Atari 2000

Thomas Raukamp hat sich auf dem Markt umgeschaut und liefert Übersichten und Entscheidungshilfen rund um das Atari-Computing am Anfang eines neuen Jahrzehnts.

Aari-Computing findet schon längst nicht mehr nur auf einer einzigen Plattform statt. Nicht überall, wo Apple drauf-steht, ist nur MacOS drin; nicht überall, wo PC draufsteht, ist nur Windows drin: Nicht selten findet sich unter der „Oberfläche" ein Atari. Hinzu kommen die derzeitig und zukünftig angebotenen kompatiblen Atari-Nachfolger. Die Auswahl ist also gar nicht so klein, wie mancher meint. Ist die Wahl aber auch, eine Qual?

Rechner

Wer von einer Atari-Welt zum letzten Mal zu dem Zeitpunkt gehört hat, als sich deren Mutterfirma aus Sunnyvale aus dem aktiven Computergeschäft zurückgezogen hat, mag auf die Frage, welche Atari-Plattform denn die beste ist, etwas erstaunt antworten: »Wieso? Es gibt doch gar keine neuen Rechner mehr!«. Das stimmt natürlich nur zum Teil: Während Atari vor knapp 8 Jahren mit dem Falcon sein letztes (Clanz-)Stück Computergeschichte ablieferte, teilte sich der Markt in der Folgezeit im Groben und Ganzen in zwei bedeutende Strömungen: Schon als klar war, dass Atari mit dem Falcon eher eine Maschine für Multimedia-Produzenten und -Konsumenten bzw. Freaks erschaffen wollte, machten sich die ersten Clone-Hersteller an die Arbeit, den leistungshungernden „Power-Usern" aus den Bereichen DTP und EBV einen TT-Nachfolger oder -Ersatz zu schaffen. Dem unsäglichen Versuch namens „Eagle" folgten schon bald die gelungenen Anläufe Medusa und (besonders) Hades. Vor zwei Jahren kam dann auch noch der Milan als erschwinglichere Alternative auf den Markt. Gleichzeitig wurden erste Gehversuche unternommen, das nie so richtig aus den Startlöchern gekommene MultiTOS durch ein kompatibles Betriebssystem zu ersetzen. Während N.AES heute als Vollendung dessen gilt, was Atari eigentlich mit einem multitaskingfähigen TOS geplant hatte, schielte MagiC schon bald nach seiner ersten Präsentation auf andere Plattformen, um ein „Leben nach Atari" zu ermöglichen. Da die irgendwie schon immer als etwas versnobter Verwandter angesehene Mac-Plattform Mitte der 90er Jahre auch für Normalverdiener einigermaßen erschwinglich wurde, schien diese aufgrund der ähnlichen 68k-Architektur als logische Ausweichmöglichkeit. Was lag also näher, als auch Atari-Programme auf dem Mac lauffähig zu machen? Das Ergebnis hieß MagiCMac und ist viel mehr als ein reiner Emulator: Es ist ein weitestgehend unabhängiges Atari-Betriebssystem, das parallel auch nativ für die „klassischen" Ataris weiterentwickelt wurde und so beide MagiC-Plattformen jedenfalls von der Leistungsfähigkeit des OS her auf demselben aktuellen Stand hält. Neben dem Atari und dem Mac gibt es aber noch eine weitere Plattform für heutiges Atari-Computing: den PC. Auch auf diese Plattform wurde MagiC mit Erfolg portiert. Daneben gab und gibt es allerdings noch eine weitaus größere Auswahl an kommerziellen und frei verfügbaren Emulatoren, die unter Windows die Arbeit mit TOS oder N.AES ermöglichen.

Atari und Kompatible

Der „aktuellste" Atari hat wie erwähnt mittlerweile schon einige Jährchen auf dem Buckel. Trotzdem erfreuen sich die klassischen Atari-Rechner aber unter Heimanwendern, im MIDI-Markt und im semiprofessionellen Bereich nach wie vor einer hohen Beliebtheit unter ihren Fans. Die Gründe hierfür sind vielfältig:

Oftmals entspringt die Favorisierung eines Atari gegenüber seinen leistungsmäßig weit überlegenen Konkurrenten aus dem Apple- und PC-Lager einfach einer grundsätzlichen Zufriedenheit mit seinen Möglichkeiten. Was ein PC erst Jahre später durch den (kostspieligen) Einsatz von High-End-Soundkarten zu leisten vermochte, meistert z. B. ein Atari Falcon im Audiobereich schon seit Anfang der 90er Jahre. Hochauflösende Grafikmodi z. B. für anspruchsvolle Layout-Arbeiten bietet ein Atari TT ebenso serienmäßig. Und selbst ein „simpler" 1040er oder ein Mega ST eignen sich noch hervorragend zum reinen Erfassen von Daten oder zum Schreiben der täglichen Korrespondenz. Im MIDI-Bereich werden auch die „Frühwerke" aus Sunnyvale gern als zuverlässige und nahezu unverwüstliche Sequencer für den Studio- und Bühneneinsatz eingesetzt.

Diese Situation mutet sicherlich etwas paradox an in einem Markt, der wie kein zweiter von dem Glauben und dem Streben nach Fortschritt bestimmt wird. Objektiv betrachtet offenbart sich allerdings nur eine Situation, die besonders im allmächtigen Wintel-Markt nur zu gern verschwiegen wird: Die eigentliche Revolution benutzerfreundlicher Systeme hat eigentlich schon vor mehr als 15 Jahren mit den ersten Macs, Ataris und Amigas im Consumerbereich stattgefunden - seitdem wurde zwar die zugrundeliegende Technik weiter verbessert, einen wirklichen Innovationssprung gab es aber streng genommen nicht mehr. Insofern ist es nur allzu logisch, dass die Produkte der direkt an dieser Revolution beteiligten Unternehmen und Visionäre auch heute noch gute Dienste leisten und für den Großteil der heute relevanten und für sie typischen Anwendungen durchaus genügen - und daran wird sich so bald auch nichts ändern. Innovation überlebt also verschiedene Phasen der Revolution und ermöglicht diese, Eklektizismus hingegen kann nur die Auswirkungen der eigentlichen Grundideen weiterführen und für sich selbst nutzen.

Ins Schwanken gerät diese Aussage natürlich, wenn es um besonders leistungshungrige Anwendungen geht, die bei der Konzeption der letzten Atari-Ma-schinen noch nicht in diesem Ausmaße absehbar waren. Dies trifft z. B. auf den Bereich Internet zu: Zwar ist es auch mit relativ einfach ausgestatteten Ataris möglich, nahezu alle Dienste des Internets zu nutzen, trotzdem führt das in diesem Bereich gewaltige Datenaufkommen auch beschleunigte Falcons und TTs an ihre Grenzen - auf die Darstellung einer umfangreichen JPEG-Grafik kann der Besitzer eines Atari schon etwas länger als ein Besitzer eines heutigen Mac oder PC warten; und gerade im Internet bedeutet Zeit auch in der Epoche von kostenfreien Providern und Call-By-Call-Diensten immer noch Geld. Auch ein 68030-Prozes-sor ist hier einfach besonders für den täglichen Einsatz etwas zu behäbig, und 040-Beschleuniger für den Falcon sind rar und erhöhen nicht gerade die Kompatibilität des Rechners. An diesem Punkt rächt sich im Nachhinein also das Bestreben von Atari, möglichst günstige Computer anzubieten: Die Erweiterbarkeit gerade im Hinblick auf die CPU ist nie zufriedenstellend gelöst worden. Hätte man dagegen die (kostspieligere) Methode gewählt, den Hauptprozessor z. B. des TT auf einer eigenen, auswechselbaren Platine unterzubringen, wie dies z. B. beim Amiga 3000/4000 der Fall ist, würden sich die originalen Atari-Geräte heute wohl noch auf einem ähnlich hohen Standard befinden wie gut ausgebaute Rechner des einstigen Hauptkonkurrenten (hier sind sogar G4-Boards angekündigt).

