihn aber sinnvoll ergänzen. TiM ist auch nicht dafür gedacht, nun sofern die gesamte Buchführung eines mittleren Handelsgeschäftes zu übernehmen. Auch das kann dieses Programm nicht. TiM kann aber dem Selbständigen, dem Architekten, dem Handwerksmeister, dem Inhaber eines kleinen Ladengeschäfts u.a.m. helfen. Hier ist ganz eindeutig die große Personengruppe derer angesprochen, für die eine eigene Buchhaltungsabteilung nicht lohnend ist. Die Gruppe also, die entweder die gesamte Buchführung außer Haus gibt, was die teuerste Lösung ist, oder die sich nach Feierabend noch hinsetzt, um selber die Bücher zu führen.

TiM ist als Ergänzung der Arbeit des Steuerberaters zu verstehen. Der Steuerberater erhält die mit TiM ausgedruckten Periodenabschlüsse und erstellt damit den Jahresabschluß und die Bilanz. Die Kosten für TiM können so u.U. schon binnen Monatsfrist amortisiert sein. Zusätzlich hat der Anwender stets sämtliche wichtigen Firmendaten „per Knopfdruck“ parat. Wenn man das Preis/Leistungsverhältnis nimmt und dazu noch die ungewöhnlich gute Unterstützung durch das Softwarehaus, ist TiM durchaus eine lohnende Anschaffung.

C.A.S.H. GmbH (MG)

Sen Illerstraße 64 8900 Augsburg

Bild 7: Anzeigemöglichkeiten



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