Star XB24-10 - Einen könn’ wir noch!

So lautet die Devise auf dem Markt der 24-Nadler; eifriger Wildwuchs beherrscht die Szene. Echte Innovationen lassen allerdings auf sich warten. Stattdessen werden vermeintliche Marktnischen und -eckchen ausgemacht, in denen sich dann noch ein Produkt plazieren läßt. Mit seinen Druckern der XB-Reihe setzt STAR dem verfügbaren Angebot eins drauf.

Da steht er also vor mir: Der Neueste von STAR. XB24-10, so ist sein Name. Schick schaut er aus; die Kanten modisch abgerundet, die Tasten oval gestylt. Das Bedienpaneel erinnert an Stereoanlagen Marke Taiwan: Hauptsache Lampen. Aber Spaß beiseite, hier geht’s um einen Drucker, und der hier ganz speziell ist ein Profigerät. Das zumindest prophezeit der Hersteller. Der neue 24-Nadler sei speziell für Büraoanwendungen konzipiert, wo gute Schriftqualität neben geringer Geräuschentwicklung und Geschwindigkeit eine Rolle spielten. Special Features: Die ‘SLQ' (Super Letter Quality) und 14 eingebaute Zeichensätze. Schauen wir uns an, an welchem Himmel der neue Stern aus Japan besonders hell leuchtet.

Definitionssache

Was ist 'professioneller' Einsatz? Welche Anforderungen stellt ein 'Profi’ an seinen Drucker? Alles Fragen, die sich nicht so leicht aus dem journalistischen Elfenbeinturm heraus beantworten lassen. Fragen wir also Leute, die täglich mit Druckern arbeiten (müssen). Die Antworten sind genauso zahlreich wie die Fragen, denn jeder wünscht sich eine Maschine, die ganz speziell seine Probleme löst. Ein hartes Brot also, allein das Anforderungsprofil für solch ein Gerät zu erstellen. Bleibt aber trotzdem ein Konsens der Anwender: die Schrift muß sauber und lesbar, die Geschwindigkeit hoch, das Geräusch niedrig sein. Darüber hinaus muß der mechanische Aufbau dem täglich mehrere Stunden (!) währenden Druck gewachsen sein.

Soweit der Versuch, ‘professionell' zu deuten. Jetzt müssen wir nur noch rauskriegen, inwieweit der STAR diese Bedingungen erfüllt. Fangen wir also an und schauen ihm mal unters Häubchen - sprich: ins Gehäuse.

Bild 1: Sauber gestylt: das Bedienfeld

Bild 2: Bastelstunde: die Farboption des XH24-10

Mechanik

Viel Kunststoff zeigt sich da, etwas spillerig der Papierandruckhebel. Das Chassis, sozusagen das Fundament des kompletten mechanischen Aufbaus, ist aus Blech gefertigt. Ob der kunststoffverkleidete Druckkopf die Wärme so gut abführen kann wie ein verrippter aus Metall, wage ich zu bezweifeln. Aber auch schallabsorbierende Dämmung an der Innenseite ist zu erspähen. Hinter der Walze streift der Blick die etwas klein geratenen Traktoren für das perforierte Papier. Aus dem Gehäuse schaut lediglich der Umschalter Einzel-/Endlospapier heraus. Ein echtes Minus: Der Hebel zur Regulierung des Druckkopfabstandes ist im Innern versteckt. Das ist nicht mehr Stand der Dinge, den Drucker zum Verstellen öffnen zu müssen. Wenn wenigstens die Klappe nicht so klemmen würde...

Die Zuführung einzelner Blätter geschieht über eine Rutsche, die zwei Stellungen kennt: auf dem Drucker oder auf dem Fußboden. Sie ist nur aufgesteckt und fällt bei (durchaus auftretenden) Papierstaus und dem anschließenden Versuch, das Gehäuse zu öffnen, ab. Die seitlichen Führungen für das Papier sind vorbildlich. Wunderbar groß und angeschrägt sind sie - so können die Blätter gar nicht mehr schief eingelegt werden. Doch was die Klappen zu sehr klemmen, hier, wo es drauf ankäme, braucht nur ein leichter Wind durchs Büro zu hauchen, und schon ist alles verstellt. Der handwerklich Ambitionierte klebt also gleich ein wenig vom Klarsicht-Klebefilm unter die Führungen und erhöht so die Klemmwirkung auf das erforderliche Maß.