Genug die vergangenen Fehler beweint, denn es gibt auch positive Seiten: Während der Amiga durch seine patentierten und nur sehr schwer nachzubauenden Custom-Chips bisher noch nie mit einem wirklichen Clone bedacht wurde, taten sich Atari-Hardware-Entwickler in dieser Hinsicht schon immer etwas leichter. Zwar ist noch immer kein Atari-kompatibler Rechner mit PowerPC verfügbar, trotzdem gibt es mindestens zwei Geräte, die auch den Leistungshunger der oben genannten Anwendungen befriedigen können.

Der Hades

Der Hades ist der zweite Atari-kompatible Rechner aus dem Hause Medusa Computer Systems und der Nachfolger der Medusa 040/060. Er ist in zwei Varianten erhältlich: Der Hades 040 besitzt als Herz einen 68040-Hauptprozessor von Motorola, der mit 32 Mhz getaktet wird. Der Hades 060 besitzt eine 060-CPU und wird mit 60 Mhz getaktet. Bis zum Erscheinen des Milan II und des Phenix stellt der Hades in der zuletzt genannten Ausbaustufe also immer noch den schnellsten erhältliche „reinen" Atari-Rechner dar.

Ähnlich wie der Milan ist auch der Hades offen für Erweiterungen aus dem PC-Bereich: Er verfügt über 4 PCI- und 4-ISA-Slots. Im Gegensatz zum Milan ist er jedoch bereits serienmäßig mit einem zum Atari TT bzw. MegaSTE kompatiblen VME-Steckplatz ausgerüstet. Musiker werden sich ausserdem über die MIDI-Schnittstellen freuen. Massenspeicher lassen sich entweder über die ebenfalls serienmäßig integrierten SCSI- oder EIDE-Schnittstellen anschließen. Der interne Speicher ist mit handelsüblichen PS/2- bzw. EDO-Modulen auf bis zu 1 GB erweiterbar.

Besonders professionelle Anwender legen Wert auf eine gute Grafikdarstellung. Der Hades wird standardmäßig mit einer etwas in Jahre gekommenen Grafikkarte mit Trio-S3-Chipsatz geliefert. Optional bietet der deutsche Distributor ag Computertechnik jedoch die moderne PCI-Karte ATI Rage pro 3D an, die höchstwahrscheinlich auch vom Milan II genutzt werden wird. Diese bietet Auflösungen von bis zu 1600 x 1200 Pixeln bei einer Farbtiefe von 24 Bit und einer Bildwiederholfrequenz von 75 Hz.

Wie alle anderen kompatiblen Geräte verfügt auch der Hades über kein eigenes Soundsystem. Trotzdem ist er besonders im High-End-Audiobereich als äusserst leistungsfähiges Gerät einsetzbar, wenn er durch die VME-Karte StarTrack ergänzt wird. Diese verleiht dem Hades (und auch anderen Ataris mit VME-Bus, also auch TT und Milan) Klangqualitäten, die noch denen des Falcon überlegen sind: Verwendet wird der 56002-DSP von Motorla, der mit vollen 66 Mhz getaktet wird. Die digitalen Ein-und Ausgänge verarbeiten Samplingraten in bis zu 24 Bit bei bis zu 96 kHz. Soviel Audio-Power muss allerdings auch bezahlt werden: Die StarTrack schlägt mit immerhin 1499 DMzu Buche.

Wie schon der Medusa verwendet auch der Hades die von TT her bekannte Version 3.06 des Atari-Betriebssystems TOS, das allerdings an die spezielle Hardware angepasst wurde. Als Multitasking-Betriebssy-stem kann entweder der MultiTOS-Nach-folger N.AES eingesetzt werden, für den Hades 060 ist auch eine speziell angepasste Version 5.2 des beliebten MagiC verfügbar. Die aktuelle Version 6.x ist allerdings nicht angepasst worden. Auch die Multitasking-Alternative aus den USA, Geneva (in Deutschland erhältlich bei Software-Service Seidel), soll auf dem Hades ihren Dienst tun.

Besonders mit einer 060-CPU und der ATl-Grafikkarte stellt der Hades ohne Zweifel eine äusserst leistungsstarke Plattform für nahezu alle heutigen Aufgaben dar und prädestiniert besonders für die Bereiche Grafik und Desktop Publishing. Auch die serienmäßige SCSI-Schnittstelle macht ihn als Ersatz für einen in die Jahre gekommenen TT für leistungshungrige Anwender interessant. Allerdings müssen diese dann auch etwas tiefer in die Tasche greifen: Inklusive 68060-Prozessor, ATl-Karte, 64 MB RAM, CD-ROM, großer Festplatte und Big Tower wird das System für knapp 4000 DM verkauft. Bedenkt man, dass mit dem Milan II ein ähnlich guter und teilweise sogar besser ausgestatteter „Atari" zum fast halben Preis bereits in den Startlöchern steht, fällt die Argumentation pro Hades zunehmend schwer.

Der Milan

Der Milan wurde bei seinem Erscheinen im Jahre 1998 als der erste Atari-Nachfolger angesehen, der diesen Namen auch verdient. Er bietet attraktive Technologie zu einem sehr guten Preis -fast nach dem Motto „Power without the price". Ebenso wie der Hades kombiniert er moderne Technologie und Erweiterungsmöglichkeiten aus der PC-Welt mit der einfachen Handhabung eines Atari, jedoch macht sich diese Philosophie in erster Linie positiv im Preis bemerkbar. Für knappe 1600 DM ist er in seiner derzeitigen Version mit 040-CPU, 4 PCI- und 2 ISA-Slots erhältlich. Für den Preis eines PC-Systems bekommt der Käufer ausserdem zumeist eine Festplatte, die größer als 6 GB ist, 32 MB RAM, ein schnelles CD-ROM-Laufwerk, eine PCI-Grafikkarte mit Trio-S3-Chipsatz und ein Midi-Tower-Gehäuse. Die PCI-Slots sind mit einer originalen Intel-PCI-Bridge realisiert, was für eine hohe Kompatibilität sorgt. Der Speicher wird wie beim Hades mit PS/2- bzw. EDO-Modulen aufgerüstet. Festplatten lassen sich über eine EIDE-Schnittstelle einbinden.

Bei der Anzahl der Schnittstellen ist der Milan etwas Atari-untypisch: Sowohl SCSI- als auch MIDI-Ports müssen nachgerüstet werden. Da auch hier jedoch kostengünstige PCI- bzw. ISA-Karten Verwendung und Unterstützung finden, ist bei Bedarf lediglich eine Zusatzinvestition von wenigen hundert Mark notwendig. Ebenso wie beim Hades können auch beim Milan die besonders im MIDI-Bereich wichtigen ROM-Ports nachgerüstet werden. Ein sicherer Betrieb von Sequencing- und HD-Recording-Soft-ware, die Dongles vorausetzt, kann allerdings aufgrund von Timing-Problemen nicht garantiert werden. Cubase 3.x läuft problemlos, mit dem Notator gibt es Probleme.

Im Gegensatz zum Hades ist beim Milan die Weiterentwicklung garantiert: Bereits Ende Februar dieses Jahres wird auf der CeBit 2000 der offizielle Nachfolger, der Milan 060 (Milan II), vorgestellt. Damit wird zum ersten Mal seit Jahren wieder einem Atari-System eine Plattform auf einer weltweiten Computermesse gegeben. Sollte dieser sich zufriedenstellend verkaufen, sollen auch endlich die Weichen für einen PPC-Atari gestellt werden.

Starker Partner von Milan Computersysteme ist dabei die deutsche Axro GmbH, eines der größten deutschen Vertriebsunternehmen im europäischen Computermarkt. Milan selbst übernimmt dabei weiterhin die Entwicklung der Hardware, während sich Axro um Kontakte zu den Hard- und Softwareentwicklern sowie zum Handel kümmert.

