Leserbriefe

Keine Kopien möglich?

Liebe Redaktion, beim Kopierversuch der PD-Programmdiskette 480 zeigt mir mein ATARI immer die Meldung „Disketten haben nicht das gleiche Format“ an, egal, ob ich einseitig oder zweiseitig formatierte Disketten benutze. Für einen Tip wäre ich dankbar.

Bettina H., W-2942 Jever 4

Red.: Aus Platzgründen müssen einige unserer PD-Disketten hochformatiert werden. Eine solche Diskette hat statt neun zehn Sektoren pro Spur. Dadurch entstehen fast 100KB mehr Speicherplatz auf einer Diskette. Dieses Verfahren ist recht zuverlässig, hat jedoch den Nachteil, daß sich solche Disketten nicht mehr mit dem Desktop kopieren lassen. Abhilfe kann man durch eines der vielen PD-Kopierprogramme schaffen, die sich auf dem Markt befinden. Erwähnt sei hier nur das bekannte FCOPY 3.0 (ST-PD Nr.300). Dieses Programm ist in der Lage, auch hochformatierte Disketten anstandslos zu kopieren.

Parallel-Port DOS-kompatibel?

Aus beruflichen Gründen habe ich meinen ATARI 1040ST mit einem MS-DOS-Emulator nachrüsten lassen (AT-SPEED). Der Versuch, die Programmiersprache GW-BASIC unter MS-DOS aufzurufen, scheiterte, obwohl ich den Kopierschutz-Schlüssel wie vorgeschrieben in den Parallel-Port eingesteckt hatte. Offensichtlich ist dieser Port beim ATARI anders beschaffen als bei einem PC. Gibt es hierfür Abhilfe?

V.Hennig, W-5210 Troisdorf,/Sieglar

Red.: Normalerweise ist ein Parallel-Port für den Anschluß eines Druckers bestimmt. Daher ist eigentlich nur Datenfluß in einer Richtung notwendig, und zwar vom Computer zum Drucker. Nichtsdestotrotz besteht sowohl beim PC als auch beim ATARI die Möglichkeit, den Parallel-Port auf Datenempfang zu programmieren, wie es für diesen Kopierschutzstecker wohl notwendig ist. Vom Betriebssystem wird dies allerdings offiziell nicht unterstützt, so daß hier nur direkte Hardware-Programmierung weiterhilft. Da im PC aber ganz andere Hardware-Bausteine für den Drucker Port zuständig sind als im ATARI, kann der Emulator dies nicht ohne weiteres umsetzen. Eine Lösung dieses Problems besteht eigentlich nur darin, keine kopiergeschützte Software auf dem MS-DOS-Emulator zu verwenden, auch wenn Ihnen das im Moment nicht weiterhilft. Allgemein kann man sagen, daß der Trend weg von aufwendigen Kopierschutzverfahren geht. Man stelle sich nur vor, man müßte bei jedem Programmstart zunächst das Kopierschutzsystem austauschen. Anwenderfeindlicher geht es kaum. Glücklicherweise sehen das auch mittlerweile viele Software-Häuser ein und verzichten auf Hardware-Kopierschutzmaßnahmen.

Und nochmal: GDOS

Aufgrund des Leserbriefes in ST COMPUTER 2/92, Seite 167, möchte ich gerne auf folgendes hinweisen: Es gibt eine PD-Version von GDOS unter dem Namen AMCGDOS (Version 4.0). Man bekommt sie von guten Freunden, vom Programm GEMINI oder per DFÜ im INTERNET, allerdings ohne irgendwelche Dokumentation. Im INTERNET liegt eine englische Doku „What you ever wanted to know about GDOS“, geschrieben von Douglas N. Wheeler, aus dem Jahre 1988.

C. Krasel W-7400 Tübingen

Wo gibt’s TOS 2.06?

Ich will mir das neue TOS 2.06 kaufen und habe dies bezüglich einige Fragen. Meine erste Frage, ob ich für meinen 1040 STE ebenfalls die TOS Extension Card brauche, obwohl dieser schon ROMs mit 256 KB besitzt, wurde schon in der letzten Ausgabe beantwortet. Dort wird beschrieben, daß ATARI die neuen ROM-Chips verkauft. Ich hätte nun die Bitte, daß sie mir die genaue Adresse mitteilen. an die ich mich zu wenden habe. Außerdem würde ich gerne wissen, ob ich beim Einbau der ROMs und beim Starten des neuen TOS etwas beachten muß, oder ob ich nur die Chips auszutauschen brauche und sofort wie bisher Weiterarbeiten kann.

Railco N., O-2339 Dranske

Red.: Die ROMs des TOS 2.06 können Sie leider nicht direkt bei ATARI bestellen. Wenden Sie sich dazu an den nächstgelegenen ATARI-Fachhändler. In Ihrer Nähe befindet sich:

Büro & Technik GmbH
Fährwall 3
O-2300 Stralsund

Beim Einbau müssen Sie leider Ihren 1040STE unter Verlust der Garantie öffnen. Anschließend brauchen lediglich die Chips getauscht zu werden. Danach ist ein ganz normales Arbeiten möglich. Wenn Sie den Garantieverlust nicht riskieren wollen, können Sie den Umbau auch von dem Fachhändler durchführen lassen.

1040STF an Stereoanlage

Ich habe, um mir endlich einmal meine PD-Sounddemos in bestmöglicher Qualität anhören zu können, meinem 1040 STK eine Cinch-Ausgangsbuchse eingepflanzt, welche über ein Verteiler an den Cinch-AUX-Eingang meiner Stereo-Anlage angeschlossen ist. Das Tonsignal entnahm ich dabei an Pin 1 der benachbarten Monitorbuchse, die Masseleitung der Platine. Meine Frage ist nun, ob der Betrieb einer solchen Schaltung irgendwelche Probleme beherbergt, die dem Rechner bzw. der Stereoanlage Schaden zufügen können?