Park and Write

Jetzt endlich schalten wir das Gerät auch ein und füttern den XB24-10 mit Endlospapier. Das geht problemlos vor sich, mit der ‘Load'-Taste auf dem Bedienfeld wird das Papier bis zur ersten Druckposition vorgezogen. Ein weiterer Druck auf die gleiche Taste fährt das Papier wieder zurück - die Papierparkfunktion arbeitet vorzüglich. In dieser Position braucht nur der bereits erwähnte Umschalthebel gezogen, ein einzelnes Blatt auf die Rut sehe gelegt und wiederum die ‘Load’-Taste gedrückt zu werden. Schon geht's auf dem Einzelblatt weiter. Da erweist sich als großer Vorteil, daß die Position der ersten Zeile verändert werden kann. Hat man im Menü der festen Einstellungen den Wert ‘Auto Loading' auf 1 Zeile gestellt, dann sind mit dem STAR maximal 67 Zeilen auf ein DIN A4-Papier zu bekommen. Das läßt keine Wünsche mehr offen, denn es bleiben lediglich am unteren Rand ungefähr zwei Zeilen frei, die der Drucker nicht erreicht. (Wenn ich da an die 59 Zeilen des STAR NL-10 vergangener Tage denke...) So kann sich ein jeder XB24-10-Besitzer seinen Briefkopf grafisch gestalten und jedes Mal mitdrucken, ohne dabei wegen eines großen oberen Randes, der nicht bedruckt werden kann, quetschen zu müssen.

Apropos Menü: Das funktioniert wie bei fast allen Maschinen so. daß man beim Anschalten eine besondere Tastenkombination drücken muß und so in den ‘Menü-Modus’ gelangt. Der XB24-10 tut seine Einstellungen dann durch Ausdrucken kund; mit zwei Tasten kann man diese verändern. Einstellungen für die internationalen Zeichensätze, Emulation und Papierlänge werden Sie hier aber vergeblich suchen: die sind nach Altväter Sitte mit DIP-Schaltern zu treffen (die sich im Gehäuseinnern unter einer Klappe befinden). Ob sich diese Zweiteilung der Parametereinstellungen mit dem Begriff Bedienerfreundlichkeit in Einklang bringen läßt, ist fraglich.

Uns stand zum Testgerät zusätzlich der automatische Einzelblatteinzug zur Verfügung. Dessen Montage ist problemlos, allerdings muß man dem Drucker per Menüeinstellung mitteilen. daß man ihn installiert hat, sonst spricht er ihn nicht an. Das kann bei häufigem Wechsel lästig sein, andere Maschinen erkennen den ‘Feeder’ automatisch. Selbstverständlich ist die gleichzeitige Benutzung des Endlospapiers mittels Papierparkfunktion möglich. Das ermöglicht ein äußerst bequemes Arbeiten, denn nun braucht man sich nur noch alle hundert (Einzel-) Blätter ums Papier zu kümmern.

Beim Be- und Entladen des Papiers springt das ständige Gepiepe des Druckers sozusagen ins Ohr. Er will damit auf Papiermangel und wohl noch anderes hinweisen. In meinen schlimmsten Phantasien stehen in einem Großraumbüro ca. 20 STAR-Drucker, bei denen ständig die Papierart gewechselt wird. Hier hilft dann nur noch der kollektive Griff zum Seitenschneider, denn der Piepser läßt sich - bei anderen Geraten durchaus üblich - nicht abschalten.

