
![]() Programme zur Verwaltung zum Lernen oder Nachschlagen von Vokabeln erfreuen in unterschiedlicher Güte auch die Besitzer von ATARI-Rechnern. Ihre Zahl geht wahrscheinlich in die Hunderte - schließlich stellte diese Programmgattung schon immer eines der besten Argumente dar, sture Eltern von der pädagogischen Unverzichtbarkeit eines Computers zu überzeugen. Die wenigsten dieser Programme sind jedoch dazu geeignet, dem ÜberDsetzenden schnell und komfortabel beim Verfassen eines fremdsprachigen Schriftstückes auf die Sprünge zu helfen. Während des Übersetzens wird der Schreibfluß beispielsweise oft dadurch gestört, daß dem Schreibenden just diese eine Vokabel, die er nun so dringend braucht, nicht mehr einfallen will. Üblicherweise muß er nun die Textverarbeitung verlassen und die Vokabeldatenbank starten, sofern diese nicht multitaskingtauglich ist - oder zum altbewährten Lexikon greifen. In jedem Fall sind Aktionen erforderlich, die dem Schreiberling nicht nur lästig fallen mögen, sondern ihn in seinem Rhythmus erheblich stören können. Nicht so bei "Locate It" vom Kasseler Software-Haus Trifolium. Während der Programmentwicklung wurde offensichtlich großer Wert auf eine schnelle Bedienbarkeit gelegt. Locate It ist sowohl als Programm zum Multitasking-Betrieb als auch als Accessory beim Singletasking lauffähig. Das Programm wird mit einem Grundwörterbuch freier Wahl ausgeliefert. Zur Verfügung stehen Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch sowie fachterminologische Lexika. Der Wortschatz dieser Grundwörterbücher ist begrenzt, und sprachlich versierte Anwender mit einem Hang zu ausgereiften Formulierungen können leicht an deren Grenzen gelangen. Stellt man an die Übersetzungshilfe höhere Anforderungen, stehen optionale Aufbauwörterbücher zur Verfügung, deren Wortschatz das dreifache Volumen umfaßt. Der Programmaufruf
Das Utility läßt sich auf zwei Arten aufrufen: Einerseits bietet sich das Benutzen des GEM-Clipboards an, d.h., der
Anwender oder die Anwender in markiert das zu übersetzende Wort per Doppelklick in seiner/ihrer Textverarbeitung,
drückt "Control-C", ruft Locate It auf und gibt schließlich "Control-V" ein. Locate It beginnt nun sofort mit der Suche
nach der gewünschten Übersetzung und zeigt dann im Hauptfenster die eventuell gefundenen Übersetzungen und die
in der alphabetischen Sortierung nächstliegenden Vokabeln an. Um auf diese Weise mit Locate It zu übersetzen, muß
der Hauptdialog allerdings geöffnet sein. Der zum Aufruf des Dialoges nötige Aufwand und der Verbrauch an
Bildschirmfläche läßt sich durch ein Anklicken des Fullers oder durch Betätigen der "Undo"-Taste minimieren, da
Locate It dann den Dialog schließt und lediglich eine Fenstertitelzeile auf dem Bildschirm verbleibt. Ein
Wiederholendes Vorganges öffnet sogleich erneut den Hauptdialog. Der Hauptdialog
Im Hauptdialog finden sich vier für die Übersetzungsarbeit wesentliche Elemente: Im "Gesucht"-Feld gibt der Anwender die Vokabel ein, deren Übersetzung er von Locate It suchen lassen möchte. Drückt er nach der Eingabe dieser Suchvokabel "Retum", so beginnt Locate It unverzüglich mit der Suche und springt in der Liste an die erste Stelle, die dem Suchmuster entspricht. Wurde nur ein unvollständiges Suchwort angegeben, dann kann mit Hilfe der Cursor-Tasten in der Liste gescrollt werden, bis hoffentlich die gesuchte Vokabel gefunden ist. Die aktuelle Auswahl wird investiert und zusätzlich im "Gesucht"-Feld dargestellt. Mittels des Clipboard-Icons läßt sich entweder ein Suchbegriff aus dem Clipboard zur Suche übernehmen oder das Ergebnis einer Suche in dasselbe einfügen; es stehen aber auch die dieser Aktion entsprechenden Kürzel"AV" bzw. "AC" zur Verfügung. Die Tabulatortaste läßt ein Formular erscheinen, das die der aktuellen Selektion entsprechenden Übersetzungsvorschläge vollständig anzeigt, da aus Platzgründen in der Liste oft nur ein Teil der Vorschläge sichtbar ist. Der "Einstellungen"
oder Konfigurationsdialog ![]() Der "Einstellungen"-Dialog Hier können einerseits die zum Aufruf von Locate It nötige Hotkey-Tastenkombination eingestellt und verschiedene
Einstellungen vorgenommen werden - wer hätte das wohl gedacht?! Der Autolocator bewirkt bei einer Suche im
Hauptdialog schon während der Eingabe des Suchbegriffes ein ständiges, begleitendes Suchen in der Liste. Je mehr
Buchstaben des gewünschten Suchbegriffes eingegeben wurden, desto wahrscheinlicher wird es, daß der Suchbegriff
in der Liste selektiert erscheint, ohne daß der Begriff vollständig ausgeschrieben werden mußte.
Mit einem weiteren Button kann vorgegeben werden, ob die Vokabeldatei ständig im Speicher gehalten werden soll
oder ob bei Bedarf ein Massenspeicherzugriff erfolgt. Quo vadis, Locate?
Für welchen Anwenderkreis mag Locate It nun geeignet sein und vor allem, wo liegen die Schwächen des Programmes? Die Bedienerführung des Programmes ist wohldurchdacht und geeignet, dem Schreibenden als schnelle Übersetzungshilfe zu dienen. Leider wird dieser gute Eindruck durch einige wesentliche Schwächen getrübt: Die Übersetzungsvorschläge erscheinen nicht nach lexikalischen Kriterien klassifiziert, d.h., zu den Einträgen werden keine Erläuterungen zur grammatischen Funktion (von kollokatorischen Angaben einmal abgesehen) gegeben. Bei unregelmäßigen Verben oder außergewöhnlichen Pluralen würde sich ein in der Fremdsprache noch unsicherer Anwender der Grundwörterbücher sicherlich ein wenig mehr Unterstützung wünschen, da er in dieser Form nach wie vor auf den Gebrauch eines Lexikons angewiesen ist. Man kann sicherlich nicht davon ausgehen, ein Schriftstück - und sei es noch so einfach - komplett in den Grundformen der Verben und Substantive verfassen zu können. ![]() Das TAB-Formular zeigt sämtliche Übersetzungsvorschläge an. Ein einfaches Beispiel
Der Englischanfänger stolpert über die "past tense"-Form von "fight", also "fought". Leider muß er nun feststellen,
daß Locate It ihm nicht weiterhelfen kann, da das englische Grundwörterbuch ausschließlich den Infinitiv eines
Verbes beherrscht. Auch die Suche nach dem passenden Infinitiv in der Liste des Hauptdialoges dürfte in diesem
Beispiel dem Nachschlagen im Wörterbuch unterlegen sein. Dirk Michel Bezugsquelle: Preise: Positiv: Bedienungskonzept Negativ: starre Suchmuster/keine Ähnlichkeitssuche |