Wichtigste Neuerung des Milan II ist sicherlich die Verwendung der weitaus schnelleren 68060-CPU, die mit 66 bzw. 80 Mhz getaktet wird. Kombiniert mit der schnellen PCI-Grafikkarte Mach 64 von ATI und dem kompakten Betriebssystem wird dabei zumindest subjektiv eine Arbeitsgeschwindigkeit wie auf einem Pentium-PC erreicht. Standardmäßig ist ausserdem die Soundblaster-SB64-PCI-Karte für die Audioausgabe zuständig. Der Milan II verfügt darüber hinaus über 4 PCI-Schnittstellen (von denen 2 durch die Grafik- bzw. Soundkarte bereits belegt sind) und 3 ISA-Ports. Der RAM-Speicher umfasst 64 MB und kann mittels moderner SDRAMs auf bis zu 512 MB ausgebaut werden. Weiterhin bekam der Milan 060 zwei USB-Ports gegönnt, die ihn bereit machen für den Anschluss preiswerter Scanner, Drucker, Digitalkameras usw. Integriert ist auch ein 56-k-Modem für den schnellen Online-Zu-gang.

Während der Milan 040 standardmäßig mit dem Milan MultiOS, einer angepassten N.AES-Variante, ausgeliefert wurde, geht Milan bei seinem jüngsten Produkt neue Wege: Vorinstalliert ist das erst seit dem letzten Jahr auf dem Markt befindliche MagiC Milan. Im Gegensatz zu den bisherigen MagiC-Varianten für Atari, Macintosh und PC läuft es nicht komplett eigenständig, sondern setzt auf das TOS des Milan auf, das in Zukunft mehr und mehr nur noch die Rolle des BIOS spielen wird. Diese Kombination hat den Vorteil, das für zukünftige Weiterentwicklungen nur noch das TOS angepasst werden muss. Das darauf aufsetzende MagiC bleibt weiterhin kompatibel. Bedenkt man, wieviel Zeit allein die Anpassung des MagiC an den Falcon gekostet hat, ist diese Entwicklung nur zu begrüßen. Weiterhin kann natürlich N.AES als alternatives Betriebssystem auf dem Milan 060 verwendet werden - je nach Geschmack und Gewöhnung hat der Milan-Besitzer also die Wahl zwischen den beiden' besten Multitaskings-Syste-men für den Atari.

Damit auch die Benutzung auf dem derzeit höchsten Niveau ist, wird als neuer Standard-Desktop die aktuelle Version von jinnee (bisher Thing) vorinstalliert. Kombiniert wird dieser Desktop mit ein paar Zusatztools, die Axro speziell für den Milan entwickeln ließ (z. B. eine Task- bzw. Startleiste mit Icon-Einbin-dung etc.). True-Type-Schriften und aktuelle Drucker werden systemtransparent über das ebenfalls beiliegende NVDI-System unterstützt. Sowieso kann der Milan II durch ein topaktuelles Softwareangebot für den Einsatz im Büro oder Homeoffice glänzen: Dazu gehören z. B. Perlen wie das Zeichenprogramm Pixart, die Bildverarbeitungen Smurf und Photoline, die Tabellenkalkulation Texel home und das Fax- und Voice-Programm CoMa. Durch das Draconis-Paket ist auch der Zugang zum Internet möglich. Wer den Milan hauptsächlich für die Textverarbeitung einsetzen möchte, kann sich auch über die Rückkehr eines Klassikers freuen: Die aktuelle Version 4 von Tempus Word soll zum Systemstart endlich verfügbar sein und dem Milan-Software-Paket beigelegt werden.

Es wird interessant sein, in welchen Stückzahlen sich der Milan II tatsächlich verkaufen wird. Auf der Atari-Messe in Hannover erklärte uns Axro, dass die neue Maschine knappe 6 Wochen nach der CeBit-Präsentation 2000 - 3000 deutsche Kaufhäuser bzw. Fachhändler erreichen wird - eine Zahl, die sicherlich Mut macht und es zum ersten Mal seit Jahren Atari-Anwendern wieder ermöglichen sollte, ihren Wunschrechner ausgiebig vor dem Kauf zu testen, ohne hunderte von Kilometern zu fahren. Sicherlich profitieren auch die bisherigen Atari-Fachhändler von diesem Angebot, da Software, Service und Zubehör sicherlich in erster Linie beim Systemhändler gekauft wird.

Sicherlich bleiben einige Fragen offen, die kritisch betrachtet werden müssen: Selbst eine riesige Firma wie Apple hat es nicht geschafft, Verkäufer in Kaufhäusern soweit zu schulen, dass sie die ohne Zweifel mittlerweile recht gut erhältlichen iMac-Systeme auch vorführen können. Apple hat auf diese Situation dadurch reagiert, dass auf den ausgestellten Geräten zumindest eine automatische Präsentation läuft, die die, Geräte selbst erklärt. Es ist zu hoffen, dass sich auch Axro dieser Aufgabe annimmt -ansonsten läuft ein Milan wie ein iMac Gefahr, in den Regalen nicht wahrgenommen zu werden. Weiterhin bleibt abzuwarten, ob der Milan II jedenfalls mittelfristig auch weltweit - also zumindest auch in den Atari-Domänen England, Frankreich und den USA - erhältlich sein wird. Milan Computer selbst ist es nie gelungen, ein weltweites Vertriebsnetz für den Milan 040 aufzubauen - hoffen wir, dass sich diese Situation mit einem starken Partner wie Axro ändern wird, da besonders Hard- und Softwareentwickler nur Perspektiven in einem System sehen, dass zumindest auch auf den wichtigsten Weltmärkten erhältlich ist.

Alles in allem stellt besonders der Milan II aber die posjtivste Entwicklung seit den Zeiten von Atari dar. Dass auch ein großes Unternehmen an den Verkaufserfolg glaubt, zeigt, dass hinter der Maschine ein unglaubliches Potential steckt. Kann der angepeilte Preis von 1699 DM gehalten werden können, stehendie Chancen für einen Übrraschungser-folg gut. Mit seiner Leistung kann der Milan II tatsächlich eine Marktlücke füllen, die seit dem Rückzug von Firmen wie Atari und Amiga klafft: ein Rechner für Leute, die keinen PC wollen, denen aber der Mac zu teuer ist. Wir dürfen gespannt sein!

Phenix

In Ausgabe 11/99 haben wir einen mehrseitigen Bericht über den Phenix geliefert, der von vielen Atari-Fans als der Falcon-Nachfolger schlechthin gesehen wird. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan - leider nichts positives für alle die Anwender, die gehofft haben, den neuen Atari-Clone aus Frankreich schon bald kaufen zu können. Federführend bei der Entwicklung des Phenix war die Firma Centek/Class4, bei der immerhin 5 Mitarbeiter an dem ehrgeizigen Projekt arbeiteten. Vor kurzem ist jedoch u. a. der Hauptentwickler des geplanten TOS-kompatiblen Betriebssystems Dolmen vom Phenix-Projket abgesprungen. Daraufhin lag der geplante und von uns vorgestellte Phenix 060 erst einmal auf Eis. Chefdesigner Rodolphe Czuba machte daraufhin Pläne für einen Phenix 260 publik, der auf Basis von MiNT realisiert werden sollte und wohl am besten als abgespeckte Version des ursprünglichen Phenix gesehen werden konnte. Auffällig war vor allem, dass die geplante Integration eines DSP fallen gelassen wurde, womit die Berechtigung, den Phenix weiter als Nachfolger des Falcons zu bezeichnen, wohl nicht mehr gegeben ist. Allerdings sollte das Mehrprozessor-Prinzip weiter verfolgt werden, da ein Sockel für eine weitere 060-CPU vorgesehen war. Beide Prozessoren sollten übrigens mit 83 Mhz getaktet werden. Der Preis des Phenix 260 sollte bei knapp 1000 Euro (ca. 2000 DM) liegen, womit der Rechner ähnlich preisgünstig und leistungsfähig wie der kommende Milan II gewesen wäre.