Dokumentlänge Text: 33396 Bytes

Dokumentlänge Grafik: 32643 Bytes

Genannt: Zeit zur Datenabnahme / Gesamtzeit für Druck

Datenmenge des Signum!-Briefes: 123 kByte (360 x 180 DPI)

Drucker LQ-Einzel LQ-Endlos Draft-Endlos Grafik DIN 32751 Signum!-Brief
Brother M-1824L - 2:18/8:50 0:59/3:59 0:20/0:24 32 s 44 s
NEC P6 PLUS - 0:18/9:10 0:18/5:46 0:16/0:20 34 s 30 s
OKI ML 390 - 5:20/7:53 2:20/3:27 0:24/0:25 28 s 43 s
Star XB24-10 1:54/12:10 1:36/10:01 0:45/4:03 - 39 s 67 s
Star XB24-10 mit Super Letter Quality 68 s

Bild 3: Fontvielfalt

Bedingt geräuscharm

Abgesehen von dieser akustischen Warnvorrichtung aber hält sich das Geräusch, das der STAR XB24-10 während des Druckvorganges absondert, durchaus in Grenzen. Man kann nur immer wieder betonen: Nadeldrucker sind nicht leise! Sie sind allerhöchstens weniger laut. Telefonieren neben dem laufenden Drucker, da kann mir die Produktankündigung viel erzählen, ist auch mit dem STAR nicht möglich.

Während des Druckvorganges kann über das luxuriös ausgestattete Bedienfeld viel eingestellt und so der Druckertreiber umgangen werden. Font, Qualität und Zeichenbreite sind schnell neuen Anforderungen angepaßt. Ob das allerdings im Sinne der anvisierten Business-Menschen ist, bleibt fraglich. Denn die arbeiten doch eigentlich mit einer begrenzten Zahl an Programmen und Formaten, für die immer eine jeweilige Druckereinstellung existiert.

Punkt an Punkt

Einen besonderen Leckerbissen präsentiert uns STAR mit der ‘SLQ’ (großspurig auch ‘Near-Laser' genannt). Dazu ein Blick in die Technikkiste. Ein 9-Nadler hat einen Nadelabstand von 1/22 Zoll (ca. ein drittel Millimeter). Wird gedruckt, ergibt sich das typische und bekannte punktierte Druckbild. Abhilfe schafft da die ‘Fast Brief-Qualität’ (NLQ). Dann scheint der gleiche Drucker einen Nadelabstand von 1/144 Zoll zu besitzen, also nur noch halb so viel. Das geht so: Nach dem Druck einer Zeile wird das Papier um den halben Nadelabstand vorgeschoben, und dann wird noch einmal gedruckt. Der zweite Durchgang trifft also genau die Zwischenräume zwischen den Nadelabdrücken.

Genau solch ein Druckverfahren kennen auch einige 24-Nadler. Sie benutzen es allerdings nur für den Grafikdruck. Beim Textdruck müssen die 180 Punkte pro Zoll, die der Kopf von sich aus kann (1/180 Zoll Nadelabstand) reichen. Mittlerweile gibt es eine Reihe von diesen Druckern, die auch in der Senkrechten 360 DPI (Punkte pro Zoll) drucken können. Und die benutzen genau den gleichen Trick, wie die NLQ-Drucker. Solch ein 24-Nadler scheint also 48 Nadeln mit einem Abstand von 1/360 Zoll zu besitzen. Mehr darüber steht in [1].

STAR ist der erste Hersteller, der seine Drucker mit Zeichensätzen in dieser Auflösung versieht. Was bisher nur mit Signum! in der höchsten Auflösung ging, das läßt sich jetzt aus jeder normalen Textverarbeitung heraus produzieren. Allerdings büßt man kräftig an Geschwindigkeit ein, denn es wird ja jede Druckzeile doppelt abgefahren. Im STAR XB24-10 sind zwei Zeichensätze eingebaut, die auch in 360 DPI gedruckt werden können. Das sind Times Roman und Typewrite Light, die beide sehr sauber sind und einen deutlichen Qualitätszuwachs gegenüber der normalen Schrift bieten (siehe Abbildung ‘Schriftprobe'). Vergleichen Sie die Druckzeiten des Geschäftsbriefes in normaler Letter Quality und in 'SLQ' mit dem Signum!-Brief! Die benötigte Zeit steigt von 39 auf 68 Sekunden für diesen einseitigen Geschäftsbrief. Mit Signum! braucht der XB24-10 ungefähr genauso lang. Wer also Signum! besitzt, gewinnt durch die Verwendung einer anderen Textverarbeitung und der SLQ-Fonts keine Zeit.

