Flexdisk ...und immer flexibel bleiben

Bei dem neuesten Programm der Firma Application Systems /// Heidelberg, FLEXDISK, handelt es um eine RAM-Disk. Diese Art von Programmen wird schon von einigen Herstellern auf dem Markt angeboten und doch unterscheidet sie sich in einigen Punkten sehr stark von den sonst bekannten RAM-Disk-Typen. Sie ist, wie der Name schon sagt, FLEXIBEL.

Eine RAM-Disk ist eine im Rechner befindliche Simulation einer Diskettenstation, wobei dieses Laufwerk vom Anwender nicht anders angesprochen wird als normale Laufwerke. Es ist ein Treiber (Programm) nötig, der diese Simulation übernimmt. Wird vom Benutzer nun eine Datei beispielsweise von Laufwerk A auf die RAM-Disk kopiert, so befindet sich diese Datei als Datenmenge im Rechner. Auf diese Datei (es könnte auch ein Programm sein) kann dann später in einem Bruchteil der Zeit, die einen Zugriff auf ein Hardware-Laufwerk zur Folge hätte, zugegriffen werden. Das bedeutet, daß Programme oder Daten, auf die häufig zugegriffen wird, und die auf einer RAM-Disk vorhanden sind, das Arbeiten um ein Vielfaches beschleunigen. Man beachte aber, daß diese Daten im Speicher des Rechners zu finden sind und vor Ausschalten des Rechners auf jeden Fall wieder auf (normale) Disketten abgespeichert werden müssen. Oftmals wird bei einem RESET eines Rechners der gesamte Speicher gelöscht - bei Programmabstürzen wäre das für eine normale RAM-Disk fatal, da die Daten dann nicht mehr zu retten sind. Nicht so bei einer RESET-festen RAM-Disk.

Zu dieser Kategorie gehört die FLEXDISK. Sie sorgt dafür, daß beim Betätigen des RESET-Knopfes, der mit Daten auf der RAM-Disk belegte Speicher, sowie der RAM-Disk-Treiber selbst (!), nicht gelöscht werden. Dies ergibt eine sehr gute Möglichkeit der Programmentwicklung, bei der Abstürze nicht selten sind. Zudem bietet FLEXDISK bei besonders kritischen Programmabstürzen, bei denen eventuell der Speicher überschrieben werden könnte, noch zusätzliche RESET-Hilfen an, mit denen eventuell doch noch die Daten gerettet werden können.

Ein weiteres hervorhebendes Merkmal ist, daß die FLEXDISK den gesamten Speicher als RAM-Disk verarbeiten kann, was im Maximum also 4 Megabyte Speicher (Entwickler hergehört) bedeuten könnte. Dabei ist die zu verwendende Größe von einem Accessory oder einem zusätzlichen (und damit nachträglich startbaren) Programm aus jederzeit einstellbar .

…anpassungsfähig...

Die am meisten verblüffende Eigenschaft der FLEXDISK ist allerdings die Möglichkeit, sie "flexibel" zu gestalten. Dies bedeutet, daß die RAM-Disk in diesem Fall immer nur so viel Speicher benötigt, wie auf ihr Daten zu finden sind! Diese Tatsache ist besonders für Benutzer mit Rechnern, deren Speicher klein sind (1/2 bis 1 MByte) eine sehr große Vereinfachung ihrer Tätigkeit. Aber nicht nur der Speicherbedarf ist jederzeit änderbar, sondern auch die Laufwerkskennung, wobei die Buchstaben 'C' bis 'H' zur Verfügung stehen. Man ist demnach in der Lage jederzeit (!) diese Kennung zu verändern und damit beispielsweise verschiedenen Programmen anzupassen, die bestimmte Laufwerkskennungen zur Bedingungen haben. Übrigens:

Im Urzustand besitzt die FLEXDISK keine Laufwerkskennung, wird aber eine bis dahin nicht benutzte Kennung` angesprochen, so nimmt die FLEXDISK diese automatisch an. Es besteht' sogar die Möglichkeit die RAM-Disk zu verstecken: Das bedeutet, daß diese Kennung nun für andere Zwecke, wie. zum Beispiel Harddisk, verwendet werden kann. Eine weitere Option ist das Einstellen eines softwaremäßigen; Schreibschutzes der gesamten R Disk, womit man nicht gewollte Datenzugriffe auf die FLEXDISK verhindern kann.

Die FLEXDISK ist sogar bootfähig

Haben Sie sich nicht auch schon einmal geärgert, daß das Fehlen des Kontrollfeldes eine Nicht-Übernahme der DESKTOP.INF-Daten bedeutet? In diesem Falle schafft die FLEXDISK Erleichterung, da sie die entsprechenden Daten aus der DESKTOP.INF-Datei ausliest und im Rechner einstellt. Damit ist eigentlich schon verraten, daß die FLEXDISK auch bootfähig ist, das heißt, Sie können sämtliche Accessories und Programme im AUTO-Ordner mitbooten. Gerade letzteres ist äußerst selten zu finden und bietet damit die Möglichkeit selbst den HARDDISK-Treiber von der RAM-Disk zu booten, der aber leider nicht resident ist.
Ein weiteres Ärgernis ist im TOS zu finden: Durch (mindestes) einen Fehler wird beim Arbeiten mit dem Rechner mehr Speicherplatz vom GEMDOS verbraucht als eigentlich nötig wäre, was zur Folge hat, daß manche Programme nicht mehr startbar sind. Diesen Speicher kann man mit der FLEXDISK wieder freigeben, so daß ein Weiterarbeiten möglich ist - eine praktische Sache.

Häufig ergibt sich beim Arbeiten mit dem Rechner der Wunsch, daß bestimmte Programme (beim Booten automatisch) in die RAM-Disk kopiert werden sollen. Dazu bietet diese RAM-Disk die Möglichkeit des Kopierens. Dabei kann - mit einem Editor - eine Datei erstellt werden, die eine Anzahl von Programmen und Dateien enthält, die auf die RAM-Disk kopiert werden sollen. Dies ist jederzeit möglich und kann auch beim Booten durchgeführt werden!

Resümee

Man könnte noch einige Spalten mit den (kleinen) Vorteilen der FLEXDISK wie zum Beispiel das Setzen des Datums und der Uhrzeit, den möglichen Einbau des Treibers ins ROM die Vorgehensweise ist in der Anleitung dokumentiert - usw. füllen. Dies würde aber unseren Rahmen sprengen.

Nach nunmehr vierwöchigem Gebrauch von FLEXDISK hat sich gezeigt, daß das Arbeiten um einiges komfortabler und lockerer geworden ist (Kopien), daß viele neue Dinge möglich sind (einstellbare Größe und Laufwerkskennung) und viele Daten erhalten geblieben sind, die wohl ohne FLEXDISK nicht mehr zu retten gewesen wären. Alles in allem sollte dieses Programm, besonders bei einem solch hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis (sie kostet DM 69, -), in keinem Softwareschrank eines Entwicklers oder Hobby-Programmierers fehlen. Bedenkt man, daß eine Harddisk ca. 1200 DM und mehr kostet, fällt die Entscheidung sicherlich nicht besonders schwer.

(SI)

Applications Systems /// Heidelberg Postfach 10 26 46 D-6900 Heidelberg 1



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