Leserbriefe

1200 Baud vollduplex?

Hier schreibt Ihnen ein völlig verzweifelter Besitzer eines Akustikkopplers Dataphon s21-23d, der vergebens versucht hat, diesen mit 1200 Baud an den ATARI ST anzuschließen. Vielleicht liegt das Problem nur bei den Programmen (PD-DFÜ-Programme wie Uniterm etc.)?

Red.: Das Problem liegt wahrscheinlich nicht bei den Programmen, sondern bei der Deutschen Bundespost, die für Bildschirmtext einen gänzlich unüblichen Standard, nämlich 1200/75 Baud, eingeführt hat. Dieser "Standard" wird von keiner deutschen Mailbox unterstützt. Bei BTX wird mit 1200 Baud empfangen und mit 75 Baud gesendet. In Mailboxen ist es jedoch so, daß mit 1200 Baud gesendet und empfangen wird ("Vollduplex"). Das Dataphon s21-23d kann jedoch nicht mit 1200 Baud Vollduplex arbeiten. Wenn Sie die nutzen möchten, werden Sie sich wohl oder übel ein Modem (am besten nach dem Hayes-Standard, etwa Lightspeed-, Discovery-, Best-Modems) anschaffen müssen.

Turbo-Cs Include-Datei osbind

Vor jedem Programm stehen außer #define- auch #include-Anweisungen. Ich habe mich trotz vieler Bedenken endlich für einen Turbo-C-Compiler entschieden. Leider fehlen mir <osbind.h> und viele andere Dateien, deren Besitz scheinbar bei C-Insidern vorausgesetzt wird. Frage: Wie komme ich da ran, und gibt es einen ATARI-C-Club, der mir aus der Anfangsmisere bei C hilft?

Red.: Ich weiß zwar nicht, welche Dateien Ihnen sonst noch fehlen, aber bei <osbind.h> können Sie sich sehr schnell helfen: osbind.h wird bei Turbo-C, aus welchen Gründen auch immer, unter dem Namen TOS.H mitgeliefert. Wir haben Ihre vollständige Adresse angegeben, so daß sich ein eventuell interessierter C-Club oder auch Leser an Sie wenden können.

Schnelle Apfelmännchen

Da mich die Apfelmännchen-Grafiken sehr interessieren, habe ich das in der ST-Computer 4/89, Seite 150ff. abgedruckte Programm (Listing 3) abgetippt, mußte aber feststellen, daß es nicht läuft (zwei Bomben - Bus-Error, Peek/ Poke falsch?). Den Fehler habe ich natürlich zunächst bei mir vermutet, woraufhin ich mir Ihre Monatsdiskette 3/4 besorgt habe; aber auch hier erhalte ich den gleichen Fehler. Das Programm ist weder in GFA-BASIC 3.0 noch 2.0 lauffähig. Da ich die Anschrift des Autors nicht kenne, erhoffe ich von Ihnen Hilfe. Meine Gerätekonfiguration ist der ATARI 1040 STF mit TOS vom 22.4.87 und Monochrommonitor.

Red.: Da Sie in Ihrer Gerätekonfiguration nicht angemerkt haben, daß Sie einen 68881-Coprozessor besitzen, gehe ich auch davon aus, daß Sie keinen eingebaut haben. Dieser Coprozessor ist nicht automatisch in jedem ATARI ST eingebaut (dafür ist er einfach zu teuer). Da das Programm aber auf Adressen des Coprozessor zugreift, der wie erwähnt bei Ihnen nicht vorhanden ist, stürzt es mit einem Busfehler ab. Sie müßten sich also einen Coprozessor einbauen lassen. Wir haben allerdings in unserer PD-Reihe (etwas langsamere) Apfelmännchen-Programme, die auch ohne Coprozessor laufen und allerlei Komfort bieten. So können Sie mit dem Programm FRACT_3D.PRG, das sich auf der PD-Disk 151 befindet, die Mandelbrotmenge perspektivisch "3D" darstellen. Auf der PD-Disk 168 finden Sie das Programm MANDEL_2.PRG, mit dem es möglich ist, das Bild in einer sehr hohen Auflösung auch auf dem Drucker auszugeben.

Accessories unter Signum

Ich programmiere zur Zeit ein Utility für Signum!, das jedoch unter Signum! aufrufbar sein müßte. Zunächst probierte ich eine Evnt_timer-Schleife aus, was jedoch aufgrund der Unzuverlässigkeit von evnt_timer zu einem negativen Ergebnis führte. Ein Aufruf über einen Interrupt scheidet durch die GEM-Einbindung des Utilities ebenfalls aus. Ich möchte Sie nun bitten, mir einen Weg zu beschreiben, wie ich 'testen' kann, ob das Accessory aufgerufen wurde. Es besteht von Signum! aus die Möglichkeit, Accessories über die Funktionstaste F6 aufzurufen. Kennen Sie eventuell die Arbeitsweise dieser Möglichkeit?

Red.: Wie Sie bereits richtig bemerkt haben, lassen sich Accessories unter Signum! mit F6 aufrufen. Grundbedingung dafür ist aber ein einzuhaltendes Protokoll zwischen dem Accessory und der Signum!-Schnittstelle (Application Systems vertreibt ja selbst auch Accessories für Signum!). Zu dieser Schnittstelle gibt es bei ASH eine Dokumentation, die aber nur nach eingehender Prüfung ausgehändigt wird. Dazu wird eine Beschreibung des Accessories (Funktionsweise, Sprache usw.) benötigt. Schicken Sie Ihre Anfrage direkt zu ASH nach Heidelberg; die Adresse finden Sie in praktisch jeder ST Computer im Anzeigenteil.