Wie es nun allerdings aussieht, wird auch dieser Rechner nicht erscheinen. Kurz vor Redaktionsschluss veröffentlichte Rodolphe Czuba in einem fran-zöisischen Atari-Forum im Internet, dass er nun die Firma Class4 verlassen habe und der Phenix 060 und auch der Phenix 260 damit gestorben seien. Stattdessen plane er neues Projekt, den Phenix PPC. Dieser Rechner soll mit einer C4-CPU ausgestattet sein und eine speziell angepasste Version von MiNT (PowerMiNT) als Betriebssystemkernel nutzen. Ausser-dem soll Linux/PPC als alternatives System beiliegen. Eine offizielle Presseerklärung soll in Kürze folgen.

So positiv auch die Meldung, dass eine Firma die Atari-Plattform nun endgültig auch nativ in die PowerPC-Welt führen will auch stimmt, umso größer ist auch die Enttäuschung, dass sich alle Pläne um den Phenix einmal mehr als heisse Luft erwiesen haben. Nach einer Vielzahl von Ankündigungen und darauffolgen-den Enttäuschungen dürften nun wohl auch die größten Optimisten endgültig arge Zweifel daran haben, ob jemals ein Phenix - ob mit oder ohne PowerPC -erscheinen wird. Dass das Team um Rodolphe Czuba durchaus exzellente Hardware herstellen kann, steht ausser Zweifel: Die Centurbo-Karten für den Falcon sind Beweis genug. Trotzdem ist der „Geschichte" des Phenix ein weiteres trauriges Kapitel hinzugefügt worden. Rodolphe Czuba muss nun schnell Ergebnisse präsentieren, um auch nur annähernd Chancen zu besitzen, Entwickler zu finden, die den Schritt auf den PPC mitmachen. Auf neuerliche Versprechen kann sich niemand verlassen.

Nichtsdestotrotz werden wir die Entwicklungen rund um das Phenix-Projekt weiterverfolgen und freuenn uns, schon in der vorliegenden Ausgabe ein Interview mit dem CEO des neuen Teams veröffentlichen zu können.

Beschleuniger

Es muss nicht immer gleich ein neuer Rechner sein, manchmal tut es auch der alte - wenn er beschleunigt wird. Die oben erwähnte Firma Class4 hat derzeit noch die letzten Exemplare der Centurbo II im Programm, einer Beschleunigerkarte für den Falcon von Atari bzw. C-LAB. Die CT II wurde von Class4 als Zwischenschritt zum Phenix gesehen, da sie in Kombination mit dem Falcon als Entwicklungsbasis für interessierte Programmierer galt, was schon aus der Vorsehung des Betriebs des nun eingestellten OS Dolmen ersichtlich wird. Die CT II stellt nicht einfach nur einen simplen 030-Beschleuniger dar, sondern gibt dem Falcon durch ein komplett neues neues Daughterboard mit eigenem Hauptprozessor, erweitertem Bussystem und RAM-Steckplätzen ein „zweites Herz". Ausserdem wird so die bisherige 14-MB-Grenze gesprengt, die Ataris Raubvogel von Anfang an etwas flügellahm gemacht hat. Der 68030-Prozessor wird mit vollen 50 Mhz getaktet, auch ein optional einsetzbarer Co-Prozessor kann mit dieser Frequenz betrieben werden. Ebenfalls mit 50 Mhz werden der DSP und das Bussystem des Falcon getaktet. Da die Grafikleistung des Rechners stark von der allgemeinen CPU-und Busauslastung abhängig ist, sind nach Einsatz der Centurbo auch erheblich bessere Auflösungen möglich: Zusammen mit der beiliegenden Software sind problemlos Auflösungen von bis zu 1024 * 768 Pixeln in 256 Farben möglich - auch heute noch ein stattlicher Wert, bei dem allerdings leichtes Interlace-Flimmern (bei einer Bildwiederholfrequenz von immerhin 99 Hz nicht unbedingt störend) in Kauf genommen werden muss.

Die Centurbo II kostet inkl. Einbau knapp 700 DM. Wer noch ein Exemplar ergattern möchte, sollte sich beeilen, da Class4 nur noch die aktuelle Produktion abverkaufen und keine neue Platinen auflegen will. Wer die CT II nicht einbauen lassen will, sollte über grundlegende Lötkenntnisse verfügen. Trotz des hohen Preises ist die Centurbo eine lohnende Anschaffung für alle Falcon-Fans, die mit ihrem Rechner grundsätzlich zufrieden sind, sich aber neben einer höheren Geschwindigkeit vor allem mehr Speicher und höhere Auflösungen wünschen.

Etwas neidisch schielen Atari-Anwender auf die erwähnte Amiga-Platt-form: Hier sind 68k- und sogar PowerPC-Beschleunigerkarten weitaus kostengünstiger erhältlich. Eine 68030-Karte mit SCSI-Option kostet weniger als 300 DM. Da die Bussysteme des Amiga 1200 und des Falcon 030 sich grundsätzlich nicht wesentlich voneinander unterscheiden, sind bereits verschiedene Versuche vorgenommen worden, um die Beschleuniger für den „kleinen" Amiga auch im Falcon zu betreiben. Interesse an einer Umsetzung hat auch der derzeitige Lizenznehmer der phase-5-Beschleunigerkarten, die Firma DCE, angemeldet. Erste Experimente wurden sogar schon unternommen. Auch die Firma Milan Computersysteme, Inhaber der Lizenzrechte am TOS, hat grundsätzlich Interesse bekundet, das Betriebssystem für den Betrieb der 68k-Beschleuniger im Falcon anzupassen. Voraussetzung sei jedoch ein zufriedenstellendes Konzept. Sollte es zu einer Zusammenarbeit kommen, könnte dem Falcon mittelfristig eine preisgünstige Palette von 68k-Beschleunigerboards bereitstehen - vom 68030/50 bis hin zum 68060/50.

Aber nicht nur Falcon-Besitzer können ihrem Rechner auf Wunsch „auf die Sprünge helfen". Vielen ST- und STE-Besitzern ist gar nicht klar, dass auch die PAK-Karten für die kleinen Ataris durchaus noch erhältlich sind. Die PAK68/3 ist eine Prozessor-Austausch-Karte für einen 68000er-Prozessor. Der Zusatz /3 deutet an, dass die PAK bereits in ihrer dritten Generation vorliegt. Dabei ist die Karte vom Design und Layout her dazu gedacht, den Prozessor in einem Atari ST oder Mega ST zu ersetzen. Für die E-Modelle - also STE und MegaSTE - ist ein Adapter nötig, da hier eine andere Bauform der CPU verwendet wird.

Als Prozessor kommt eine 68030-CPU zur Anwendung, die entweder mit 32 oder 50 Mhz getaktet wird. Optional kann eine 68881-/68882-FPU auf einem dafür vorgesehenen Sockel eingesetzt werden. Als Betriebssystem wird optional ein angepasstes TOS 3.06 mitgeliefert. Auf Wunsch ist aus Kompatibilitätsgründen eine Umschaltmöglichkeit auf die 68000er-CPU vorgesehen.

Durch die PAK wird aber nicht nur die reine Rechenleistung des ST/STE erhöht. Ergänzt man die Karte durch die FRAK/2, erhält man zusaätzlich die Möglichkeit, bis zu 64 MB TT-kompati-bles Fast-RAM im Rechner zu betreiben und so die lästige 4-MB-Grenze der alten Geräte zu sprengen. Auf der FRAK sind zwei PS/2-SIMM-Sockel für 4-, 8-, 16- oder 32-MB-Module vorhanden. Der schnelle Zugriff wird durch einen 32 Bit breiten Bus zum Speicher gewährleistet. FPM- und EDO-Burstmodes werden ebenfalls unterstützt.

Einige Dinge sind jedoch bei der Kombination PAK/FRAK zu beachten: Der ST/STE sollte in einen Tower eingebaut werden, da im originalen Gehäuse in der Regel nicht mehr genügend Platz vorhanden ist. Hinzu kommt die Investition in eine Pufferplatine, die aufgrund der Busentlastung und bei FPU-Problemen empfohlen wird.

