Sylvies Tratschecke

Business Class

Man kann es kaum glauben, aber in Deutschland sind TTs eingetroffen. Deren Stückzahl ist kaum nennenswert, aber die Art und Weise des Transports ist mal wieder kaum zu beschreiben - mit 'nem Flugzeug sind sie angekommen. „The Life West is under your seat..."

... ein Schiff wird kommen ...

Der Rest der angekündigten TTs kommt wie jedes Jahr mit einem Schiff. Die Geschichte vom Bananendampfer, der auf dem Weg nach Rotterdam ist, wiederholt sich immer vor Weihnachten. Es handelt sich gewissermaßen um eine alte Tradition, ähnlich wie das „Dinner for one" an Neujahr. Man munkelt, es handle sich um eine Galeere; die Ruderer seien ehemalige ATARI-Mitarbeiter, die von Irma mit einem 48er-Schlag angetrieben würden („... Leinen los ... Leinen sind los!").

Hansen & Kumpane, Reklame

Die Firma Shift hat zum 31.10.93 ihre Geschäftsaufgabe gemeldet. Hauptgrund waren die Probleme mit den Lizenzvereinbarung die Langenscheidt & Cypress betraf. Heino Hansen wird uns aber weiterhin in der ATARI-Szene erhalten bleiben. Seit 1.11.93 arbeitet er für die Firma TKR. Elmar Sonnenschein wird sich nun wieder seinem Studium widmen.

CeBIT '94

Laut Auskunft der CeBIT-Messegesellschaft wird die Schwalbacher ATARI GmbH nicht an der CeBIT' 94 teilnehmen. Die Standfläche wird von Commodore übernommen. Eine Nachfrage bei ATARI ergab, daß sich das amerikanische Mutterhaus um eine CeBIT-Anmeldung kümmere und bei ATARI Deutschland noch nichts von einer Absage bekannt ist.

Apropos CeBIT: Martin Wielebinski erzählte im Mausnetz eine schöne Anekdote, die er auf der CeBIT '92 erlebt hat:

... in memoriam ... CeBIT 1992, dritter Tag, ATARI-Stand. Beim Mittagessen hatte der Koch die beiden Tiefschläge der Tage davor noch locker überboten. Die sogenannten Bullerten in Form einer Grapefruit und mit der Farbe eines abgetretenen Fußballs wirkten beim Standpersonal wie ein Bremsklotz im Magen. Selbst peinigender Hunger war nach dem ersten Bissen schlagartig kuriert. Mehr oder minder lauthals lästernd stocherten 15 Personen in dem nur 6 qm großen Zimmer in ihrem Essen. Bis die Tür sich öffnete und Dr. Hans Riedl [1] eintrat. Das Murren verstummte. Dr. Hans Riedl schaute sich etwas verwundert um. 15 Augenpaare sahen zu, wie die Bulette mit dumpfem Ton auf seinem Teller aufschlug. Einer, der bereits aufgeben hatte, räumte seinen Stuhl und bot ihn Dr. Riedl an. Die seltsame Stille ignorierend setzte sich Dr. Riedl und begann ein Stück aus dem unförmigen Fleischklops herauszusäbeln. Unter vollständiger Beobachtung schob er es sich das Stück in den Mund und kaute und kaute und kaute. Sein Mienenspiel verriet rein gar nichts. Schließlich legte er Messer und Gabel neben den Teller und schaute noch einmal kritisch in die Runde. Dann sagte er trocken und ganz beiläufig, „Naja, ich habe schon schlechter gekocht und es trotzdem gegessen!"

Ich bin froh, daß ich bei diesem Essen nicht dabei war. Es hätte jeden von uns erwischen können.

Abmahnungen ... Vorsicht, Falle!

Seit jeher lassen sich zwei Sorten Juristen unterscheiden: erfolgreiche und weniger erfolgreiche; auch die weniger erfolgreichen nagen nicht am Hungertuch. Warum? Sie betreiben ein lukratives Geschäft mit der Versendung sogenannter Abmahnungen. Was hat man sich darunter vorzustellen? Mit einer Abmahnung macht jemand einen anderen darauf aufmerksam, daß dieser einen Wettbewerbsverstoß begangen hat. Wettbewerbs widriges Verhalten ist eine besondere Spielart der Schwerkriminalität. Einen Verstoß gegen geltendes Wettbewerbsrecht begeht etwa ein Händler, der es wagt, die Größe eines von ihm angebotenen Monitors statt mit branchenüblichen „0,43181 m" in exotischen „17 Zoll" anzugeben. Glücklicherweise gebieten obengenannte Juristen solch verabscheuungswürdigem Treiben Einhalt, eben mittels der Versendung von Abmahnungen. Dafür dürfen sie, das hat der Bundesgerichtshof nachdrücklich festgestellt, vom Abgemahnten eine saftige Gebühr fordern. Begründung: Schickt man jemandem eine Abmahnung, tut man ihm ja eigentlich einen Gefallen, denn man bewahrt ihn vor einem teuren Prozeß. „Geschäftsführung ohne Auftrag" nennen die Juristen das. Was folgtaus alledemfüruns einfache Computerbenutzer? Solange uns die weniger-erfolgreichen Juristen auch in Zukunft vor wettbewerbswidrigen Zollgrößen und ähnlichem Unbill schützen, können wir ruhiger schlafen. Ich jedenfalls schiebe jetzt noch eine „13,335-cm-Diskette" in das große Laufwerk an meinem Rechner und verabschiede mich bis zum nächstenmal...

Gruß und Kuß...

[1] Doktor der Physik (Festkörper)



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