H. Struppek, 1000 Berlin 51

Red.: Im allgemeinen sollte eine solche Schaltung keine Probleme verursachen, sofern Sie den hochomigen Tape/Tuner/AUX-Eingang des HIFI-Verstärkers benutzen. Der Eingang für den Plattenspieler (nicht CD-Player) verfügt über eine separate Entzerrer/Vorverstärkerstufe, die beim Signal des Computers übersteuern würde. Diesen Eingang sollten Sie also besser nicht benutzen.

Bei einigen älteren Verstärkermodellen kann der Y-Verteiler (Mono-Stereo-Adapter) dazu führen, daß auch die Eingänge anderer HIFI-Geräte auf Mono geschaltet werden. Dies sollten Sie ausprobieren. Abhilfe schafft hier nur, den Y-Adapter bei Benutzung der anderen Geräte abzuziehen.

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Computer-Zeitung über Satellit

Zwei Fragen habe ich an Sie:

  1. Was hat es mit der Computer-Zeitung über Satellit im Programm PRO 7 auf sich?
  2. Wie läßt sich mit OMIKRON.BASIC bei niedriger Auflösung die Monitor-Taktfrequenz von 50 auf 60 Hz umschalten? Mein Computer ist ein ATARI 1040 STE.

G. Bock, O-2061 Klocksin

Red.: Zu 1: Der Sender PRO-7 im überträgt 24Stunden am Tag digitale Daten über das sogenannte Video-DAT-System. Hierbei werden einige Zeilen am oberenden Rand des Fernsehbildes, die im Normalfall nicht zu sehen sind, dazu benutzt, um die digitalen Informationen codiert zu übertragen. Mit einem Video-DAT-Decoder lassen sich diese Daten per serieller Schnittstelle dem Computer zuführen. Mittlerweile gibt es schon eine Menge Anbieter, die diesen Service benutzen, um Informationen in die Haushalte zu übertragen. In der Ausgabe 2/91 Seite 52 der ST-Computer haben wir ausführlicher darüber berichtet. Falls Ihnen diese Ausgabe fehlt, können Sie sie beim Heim-Verlag/Darmstadt nachbestellen.

Zu 2: Die Umschaltung von 50- auf 60-Hz wird über Bit 0 des Hardware-Registers sync_mode {% FFFF820A) umgeschaltet. In OMIKRON.-BASIC geschieht das mit:

POKE $FFF820A,0 bzw.
POKE SFFF820A,2

Allerdings funktioniert dies nur auf STs (nicht TTs!). Man sollte also Abstand davon nehmen, dies in eigenen Programmen zu verwenden, ohne vorher getestet zu haben, auf welcher Maschine das Programm läuft.

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Hardwarehandshake

Ich habe ein ST-Problem (RS-232), worüber Sie meines Wissens bereits vor einigen Jahren berichtet haben. Ich verwende meinen ST bereits seit Jahren mit Erfolg zum Schaltplan zeichnen mit CAMPUS. Die Ausgabe erfolgt über die Centronics-Schnittstelle auf einen A4-24-Nadel-Drucker. Das klappt auch prima. Um aber größere und schönere Zeichnungen erstellen zu können, kaufte ich kürzlich einen A3/A4-8-Stift-Plotter (ARITMA 100% HPGL-kompatibel über RS-232). Obwohl CAMPUS einen HPGL-Treiber beinhaltet, bekomme ich nur bei 300 Baud - und das nur mit Mühe - einen halbwegs anständigen Plot und die ERROR-Lampe des Plotters brennt. Bei 9600 Baud malt er nur wilde Striche. Im Data-Becker-ST-Buch las ich nach, daß beim 1040 ST die serielle Schnittstelle einen Fehler hat. Das angeschlossene Gerät muß „zurückklappern“, aber die meisten Plotter und Drucker tun dies nicht. Natürlich wurde weder gesagt, auf welcher Leitung oder mit welchem Signal, noch wie man diesen Fehler beseitigen kann.

P. Modrow. 7800 Freiburg

Red.: Ihrer Beschreibung nach liegt der Fehler tatsächlich an der seriellen Schnittstelle. Da ein Plotter die anfallenden Daten niemals so schnell zu Papier bringen kann, wie sie übertragen werden (selbst bei 300 Baud) muß zwischen Drucker und Computer ein Hardwarehandshaking stattfinden. Dazu existieren an der seriellen Schnittstelle zwei extra Leitungen (RTS/CTS). Über diese Leitungen teilt der Drucker dem Computer mit, daß der Datenfluß zeitweise angehalten werden muß. bis er genügend Daten ausgeplottet hat um neue entgegenzunehmen. Auf der Hardware-Seite gibt es diesbezüglich bei ATARI-Computern eigentlich keine Probleme. Schwierigkeiten macht hier das Betriebssystem. Selbst im neuen TOS 2.06 (bzw. 3.06) ist noch ein kleiner Fehler vorhanden. Es gibt aber Hilfsprogramme, mit denen man auch ältere TOS-Versionen zum korrekten Arbeiten mit der RS-232-Schnittstelle bewegen kann. Zu nennen wäre hier der RS-232-Enhancer von Michael Bernards. Dieses Programm ist Public-Domain und liegt beispielsweise dem Shareware-Terminalprogramm Rufus bei. Es behebt den Fehler und läuft unter allen TOS-Versionen.



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