Die PAK68/3 ist als Selbstbauprojekt oder als Fertiggerät verfügbar. Im ersten Fall kostet sie inklusive CPU und FPU (beide 50 Mhz) 299 DM. Als Fertiggerät kommt sie auf 449 DM. Die FRAK-Speicherkarte kostet als Fertiggerät 199 DM (ohne Speicher), die Pufferplatine 59 DM. Preise für Selbstbau-Sets sollten Sie beim Hersteller WRS Software-Design (www.ralfzimmermann.de) erfragen. Die genannten Preise mögen zwar den Wert eines ST bzw. eines STE übersteigen, wer jedoch an seiner gewohnten Umgebung hängt und hier gern noch einmal einige hundert Mark investieren möchte, erhält mit der Kombination PAK/FRAK fast einen komplett neuen Rechner, der sogar den TT abhängen kann.

Apple

Durch die Portierung des TOS-kompatiblen Betriebssystems MagiC hat sich die Apple-Plattform nach dem Rückzug von Atari aus dem Computergeschäft als leistungsstarke Alternativ-Plattform etablieren können. Im Laufe der Entwicklung wurden immer mehr Teile •des Betriebssystems nativ an den (Power-)Mac angepasst, so dass streng genommen schon lang nicht mehr von einem klassischen Emulator die Rede sein kein. In den Augen vieler Anwender stellt MagiC vielmehr ein alternatives Betriebssystem für den Mac dar, das Atari-Software besonders auf heutigen Maschinen zu nie geahnten Ceschwindigkeits-Höhenflügen verhilft. Der Mac wird somit als gleichberechtigte Plattform für modernes Atari-Computing wahrgenommen.

Um das amerikanische Unternehmen Apple stand es vor einiger Zeit gar nicht gut: Seit Jahren schrieb man rote Zahlen, die Produktpalette wurde durch die verschiedenen sich überschneidenden Serien (Performa, Quadra, Power Mac) immer unübersichtlicher und hier und da wurde sogar schon das Wort „Konkurs" in den Mund genommen. Die Rettung kam aus zweierlei Richtung: Erstens kehrte mit Steven Jobs der Mit-Begründer der Firma wieder auf den CEO-Posten zurück, von dem ihn Jahre zuvor ein ehemaliger Pepsi-Manager vertrieben hatte, zweitens kaufte sich mit Bill Gates niemand geringerer als der Hauptfeind in das Unternehmen ein und stabilisierte es damit (und erhielt sich somit den einzigen ernsthaften Konkurrenten auf dem Gebiet der Betriebssysteme, um nicht schon früher als Monopolist angeschwärzt zu werden). Steve Jobs schrumpfte Apple und seine Produktpalette radikal gesund: Er stellte den iMac -einen modernen und durchgestylten Nachfahren des „Ur-Mac" - für den Heimbereich vor, und deckte den professionellen Markt mit dem G3- bzw. G4-Mac ab.

iMac

Der iMac zielt genau auf die Marktlücke, die von Firmen wie Atari und Amiga verwaist zurückgelassen wurde: den Homecomputer-Markt. Auspacken, Kabel einstecken und loslegen - das ist die klassische Vorstellung von einem Heimgerät. Wie beim ersten Mac sind der eigentliche Computer und der Monitor in einer Box kombiniert. Das zugrundeliegende Design hat viele Nachahmer nicht nur im Computermarkt gefunden. Auch für den Einsatz im Büro reicht die Leistung des iMac aus: Immerhin werkelt im Innern Motorolas G3-CPU. Das Gerät benötigt nur wenig Platz, und der Kabelsalat fällt weitestgehend weg. Allerdingsist der eingebaute Monitor mit seinen 15" etwas klein ausgefallen. Durch den extrem flachen Bildschirm liegt die sichtbare Bildschirmdiagonale aber bei immerhin 35 cm. Für aufwendige DTP-Arbeiten eignet sich der kleine Mac aber nicht.

Der „kleinste" Vertreter der iMac-Serie wird mit 350 Mhz getaktet. Der iMac DV bietet 400 Mhz und ein eingebautes DVD-Laufwerk. Zwar werden DVD-Laufwerke auch von MagiC aus theoretisch unterstützt, einen Player gibt es allerdings noch nicht. Trotzdem spart sich auch der Atari-Purist mit dem iMac DV die zusätzliche Ausgabe für einen separaten DVD-Player - und hat obendrein noch eine sinnvolle Aufgabe für das MacOS gefunden. Nochmals 500 DMteurer ist die Special-Edition-Variante des iMac, die neben dem fast durchsichtigen Gehäuse 128 MB RAM bietet (sonst 64 MB). Angesichts der gestiegenen Preise für Arbeitsspeicher ist dieser Rechner eine gute Alternative zum mittleren iMac. Allen Modelle gemeinsam ist ein 3D-Grafikbeschleuniger mit 8 MB SDRAM Grafikspeicher. Unterstützt werden allerdings lediglich drei 24-Bit-Auflösungen:

  • 640 x 480 (117 Hz)
  • 800 x 600 (95 Hz)
  • 1024x768 (75 Hz)

Höhere Auflösungen würden auf dem kleinen Monitor auch keinen Sinn machen.

Auch mit Massenspeichern ist der iMac zufriedenstellend ausgerüstet: Die Festplattenkapazitäten reichen von 6 bis 13 GB (UltraATA), das CD-ROM-Laufwerk leistet eine 24-fache Geschwindigkeit, zusätzlich stehen zwei USB-Ports und bei den DV-Modellen zwei Firewire-Schnittstellen bereit. Für den schnellen Internet-Zugang steht ein internes 56-k-Modem bereit, MagiCMac kann dabei direkt den TCP-/IP-Socket des MacOS für sich nutzen. Die Audio-Ausgabe wird durch ein hochleistungsfähiges Odyssey-Audio-Sy-stem von Harman Kardon gewährleistet.

Preislich liegen jedoch auch die iMacs deutlich über dem Milan II: Die 350-Mhz-Variante kostet 2299 DM, die DV-Modelle kommen auf 2999 DMbzw. 3499 DM. Bei Erscheinen des Milan II wird es interessant sein, zu testen, wie sich das subjektive Arbeitsgefühl auf beiden Maschinen unterscheidet.

Power Mac G4

Für professionelle Anwender hat Apple seine G4-Reihe konzipiert. Ohne Zweifel zählen die G4-Macs zu den derzeit schnellsten Computern am Markt, wovon auch MagiC-Anwender profitieren. Das Design ist ebenso ansprechend wie die enthaltene Technik: Dem 350 Mhz schnellem Einsteigermodell in die G4-Riege hat Apple vor kurzem eine neue Hauptplatine beschert. Wem die Erweiterungsmöglichkeiten des iMac für heutiges Atari-Computing nicht reichen und-wer eine der derzeit schnellsten MagiC-Plattformen sucht, für den empfiehlt sich bereits der „kleinste" Power Mac G4. Er verfügt über 3 PCI-Schnittstellen für leistungsfähige Erweiterungskarten, und an der vorinstallierten Grafikkarte (ATI Rage 128 mit 16 MB SDRAM) lassen sich auch Großbildschirme betreiben: Bis zu 1920 x 1200 Bildpunkte sind in 24 Bit bei einer Wiederholfrequenz von 85 Hz möglich.

Das nächst höhere Modell schlägt dann mit satten 2000 DM mehr zu Buche und lohnt sich für alle diejenigen, die z. B. für EBV-Arbeiten noch reichlich Extra-Leistung benötigen. Der G4-Prozessor wird hier mit 400 Mhz getaktet. Wer die darzeit absolut schnellste Möglichkeit sucht, Atari-Programme unter MagiCMac zu nutzen, bekommt für stattliche 8000 DM eine Variante mit 450 Mhz. Diese Investition zahlt sich allerdings nur dann aus, wenn Sie z. B. in Calamus regelmäs-sig ungewöhnlich große Bilddateien verarbeiten. Da für den Atari sowieso kaum aufwendige 3D-Designprogramme oder Multimediaanwendungen bereitstehen, sollte für MagiC-Puristen der G4-Mac mit 350 Mhz vollkommen ausreichen.

