MagicView - Magische Bilderwelt

35 Überblendeffekte für die Präsentationsfunktion

Bildbearbeitungsprogramme gibt es schon genügend, MagicView legt Wert auf darauf, ein Bildverarbeitungsprogramm zu sein. Was soll man denn darunter verstehen? Im Grund möchte MagicView Professional V:1.3 (so der volle Name) nur fertige Bilder in den Formaten PIC (Screen 32 KByte), PI3 (Degas mono), PAC (STAD), CPG (Printing Press) oder IMG (GKM-Image, 640 * 400) verarbeiten. An irgendwelche Manipulationsmöglichkeiten, wie das Mal- und Retoucheprogramme bieten, ist dabei nicht gedacht.

Vielmehr ist der Hauptdaseinszweck das Zusammenstellen sogenannter "Slide-Shows“, also ein Bilderabrollen z.B. für eine Messepräsentation. Dabei ist das Darstellungsformat auf die hohe ST-Auflösung (640 * 400 Bildpunkte) beschränkt. Ein kleines Zusatzprogramm namens „MagicShow“ läßt mittlerweile auch die niedere ST-Auflösung zu.

Die Dateien holt sich MagicView immer von einem logischen Medium, also von einer Diskette oder einer Festplattenpartition. Im letzteren Fall kann man wählen. ob alle Partitionen oder nur eine nach Bildern durchsucht werden sollen. Nur wenn man eine Partition auswählt, gibt es die zusätzliche Abfrage, ob vielleicht nur ein Verzeichnis die Bilder beherbergt.

MagicView greift die Bilder auch immer in ihrer physikalischen Reihenfolge ab, d.h. das Bild, welches zuerst auf das Medium gespeichert wurde, wird auch als erstes in der Slide-Show angezeigt. Eine individuelle Reihenfolge, vielleicht auch mit Wiederholungen, gibt es leider nicht.

Showtime

Die Anzahl von 35 Überblendeffekte (s. Bild 1) kann sich sehen lassen. Das scheint mir auch die Stärke dieses Programms zu sein. Beim kurzen Test aller Effekte kamen mir einige denn doch gähnend lang vor - vielleicht könnte man eine Zeitbeschränkung oder Geschwindigkeitsvorgaben für die Effekte einbauen? Leider gibt es keine Möglichkeit, einen langwierigen Überblender per Tastendruck abzubrechen oder abzukürzen.

In einer Parameterbox kann man neben dem relevanten Laufwerk auch die Dateierweiterungen aussuchen sowie die Pausenzeiten zwischen den Bildwechseln (natürlich nur für den automatischen Bildwechsel interessant).

Beiwerk

Neben dem Laden von Bilddateien gibt es noch die Möglichkeit, diese in einem anderen Format wieder abzuspeichern. Insofern ist MagicView auch ein Grafik-Konverter. Auch Optionen zum Ausdruck (1:1, 8 Stück verkleinert, gedreht) gibt es. Weitere Utilities sind eine Formatierfunktion und die Abfrage nach dem Füllgrad eines Speichermediums. Ursprünglich als PD, später als Shareware und nun als Kommerzprodukt, hat sich MagicView ganz gut gemausert. Dennoch hat es noch einen gewissen Weg vor sich, bis es als „runde Sache“ betrachtet werden kann. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß die Formatier- und Partitionsinfo-Utilities hier fehl am Platz sind. Vielmehr hätte sich der Programmierer um ein paar mehr einlesbare Grafikformate kümmern sollen (was er vielleicht noch tun wird?). Platz für weitere Funktionen ist ja auch noch reichlich, wenn nicht in der Parameterbox, so doch in den etwas unterrepräsentierten Menüpunkten.

Das Handbuch mit seinen 19 Seiten hat einen erstaunlich hohen Bilderdurchsatz und reicht in Umfang und Sprachstil völlig zum Verständnis des Programms aus. MagicView Professional kostet in der Version 1.3 129,- DM. Übrigens: Ein Upgrade von älteren Versionen kostet 100.-DM, wobei alle bisher geleisteten Registriergebühren verrechnet werden.

Leider kenne ich nun schon die Version 1.0, die noch 65,- DM kostete, und muß bemerken, daß die starke Überarbeitung von V1.0 nach V1.3 und das neue Zusatzprogramm für ST-niedrige Auflösung zwar einen höheren Preis rechtfertigen, nicht aber eine Verdoppelung desselben. Auf dem Weg zu einem kompletten („runden“) Kommerzprodukt sind wohl noch ein paar kleine Korrekturen nötig (vielleicht wären Großbildschirmfähigkeit und größere Dateiformate machbar), vor allem aber eine große im Preis.

DK

Bezugsquelle:

Delta Labs Software Bernhard Artz Rembrandtstraße 1 W-5600 Wuppertal 11



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