Editorial: Gullivers Reisen

Die Geschichte von Jonathan Swift konnte einem während der letzten CeBIT durch den Kopf gehen, wenn man aufmerksam durch die Gänge der Messehallen gegangen ist. Die Miniaturisierung der Computer und deren Zubehör schreitet unaufhaltsam weiter. Man kommt sich wie ein Riese vor, wenn man ein Fax-Modem in Größe einer Zigarettenschachtel in den Händen hält und dabei an sein eigenes Fax-Gerät im Büro denkt. Waren vor ein paar Jahren die Laptops als vollwertige, portable Rechner die Sensation in der Computerwelt, sind es heute die Notebooks, die bequem in die Aktentasche passen und noch zusätzliche Module wie z.B. zur Datenübertragung aufnehmen können. Und werden bei einer Geschäftsreise z.B. einmal wichtige Unterlagen sofort Schwarz auf W eiß benötigt, helfen einem hier natürlich Miniaturdrucker im DIN A4-Format. Durch eine immer fort währende Optimierung von Chips und anderer Bauteile werden die Geräte kleiner und dennoch leistungsfähiger. Wie erste Geräte beweisen, wird sogar die handschriftliche Eingabe auf dem Bildschirm durch neue Logik möglich. Schrifterkennung im Westentaschenformat. Das alles zeigt, daß der Weg zur Multimedia-Maschine beschritten worden ist, in der (Bild-)Telefon, Fax, Fernseher, Videorecorder, Anrufbeantworter, kurz sämtliche "Kommunikation" integriert sein wird. In ein paar Jahren könnte das alles in jedem Haushalt stehen.

Und im Endeffekt zeigt sich, daß wir immer abhängiger von diesen kleinen Miniatur-Rechnern werden, die uns ja nicht nur in Form von Multimedia-Maschinen oder unseres Atari begegnen, sondern eventuell auch im Toaster am Frühstückstisch (damit auch alles schön gleichmäßig braun wird). Sie fesseln uns wie einst die kleinen Leute den Gulliver in Jonathan Swifts Geschichte.
Harald Egel



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