Low Speed

Über die hochauflösenden Fonts sind wir direkt zur Geschwindigkeit gekommen. Kunden fragen den Händler immer wieder, wie ‘schnell' ein Drucker ist. Daß die Angabe der Zeichen pro Sekunde (CPS) wenig Sinn macht, da sie Zeilenvorschübe nicht erfaßt, leuchtet ein (siehe auch [2]). Leider stellen alle Hersteller sie immer wieder in den Vordergrund. Daher also hier ein Blick auf die Zeiten, die man mit dem STAR XB24-10 für den Druck realer Dokumente braucht. Da ist zunächst der Letter Quality-Textmodus, in dem er gegen vergleichbare Konkurrenten mittelmäßig abschneidet (siehe Tabelle). Dem OKI ML390 als Klassenbesten kann er nichts anhaben. Die hohe Geschwindigkeit der reinen Datenabnahme rührt vom internen Speicher des XB24-10 her, der mit 27 kByte nicht sehr klein ist. Der automatische Einzelblatteinzug verlängert den Druck des 14seitigen Testdokuments um zwei Minuten gegenüber dem Druck auf Endlospapier. Der Wert ist durchaus akzeptabel, wenn man bedenkt, daß man das Werk hinterher nicht auseinanderzureißen braucht. Vergleichen wir die Draft-Zeiten: Hier sieht der STAR besser aus und schlägt auch den NEC P6plus. Damit ist jedoch bei Bildern Schluß. Die Zeiten, die er erreicht, sind sehr hoch, und im Grafikbereich liegt der neue STAR weit abgeschlagen hinter der Konkurrenz. Besonders kraß fällt das beim Signum!-Brief ins Gewicht: Mehr als doppelt so lang dauert jede Seite gegenüber dem NEC.

Innere Werte

Volle Kompatibilität zu den beiden Standards im Druckerbereich - IBM und Epson/NEC - verspricht uns STAR im Handbuch zum XB24-10. Und tatsächlich traten keine Probleme mit ihm auf, er ist völlig kompatibel. Zwischen den Emulationen ist wiederum mit DIP-Schaltem umzuschalten. Bei der 360-DPI-Grafik versteht er die Codes von NEC, die auch die am meisten verbreiteten sind. Ein seltsames Feature haben die Programmierer von STAR ihrem XB24-10 mitgegeben: Druckt man Schrift mit der Zeichenbreite 15 CPI, also um ein Drittel schmalere als die normale Pica-Schrift, so werden die Zeichen auch gleichzeitig kleiner. Das sieht in Texten, in denen man diese Breite z.B. als Fußnotenschrift benutzt, natürlich etwas ungewöhnlich aus. Das Handbuch schweigt sich über diesen Effekt ganz aus.

Und noch eins macht beim Studium des Handbuches stutzig: Sollten Sie (es geht mich ja eigentlich nichts an...) gelegentlich in Ihren Texten ((I))I schreiben, wundern Sie sich nicht: Der XB24-10 wird es nicht drucken, sondern auf kursiven Druck umschalten. Zusätzlich zu den normalen Codes von Epson oder IBM gibt es beim STAR nämlich noch sog. ASCII-Controls. Diese Kommandos werden nicht mit dem grundsätzlich nicht druckbaren 'ESC' (ASCII 27) eingeleitet, sondern haben immer die Form mit der doppelten Klammer. Eine solche Steuerungsmöglichkeit könnte allenfalls Sinn haben, wenn man einen Druckertreiber brutal umgehen wollte. Doch begrüßenswert ist das nicht gerade, denn damit fangen die Inkompatibilitäten ja wieder an. Aber es gibt sie und der XB24-10-Besitzer wird mit ihnen leben müssen, denn sie lassen sich nicht abschalten.