Für Erweiterungen stehen in den G4-Macs drei 64-Bit-PCI- und zwei AGP-Steckplätze (einer ist bereits durch die Grafikkarte belegt) bereit. Ausserdem werden drei FireWire- und zwei USB-Anschlüsse geboten. Für den Internet-Zugang ist ebenso wie beim iMac ein 56-k-Modem integriert. ¦e nach Modell beträgt die Festplattengröße 10 bis 27 GB, ausserdem ist ein DVD-Laufwerk enthalten.

Der 350-Mhz-G4-Mac wird für 3699 DM verkauft, die Mittelklasse kommt auf 5699 DM, für die Oberklasse müssen wie erwähnt 7899 DM hingeblättert werden.

Nicht vergessen sollte man die zusätzlichen Kosten, die besonders auf Atari-Spätumsteiger zukommen: Vorhandene serielle Geräte benötigen einen Adapter, damit man sie an den USB-Port anschließen kann. Für SCSI-Geräte ist eine Zusatzkarte nötig.

MagiCMac portabel

Knapp ein Jahr nach Präsentation des ersten iMac stellte Apple mit dem iBook quasi die portable Variante des erfolgreichen Konzepts vor. Wie der iMac ist auch das iBook in einem auffälligen, sehr eigenem Design gehalten, das allerdings weniger gelungen erscheint und eher an die Kindercompu-ter-Abteilung bei Karstadt erinnert. Das iBook ist mit einem G3-Prozessor ausgestattet, der mit 300 Mhz getaktet wird. Damit stellt es die zur Zeit „schwächste" Variante der neuen Apple-Produktlinie dar. Es eignet sich ausschließlich für MagicMac-Anwender, die unterwegs Büroarbeiten erledigen möchte oder eMails empfangen oder verschicken will. Als Desktop-Rechner eignet sich das Gerät hingegen nicht, da ein VGA-Ausgang gänzlich fehlt.

Die Batterie des Laptops reicht für ca. 6 Stunden. Der TFT-Bildschirm hat eine Bildschirmdiagonale von 30.7 cm. Integriert sind ein schneller Grafikbeschleuniger von ATI, ein 56-kBit-Modem und ein 24-fach-CD-ROM-Laufwerk. Die Festplatte fasst 3.2 GB. Für externe Geräte steht ein USB-Anschluss bereit.

Das iBook kostet 3599 DM und stellt somit ein äußerst preisgünstiges, portables Gerät dar.

Wer es etwas gediegener bevorzugt und sich mit dem quietschbunten Damentaschen-Design nicht auf die Straße wagt, sollte sich die beiden Modelle der aktuellen Powerbook-G3-Reihe näher ansehen. Auch diese bieten einen G4-Prozessor, der allerdings mit 333 bzw. 400 Mhz auf iMac-Geschwindigkeit kommt.

Das Powerbook G3 ist mit zwei Batterien ausgestattet, die für bis zu 10 Stunden netzunabhängiges Arbeiten ermöglichen. Je nach Ausstattung umfasst die interne IDE-Festplatte 4, 6 oder 10 GB. Der Erweiterungsschacht ist mit einem 24-fach-CD-ROM belegt. Der Arbeitspeicher ist mit 64 MB ausreichend groß und kann über zwei SO-DIMM-Steckplätze auf bis zu 384 MB aufgerüstet werden. Der Bildschirm bietet eine Diagonale von 35.8 cm (14") und unterstützt Auflösungen von bis zu 1024 x 768 Pixeln. Über den VCA-Ausgang lassen sich externe Monitore anschließen, durch den ATI-3D-Grafikchip sind auch hohe Auflösungen für Großbildschirme möglich.

Das Powerbook G3 kann also als vollwertiger, portabler G3-Rechner bezeichnet werden. Es eignet sich durch seinen VGA-Ausgang auch als einziges Gerät, das zu Hause oder im Büro als Desktop-Rechner genutzt werden und bei Bedarf mitgenommen werden kann.

Der Preis für soviel Flexibilität ist jedoch hoch: Mit 333 Mhz kostet das Maschinchen 5499 DM, mit 400 Mhz und inklusive DVD-Laufwerk gar 7499 DM.

Fazit Apple

Ohne Zweifel stellen die derzeitigen Rechner der nunmehr sehr übersichtlichen Apple-Produktlinie in Kombination mit MagiCMac die derzeit leistungsfähigsten Plattformen für den Betrieb moderner Atari-Software dar. Daran wird auch ein Milan II vorerst nicht viel ändern können. Wer z. B. für Calamus einen wirklichen Renner sucht, ist mit einem G4-Mac plus MagiCMac mehr als gut bedient. Aber auch das typische Atari-Klientel der Heimanwender findet mit dem iMac ein schnelles und schickes Gerät, auf dem die bekannten Applikationen „fliegen". Auch für den Käufer, der seine Programme mobil nutzen möchte, stellt ein Powerbook oder iBook eine interessante Alternative zu einem PC-Laptop mit (weitaus langsameren) Emulator dar.

Nicht zu unterschätzen ist auch der Vorteil, dass mit dem MacOS ein zusätzliches Betriebssystem bereitsteht, das auch von Atari-Puristen überall da genutzt wird, wo es unter MagiC noch keine passenden Applikationen gibt: Web-Surfen mit Java, DVD-Videos, PDF-Anzeiger oder auch Real-Video-Player stellen gute Beispiele für solche Anwendungen dar. Aber auch für DTP-Profis, die ihren Calamus auf einem G3/G4 unter Höchstgeschwindigkeit geniessen, stellt ein parallel laufender Photoshop eine sinnvolle Ergänzung dar. Atari-Anwender sollten in die Anschaffungskosten auch den Aufpreis für fällige Adapter und Erweiterungskarten einrechnen, wenn sie z. B. ihr SCSI-Equipment weiter nutzen oder Disketten lesen wollen. Parallele Drucker sind an den aktuellen Macs jedoch gänzlich unmöglich, da z. B. evtl. vorhandene McStout-Karten aus Ermangelung eines PDS-Slots nicht mehr einsetzbar sind. Wer MagiCMac voll ausnutzen möchte, sollte ausserdem in die aktuelle NVDI-Version investieren.

Der moderne Atari-Anwender sollte also keine Berührungsängste zum Mac haben und dieses moderne Systeme als Plattform für heutiges Atari-Computing begreifen. Wirkliche Puristen, die einen zu 100% nativen TOS-, MagiC- bzw. N.AES-Rechner haben möchten, sowie Leute, denen der Mac trotz allem nach wie vor eine Spur zu teuer ist, sollten auf den Milan II warten, der zumindest subjektiv für die allermeisten Alltags-Appli-kationen aufgrund der allzu bekannten Atari-typischen Vorteile ein ebenso schnelles Arbeitsgefühl vermittelt.

Kaufentscheidung: Atan-Plattformen. Wenn Sie...

...Ihren Rechner als bessere Schreibmaschine nutzen wollen...
...Ihren Rechner als einfachen MIDI-Sequenzer nutzen wollen...
...einfache Büroarbeiten und S/W-Layouts machen wollen...
...Harddisc-Recording machen wollen...
...einen modernen nativen Atari-Rechner haben wollen...
...geschäftlich im Internet surfen wollen...
...daheim im Internet surfen wollen...
...eine optimale Maschine für MagiC suchen...
...professionelle farbige Layouts erstellen wollen...
...EBV betreiben wollen...
...unterwegs mit Atari-Software arbeiten und surfen möchten...
...im Internet auf Extras wie Java, Real Video und Shockwave nicht
...dann gebrauchter ST/STE/TT
...dann gebrauchter ST/STE
...dann gebrauchter TT
...dann gebrauchter Falcon oder TT, Hades oder Milan mit StarTrack-Karte
...dann Milan II
...dann Milan II oder Power Mac G4/ MagiCMac
...dann Milan, Milan II oder iMac/MagiCMac
...dann Milan II
...dann Milan II oder noch besser Power Mac G4/MagiCMac
...dann PowerMac G4/MagiCMac
...dann iBook/MagiCMac oder PC-Laptop mit MagiC PC oder STEmulator
...dann Power Mac G4/MagiCMac oder iMac/MagiCMac