Eine nicht ganz so saubere aber tatsächlich funktionierende Methode (Das Programm SEARCH! funktioniert so!) besteht in der Benutzung eines Interrupts. Dieser ruft das Accessory allerdings nicht auf, sondern vermerkt nur, ob eine bestimmte Taste(nkombination) gedrückt worden ist. Das durch Evnt_timer gesteuerte Accessory "schaut" alle 10ms (oder länger) nach, ob das entsprechende Flag vom Interrupt gesetzt worden ist. War das der Fall, aktiviert sich das Accessory. Beachten Sie aber, daß Sie den Bildschirm retten müssen, da beispielsweise Signum! von der Aktion nichts 'weiß' und deshalb den Bildschirm nicht neu aufbaut.

Monochrom-Darstellung in Farbe

Ich habe eine Frage zur Bilddarstellung in der hochauflösenden Grafik auf dem Fernseher. Das Bild läuft sehr schnell durch, klar, denn er verträgt ja nur 60Hz, 71Hz mag er nicht! Aber irgendwo in der Speicherlandschaft des STs muß doch eine Adresse stehen, die den ST dazu veranlaßt, 71 Hz auszugeben. Kann ich den ST dazu bringen. 640x400 Pixel in 60Hz darzustellen? Wenn nicht, könnten Sie mir dann einen guten Monochrom-Emulator empfehlen? Ich würde gerne mal am 70cm Schirm arbeiten und nähme dabei auch die schlechtere Bildqualität in Kauf.

Red.: Leider muß ich Sie enttäuschen: Es gibt keine Adresse 'in der Speicherlandschaft des STs', mit der man die Frequenz der Monochrom-Auflösung ändern kann. Die Frequenz ist im Monochrom-Modus festgelegt, während man bei den Farbauflösungen zwischen 50Hz und 60Hz wählen kann. Die Adresse findet man an der Stelle $448 und heißt palmode: Bei Null sind 60HZ eingeschaltet, ein anderer Wert bedeutet 50Hz.

Wie Sie sicherlich in der Box 'Ein Wort in eigener Sache' gelesen haben, können wir Ihnen kein Programm empfehlen. Uns sind allerdings zu diesem Thema zwei Programme bekannt: Das eine ist von GFA Systemtechnik und wurde in der ST Computer 6/88 getestet (Seite l00ff.), das andere heißt Panda, und Sie können es in unserem Sonderdisk-Service für 15 DM beziehen. Ein Hinweis noch: Es wird sicherlich nie möglich sein, die monochrome Darstellung mit ihrer hohen Auflösung in einer niederen Auflösung darzustellen - Emulatoren reduzieren die Auflösung, indem sie sie umrechnen. Die Folge ist, daß Sie beispielsweise bei einem Zeichenprogramm nicht mehr alle Punkte erreichen!

Lehrer-Selbsthilfeverein ATARI ST

Ihre Feststellung, daß sich der ATARI im Bereich der Schulbildung 'nicht gerade leicht' tue, kann ich sicherlich bestätigen. Doch liegt meines Erachtens die Ursache hierfür nicht nur in den 'versteiften Ansichten verschiedener Kultusministerien', sondern auch an der mangelnden Bereitschaft der Firma ATARI, speziell den Schulen Unterstützung bieten, was etliche andere Computerfirmen doch recht intensiv tun. Daß es viele Lehrerkollegen gibt, die von der Leistungsfähigkeit des ATARI STs überzeugt sind, und daß der ST sehr wohl als 'Schulcomputer' geeignet ist, möchte ich an einem Beispiel belegen: Von den 12 Hauptschulen der Schulaufsichtsbezirke Neustadt/ Weinstr. und Bad Dürkheim sind zur Zeit sechs Hauptschulen mit zusammen über 60 STs ausgestattet. In der ST-Computer 10/89 berichten Sie von einem SELBSTHILFEVEREIN VON LEHRERN zwecks Informationsaustausches über Hard- und Software im Schulbereich. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir die Kontaktadresse mitteilen könnten. Noch eine Anregung meinerseits: Es wäre sicherlich zum Vorteil der Schüler und Schulen, wenn Sie in Ihre vorbildliche PD-Sammlung mehr Schul- und Lern-Software aufnehmen würden.

Red.: Leider können wir Ihnen die Adresse des Selbsthilfevereins nicht mitteilen, da wir sie nicht besitzen. Wir haben diesen Selbsthilfeverein auf der Messe beobachtet, konnten nun aber im nachhinein die Adresse leider nicht mehr ermitteln. Deshalb bitte ich diesen Verein, sich bei uns zu melden, damit wir die Adresse veröffentlichen können. Ihre Anschrift haben wir etwas ausführlicher als allgemeinen üblich abgedruckt, damit sich dieser Verein oder andere Kollegen direkt an Sie wenden können. Des weiteren möchte ich noch mal unseren PD-Service ansprechen, den Sie selbst bereits erwähnt haben. Wir sind ständig bemüht, gute Lern- und Schul-Software in unsere Palette aufzunehmen. Lern-Software für Kinder sowie Programme für beispielsweise Mathematik und Chemie sind bereits vorhanden. In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch auf einen komfortablen Rechen-Trainer hinweisen, der diesem Monat als Sonderdisk erschienen ist. Zum Schluß hier noch einmal der Aufruf an alle Programmierer, uns ihre Schul- und Lern-Software zu schicken. Wir sind ebenfalls an Schulgruppen interessiert, die im Unterricht ausgefallene Dinge mit Ihrem ST gemacht haben.



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