Weiteres Blättern bringt zutage, daß der XB24-10 in der Lage ist, Barcodes zu drucken, da er einen entsprechenden Font eingebaut hat. Man braucht ihn nur mit einem Befehl umzuschalten, und schon werden statt Buchstaben die bekannten Strichcodes gedruckt, was für die eine oder andere Anwendung sicher nicht uninteressant ist.

Überhaupt Handbuch: Dabei handelt es sich zwar um ein Büchlein, zum Trost ist das aber spiralgebunden. Mehr als die ESC-Sequenzen daraus zu erfahren, ist fast unmöglich. Ich denke an vergangene NL-10-Zeiten. Das Gerät hatte zwar nur halb so viel Kommandos, das Manual dazu war aber doppelt so dick. Die STAR-Tradition, didaktisch gut aufgemachte Handbücher zu liefern, ist wohl dem gnadenlosen Preiskampf in diesem Gewerbe zum Opfer gefallen. Schade eigentlich.

Schön und bunt

Farben bringen Leben in Text und Bild. Das haben sich auch die Leute bei STAR gesagt und bieten daher eine Farboption für den XB24-10 an. Technisch gesehen besteht bei farbigen Nadeldruckern das Problem, das Farbband vor den Nadeln hoch und runter bewegen zu können, denn es ist längs in die einzelnen Farben geteilt. Das bewerkstelligt der STAR so, daß die Farbbandaufnahme eine Wippe ist, die je nach Neigung einen anderen Teil des Farbbandes vor den Kopf hält. Hat man nur das normale schwarze eingebaut, ist die Stellung der Wippe egal, denn es ist breit genug.

Der einfache Einbau eines anderen Farbbandes reicht natürlich nicht, denn noch wippt die Wippe nicht. Dazu muß erst die Farboption gekauft werden. Für ca. 100 DM erhält man ein Schächtelchen nebst Farbband. In dem Schächtelchen befindet sich ein kleines Kunststoffgehäuse, das wiederum einen Motor und ein Getriebe beherbergt. Heraus ragt ein buntes Kabel mit Mehrfachstecker. Die Lösung des Wohin-damit-Rätsels ist schnell gefunden: In besagter Wippe findet man eine Klappe, die es zu entfernen gilt. Dann sieht das Ganze so aus wie auf dem Photo. Es muß nur das Kabel hineingesteckt, das Motorgehäuse in die Öffnung versenkt und das colorierte Farbband wieder eingesetzt werden. Los geht's mit bunter Gangart, denn - und das ist wirklich praktisch - der Drucker erkennt selbst, daß ein anderes Farbband eingelegt wurde und ignoriert nun die Color-Kommandos nicht mehr. Trotzdem - welch ein Aufwand an Produktion und Lagerhaltung für solch einen kleinen Zusatz. Ob der durch den Gewinn, den STAR mit dieser netten Bastelei macht, gerechtfertigt ist?

Fürs Business?

Das war die eingangs gestellte Frage. Ob nämlich der STAR XB24-10die Features bietet, die jemand verlangt, der täglich mehr oder weniger Routinearbeiten mit seinem Drucker erledigt.

Da ist zum einen der Wunsch nach Schriftqualität. Der ist voll erfüllt. Die Abbildung zeigt die eingebauten Fonts - darunter dürfte für jeden Geschmack einer sein. Die Güte aller Fonts ist sehr hoch, zwei davon sind sogar in ‘finaler' Qualität zu haben. Was auch nicht alltäglich ist: alle Fonts sind in allen Stilen und allen Zeichenbreiten (von fünf Zeichen/ Zoll bis hinauf zu 20) verfügbar. Das macht die Wahl des Zeichensatzes unabhängig davon, was gedruckt werden soll. Ob allerdings die Auswahl unbedingt mittels Tastenfeld getroffen werden muß, bleibt fraglich. Ich hätte statt der vielen Lämpchen lieber eine Taste zum Vorschieben bis zum nächsten Seitenanfang (Form Feed) gesehen. Ein Reset-Knopf zum Löschen des internen Speichers findet sich - wie an kaum einem Drucker - auch an diesem nicht.