Atari-Computing auf dem PC

Wahrscheinlich aufgrund der engeren Verwandtschaft und der größeren Gemeinsamkeiten haben sich leistungshungrige Atarianer nach dem Rückzug ihrer Mutterfirma aus dem Computergeschäft eher in Richtung Macintosh orientiert, als einen (damals auch noch weit unterlegenen) PC ernsthaft in Betracht zu ziehen. Grundsätzlich bietet eine Emulation des Atari auf einem Mac natürlich Vorteile: Jedenfalls auf den älteren Modellen muss die 68k-CPU nicht emuliert werden, da diese ja auch im Apple vorhanden ist. Auch der PowerPC eines Power Macintosh bietet weitaus bessere 68k-Ennulationsmöglichkeiten als eine Intel-CPU. Da jedoch die Pentium-Prozessoren oder deren kompatible Konkurrenten mittlerweile so leistungsfähig geworden sind, dass auch auf günstigen Systemen eine Emulation mit mehrfacher TT-Ceschwindigkeit möglich ist, und viele Atari-Benutzer zumindest auf ihrer Arbeit auf den PC zurückgreifen müssen, ist die Welt der IBM-Kompatiblen zur nicht uninteressanten Basis für flexibles Atari-Computing geworden. Und seien wir ehrlich: Das Problem beim PC ist nicht etwa dessen Hardware, sondern vielmehr das Betriebssystem Windows. Was liegt also näher, als das „Look & Feel" eines Atari auf die heutige PC-Hardware umzusetzen?

Während MagiCMac auf einem Apple fast als alternatives Betriebssystem agiert, handelt es sich bei den erhältlichen PC-Lösungen tatsächlich um reine Emulationen, die das Original möglichst authentisch nachahmen. Insofern ist ein solches System auch nicht so leistungsfähig wie die MagiC-Lösung für den Mac. Neben einigen Free- und Shareware-Emulatoren werden die Programme MagiC PC und STEmulator kommerziell vertrieben. Wir wollen an dieser Stelle auf diese beiden Lösungen kurz eingehen und verzichten auf Kaufempfehlungen spezieller PC-Komplettsysteme, da die Auswahl hier zu hoch und eine Empfehlung zumeist dann schon wieder überholt ist, wenn ein Heft erscheint.

MagiC PC

MagiC PC erschien schon bald nach den ersten Versionen für den Mac. Es stellt die Umsetzung des ebenso beliebten wie leistungsfähigen Betriebssystem MagiC als Emulation unter Windows dar. Von Weiterentwicklungen für die Versionen für den Atari und den Apple profitieren also auch immer die Benutzer der PC-Variante.

Die Emulation kann unter Windows in einem eigenen Fenster oder bildschirmfüllend betrieben werden, so dass der Benutzer auf Wunsch nicht mehr viel vom ungeliebten OS von Microsoft sieht. Auf Wunsch kann MagiC nach einem Systemstart auch automatisch hochfahren. Die Atari-Standard-Auflösungen ST-Mono, ST-Farbe und TT-VGA können mit eigenen Einstellungen kombiniert werden. Die Farbtiefe liegt standmäßig allerdings nur zwischen 2 und 16 Farben, was natürlich für nahezu alle heutigen Aufgaben Wie DTP oder das Web-Surfen völlig ungeeignet ist. Will der Anwender die Grafikfähigkeiten seiner PC-Hardware voll nutzen, muss er zusätzlich das aktuelle NVDI 5 installieren.

Emuliert wird auf Wunsch auch der Soundchip des ST. Nahezu der komplette Speicher des PC kann auch vom Atari aus genutzt werden, jeder Bereich oberhalb von 14 MB wird dann als TT-RAM verwaltet.

Ausdrucke erledigt MagiC PC über den unter Windows vorinstallierten Drucker. Um diesen korrekt anzusteuern, ist in den meisten Fällen die Installation von NVDI 5 notwendig - selbst Farb-Minimalisten kommen also um eine Anschaffung nicht herum. Hinzu kommt, dass unter NVDI natürlich auch die unter Windows verbreiteten TrueType-Fonts transparent im System eingebunden werden können.

Um MagiC auch für den PC weiter zu beschleunigen, hat ASH seit der Version 6.1 eine zusätzliche Compiler-Funktion integriert. Bestimmte emulierte Routinen werden dadurch in einem Cache zwischengespeichert und bei Bedarf wieder aufgerufen, ohne dass eine erneute Emulation notwendig ist. Dadurch wird die Arbeitsgeschwindigkeit auch auf langsameren Pentium-Systemen erheblich beschleunigt. Ausserdem wurde die Kompatibilität erhöht: Eine ausgelesene Version des TOS (TOS-Images genannt) kann nun unter MagiC verwendet werden. Damit wurde eine Möglichkeit geschaffen, auch Programme zu nutzen, die nicht mit MagiC zusammenarbeiten und das originale Atari-Betriebssystem benötigen, was z. B. auf sehr viele Spiele zutrifft. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass unter MagiC PC standardmäßig lange Dateinamen unterstützt werden.

MagiC PC stellt eine schnelle, aber nicht ganz kostengünstige Möglichkeit dar, heutiges Atari-Computing auch auf einem PC zu ermöglichen. Inklusive dem aktuellen Desktop jinnee und NVDI 5 kommt die Emulation auf 498 DM -wahrlich fast ein Preis für einen neuen Rechner. Wer die Ausgabe nicht scheut erhält jedoch ein topaktuelles System, das besonders auf einem schnellen Prozessor fast keine Wünsche offen lässt.

STEmulator GOLD

Anders als bei MagiC PC, das sozusagen sein eigenes, Atari-kompatibles Betriebssystem mitliefert, setzt der STEmulator auf ein originales Atari-TOS auf. Zusätzlich wird die letzte Version des Anfang der 90er Jahre von Atari selbst ersonnenen MultiTOS mitgeliefert, das jedenfalls für einfache Multitasking-Aufgaben eingesetzt werden kann. Allerdings ist das MultiTOS recht langsam und in der Bedienung längst nicht mehr zeitgemäß. Wer Multitasking unter dem STEmulator nutzen möchte, sollte 50 DM extra in eine speziell angepasste Version von N.AES investieren, das ähnlich leistungsfähig ist wie MagiC, jedoch eher den Atari-Ansatz (Trennung Kernel und AES) verfolgt.

Ähnlich wie MagiC Mac verwaltet auch der STEmulator jeden RAM-Bereich oberhalb von 14 MB als TT-RAM. Die Atari-Standard-Auflösungen werden ebenso wie eigene Werte unterstützt. Anders als MagiCMac bietet der STEmulator jedoch einen speziellen Quick-VDI-Modus, der Zeichenfunktionen direkt und nativ vom Intel-Code darstellen lässt und somit die Ausgabegeschwindigkeit drastisch erhöht. Ausser in diesem speziellen Modus (Beschränkung auf 16 Farben) kann der STEmulator immerhin bis zu 65000 Farben ohne zusätzliche Software nutzen und befindet sich damit auf dem Falcon-Standard.

Der Zugriff auf die Druckerschnittstellen ist unter STEmulator ebenfalls ohne das zusätzliche NVDI-Paket möglich: Der Ausdruck kann auf jeden unter Windows angemeldeten Drucker erfolgen, selbst wenn kein separater Treiber für den Atari vorliegt. Einzige Voraussetzung ist, dass mit dem genutzten Programm auf die GDOS-Schnittstelle gedruckt werden kann, was bei allen modernen Programmen möglich sein sollte. Dadurch ist es also möglich, direkt mit jedem erdenklichen Drucker zu drucken - egal, ob Tintenstrahler oder gar Farblaser.

Eine weitere Besonderheit ist die Möglichkeit der Einrichtung von Sets: Hier kann der Anwender für jede beliebige Anwendung Einstellungen am STEmulator vornehmen und abspeichern. Anschließend wird die Emulation genauso gestartet, wie es das jeweilige Set vorsieht Zum Beispiel können so unterschiedlich hohe Bildschirmauflösungen in den Programmen festgelegt werden.

