ATARI-Emulation für Spiele-Freaks: Winston

Die Reihe der ATARI-Emulatoren scheint kein Ende zu nehmen. Kaum berichteten wir in der vergangenen Ausgabe über TOSBox, schon ist wieder ein neuer Vertreter auf dem Sektor der frei erhältlichen Emulatoren verfügbar.

Aber um es vorwegzunehmen: Auch WinSTon versteht sich als ein reiner Spiele-Emulator für alle diejenigen Programme, die ein TOS 1.0 voraussetzen. Das impliziert auch, dass derzeit nur die drei ATARI- Standard-Auflösungen funktionieren.

Der Programmstart ist recht einfach. Das Programm belegt nur knapp 600 KB und benötigt außerdem ein TOS 1.0-Image, das man sich entweder selbst erstellen muss, indem man das TOS seines Uralt-ATARIs ausliest, oder einfach mal im Internet herumsucht (was allerdings nicht so ganz rechtens ist). Nun muss das TOS nur noch in TOS100.img umbenannt und in den WinSTon-Ordner kopiert werden. Schon nach dem ersten Start geht ein kleines und niedliches Fenster auf, in dem ein 320x200 großer ATARI-Desktop im 16-Farben-Modus erscheint.

Sämtliche Operationen erfolgen etwas langsam.

Einen Zugriff auf die Festplatte hat man lediglich auf ein Laufwerk C, zumal eine Erkennung weitere Laufwerke in dem TOS nicht standardmäßig vorgesehen ist. Dieses Laufwerk C kann aber jedes beliebige Verzeichnis innerhalb von Windows sein. Auch kann man nicht direkt auf das Diskettenlaufwerk zugreifen.

Der Weg zum ATARI-Programm erweist sich als ein wenig steinig. über die Taste F12 gelangt man wieder in den Windows-Modus und kann die Icons oberhalb des ATARI-Desktops anwählen. Dort stehen Knöpfe für ein Reset sowie für die Laufwerke zur Verfügung. über das Laufwerksfenster öffnet man einen Standard- Fileselector von Windows, über den man ein Diskimage als Diskettenlaufwerksinhalt angeben kann. Es bietet sich also an, die geliebten ATARI-Programme auf diesem Wege schnell nach Laufwerk C zu kopieren, wo man dann wiederum einen schnelleren Zugriff auf die Software hat.

Einstellungmöglichkeiten

Soweit zum Emulator, denn viel mehr ist nicht zu sagen. Im Einstellungsfenster kann man die Zielpfade für die Laufwerke eingeben, bestimmen, ob man einen Joystick angeschlossen hat (oder diesen über die Cursortasten emulieren möchte) sowie die Betriebsgeschwindigkeit und Auflösung anwählen. Ein weiteres Fenster für die Konfiguration der Com-Ports ist ebenfalls integriert, aber noch nicht in Betrieb.

Fazit

Wieder ein netter Emulator für echte Nostalgiker, aber nichts für den eingefleischten ATARI-Anwender. WinSTon richtet sich wohl eher an diejenigen, die mit ihrem ATARI stets nur gespielt haben und diesen schon vor Jahren aufgaben, aber noch in irgend einer Ecke eine Diskettensammlung von Klassikern besitzen, die sie sich in einer ruhigen Minute mal anschauen möchten. Sehr viele Programme laufen außerdem auch nicht, was aber an der sehr frühen Versionsnummer liegen wird. Für zukünftige Versionen hat sich der Programmierer aber eine Menge vorgenommen. Neben einer größeren Kompatibilität und dem Betrieb weiterer TOS-Versionen soll auch die RS-232-Schnittstelle für Multiplayer-Spiele (z. B. Populous oder Stunt Car Racer ... ) integriert werden. Letzerer Möglichkeit soll sogar noch eins draufgesetzt werden, denn der Programmautor strebt an, dass man solche Spiele zukünftig auch via Internet im Multiplayer-Mode spielen können soll. Das Programm bieten wir auch über unsere PD-Serie an. Ebenfalls auf dieser Diskette ist ein TOS-ROM-Copy-Programm zum Auslesen des Betriebssystems 1.0.

Ralf Schneider
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