Bitd 4: Schriftprobt: Die unterste Zeile ist in 'SLQ' gedruckt.

In Sachen Geschwindigkeit verblaßt der XB24-10 gegenüber der Konkurrenz. Bei der Letter Quality und vor allem der Grafik sind andere Drucker (fürs gleiche Geld) schneller. Ob der STAR mehreren Stunden Druck pro Tag gewachsen ist, können wir natürlich nicht testen. Es gibt Drucker, die stabiler wirken. Doch als Indiz für seine Standfestigkeit mag der Lüfter gelten, der ihm ein kühlendes Lüftchen zufächert. Der geht zwar erst nach einer bestimmten Dauer ununterbrochenen Drucks an, jedoch nicht wieder aus. Wen das Geräusche nervt, der muß das Gerät einmal aus- und wiedereinschalten. Und der ganz kleine Netzschalter sitzt - wie sollte es auch anders sein - ganz hinten an der Rückseite des Druckers.

Bild 5: Grafikprobe

Vom XB24-10 gibt es auch eine 15 Zoll breite Version. Zur Verdeutlichung: Der XB24-10 hat die 10 im Namen, da er bis zu 10 Zoll (25,4 cm) breites Papier verarbeiten kann. Bedrucken kann er jedoch nur 8 Zoll davon, was 80 normalen Pica-Zeichen entspricht. Die 15er Version bedruckt demzufolge auch nur 13,6 Zoll. Entsprechend sind das 136 Zeichen. Das breitere Gerät hat damit sicher ein weiteres Einsatzgebiet, natürlich auch einen höheren Preis.

Bei geschäftlichem Einsatz werden häufig Durchschläge verlangt. Das Handbuch spricht zwar von einem Original und drei Durchschlägen, doch bei Druck auf vier Lagen selbstdurchschreibenden Papiers war die letzte Kopie so gut wie nicht mehr zu lesen. Da fällt wieder der unter der Klappe versteckte Papierstärkenhebel auf, der in dieser Anordnung (wie die DIP-Schalter) bestimmt kein profigerechtes Detail ist.

Insgesamt erscheint mir der STAR XB24-10 als recht verspielte Maschine. Der Ruf, eben gerade kein Hobbygerät mehr zu sein, wird nur bedingt erfüllt. Auch bei STAR kann man nicht zaubern, und für knappe 1900 DM gibt's eben einen Drucker, der genau wie die Konkurrenz in seiner Klasse genug Vor- und Nachteile hat, um für den gehobenen Hobby-Bereich genau das richtige zu sein.

IB

[1] Gut gedruckt ist halb geschrieben, ST-Computer 4/89. S 40 ff.

[2] 120 Nadeln machen Druck, ST-Computer 7/88, S.169

Preise (unverbindliche Empfehlungen lt. Hersteller):

Gerät:
10 Zoll-Version: 1898 DM
15 Zoll-Version: 2498 DM

autom. Einzelblatteinzug: 10 Zoll-Version: 298 DM
15 Zoll-Version: 498 DM

Farboption inkl. Farbband: 98 DM
Farbband Schwarz: 16,80 DM
Farbband Color: 44,80 DM

RAM-Karte mit 52 kByte Speichererweiterung: 198 DM

Garantie:
6 Monate inkl. Druckkopf

STAR XB24-10

+ Gutes Papierhandling
+ Viele Fonts eingebaut
+ Gute Schrift und Grafikqualität

- Grafikdruck langsam - Abstandshebel innen - DIP-Schalter innen



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