Der STEmulator erreicht besonders durch den fehlenden Compiler-Modus in der Praxis nicht ganz die Geschwindigkeit von MagiC PC. Auch das mögliche Multitasking-Betriebssystem N.AES ist nicht ganz so flexibel und schnell wie MagiC, jedoch ähnlich komfortabel. Durch die Verwendung des originalen TOS ist der Emulator aber hochgradig kompatibel - auch erstaunlich viele Spiele versehen ihren Dienst. Vor allem aber spricht der günstige Anschaffungspreis für den STEmulator: Komplett mit TOS, MultiTOS und dem modernen Desktop Thing! kostet er nur 99 DM. N.AES ist für zusätzliche 50 DM erhältlich. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass das neue Calamus-Windows-Pack den STEmulator als Grundlage für ein schnelles Arbeiten auf dem PC mitliefert.

Hinwels: Aus presserechtlichen Gründen müssen wir darauf hinweisen, dass der STEmulator im Vertrieb des Falke Verlag ist, der gleichzeitig die ST-Computer herausgibt.

Betriebssysteme

Der PC wird klar von Windows beherrscht, auf dem Mac kann neben Linux (und auf älteren Rechnern BeOS) sowieso nur MacOS genutzt werden, und der Amiga wird zumeist mit AmigaOS betrieben. Auf dem Atari und seinen kompatiblen Plattformen teilen sich mehrere Systeme die Regentschaft. Der Grund hierfür liegt darin, dass das von Atari mitgelieferte TOS jahrelang nicht multitaskingfähig und das spätere MultiTOS besonders auf den kleinen Ataris langsam und unzuverlässig war und auch nie richtig aus den Startlöchern kam. Ziemlich früh wurde daher an Alternativen gebastelt: Erstes erntzunehmendes Produkt war wohl das Betriebssystem KAOS, dessen Weiterentwicklung auch dadurch unterbrochen wurde, dass Atari den Chefentwickler kurzerhand einstellte und dessen Fähigkeiten für eigene Zwecke nutzte. Maxon veröffentlichte Anfang der 90er Jahre MultiGEM, wobei die Anzahl der parallel zu betreibenden Programme beschränkt war. Wenig später erschien MagX!, das später von ASH in den Vertrieb genommen und in MagiC umgetauft wurde.

MagiC

MagiC hat sich daraufhin zu dem wohl verbreitetsten und beliebtesten Betriebssystem für den Atari entwickelt und gleichzeitig Brücken zu der Macbzw. PC-Plattform geschlagen, indem es hier als Emulator erschien. Vor allen Dingen weiss es in der aktuellen Version 6.1 durch seine moderne Optik und seinen hohen Komfort zu überzeugen. Obwohl man vielleicht erwarten sollte, dass ein Computer mit einem multitaskingfähigen Betriebssystem langsamer als unter einer Singeltasking-Variante läuft, gewinnt ein Atari unter MagiC gegenüber dem TOS noch einiges an Geschwindigkeit, da viele Routinen einfach durch bessere und schnellere Codes ersetzt wurden. Viele MagiC-Routinen wurden außerdem in Assembler entwickelt, was weitere Optimierungen möglich machte.

MagiC wird standardmäßig mit einem eigenen Desktop ausgeliefert, der bereits einen hohen Komfort bietet. ASH bietet ausserdem den modernen Desktop jinnee an, der plattformübergreifend seinesgleichen sucht und auch mit dem Milan II ausgeliefert wird. Lange Dateinamen werden ebenso als Standard betrachtet. Optimal ergänzt wird MagiC durch das VDI- und Treiberpaket NVDI, das eine Integration von TrueType-Schriftsätzen und eine aktuelle transparente Druckertreiber-Bilbliothek bietet. Durch das verbesserte VDI werden besonders die originalen Atari-Rechner merklich in der Crafikausgabe beschleunigt.

Besonderes Merkmal ist natürlich die parallele Weiterentwicklung für die Mac- und PC-Plattformen. Atari-Anwen-der profitieren also direkt von allen Ansprüchen, die auf diesen Systemen an ein modernes OS gestellt werden. Gerüchteweise ist .für kommende Versionen auch die transparente Integration eines TCP-/IP-Stacks geplant, der endlich den Hauptkritikpunkt aufheben soll: MagiC ist grundsätzlich nicht netzwerktauglich.

Ins Internet kann der Anwender mit MagiC jedoch schon heute kommen: Mit I-Connect steht ein eigener Stack mit einer höchst komfortablen Zugangssoftware bereit. Einige Programme wie der ASH EMailer oder der Chatter verlangen dann auch bindend nach MagiC als Betriebssystem. Andere Programme (speziell professionelle Lösungen von ASH) nutzen häufig einzelne Funktionen, die nur unter MagiC verfügbar sind.

Die Kompatibilität ist erfreulich hoch: Nahezu alle heutigen Atari-Programme laufen auch unter MagiC. Wenn doch einmal ein Programm nicht funktioniert, kann der Anwender den Rechner jederzeit unter TOS booten, da dieses im Rechner auf den ROMs erhalten bleibt. Ein Manko ist jedoch, dass MagiC sehr hardwareabhängig arbeitet und Portierungen auf neue Hardware daher schwierig ist, was die langen Umsetzungszeiten für den Hades, den Milan oder sogar für den Falcon gezeigt haben. Im Falle des Milan, der hoffentlich noch viele Modelländerungen bringen wird, wurde allerdings von diesem unfletxiblen Konzept erstmals abgesehen: MagiC setzt hier auf das TOS auf und muss nicht mehr für jede einzelne Maschine angepasst werden. Mögliche Geschwindigkeitsnachteile werden durch die schnelle Milan-Hardware kompensiert:

MagiC wird auf zwei HD-Disketten ausgeliefert - einmal mehr ein Beweis dafür, dass ein heutiges Betriebssystem nicht Festplatten füllen muss, sondern klein und kompakt sein kann. MagiC läuft daher auch auf den Ataris der ST-und STE-Serie. Für ein sinnvolles Arbeiten mit mehreren Programmen sollten aber 4 MB installiert sein, richtig Spaß macht es aber erst mit mindestens 8 MB RAM.

N.AES

Mit dem Falcon stellte Atari 1992 auch die erste multitaskingfähige Version seines Betriebssystems TOS vor: MultiTOS war geboren, stellte sich aber als mehr als schwierige Geburt heraus: Auf älteren Ataris lief es aufgrund der fehlenden MMU nur sehr unzuverlässig, und auch die Leistuung eines TT oder Falcon reichte nicht aus, um angenehm schnell zu arbeiten. Sang- und klanglos verschwand das MultiTOS daher nach dem Rückzug von Atari und dem Erscheinen von MagiC wieder in der Versenkung. Der Ansatz war dabei eigentlich sehr fortschrittlich: Als Kernel wird MiNT genutzt, ein UNIX-ähnliches Betriebssystem, dessen Distribution viel von der Linux-Philiosphie vorweggenommen hat. Durch diesen MiNT-Kernel wird auch die eigentliche Multitaskingfähigkeit bewerkstelligt. Auf diesem Konzept baut auch das N.AES auf, das bei seiner Präsentation als „das schnelle MultiTOS" bezeichnet wurde und diesem Anspruch voll gerecht wird: Es ergänzt den MiNT-Kernel um ein komplett neues, modernes AES, ist sehr komfortabel zu bedienen und führt damit den Ansatz von Atari endlich zum Erfolg.

Als Desktop wird Thing! mitgeliefert, der ähnlich komfortabel wie jinnee ist, aber eher an OS/2 erinnert. Alle MiNT-/N.AES-spezifischen Funktionen werden in der speziellen Version unterstützt.

N.AES ist durch seinen MiNT-„Unterbau" auch komplett netzwerkfähig. Aktuelle Treiber für die Vernetzung von Atari-Rechnern und Kompatiblen mit dem Rest der Welt wird über beiliegende TCP-/IP-Stacks ermöglicht. Für das MiNT-Net stehen auch eigene Clients für das Internet bereit, alternativ können auch die frei erhältlichen STiNG-Clients genutzt werden.

Aktuell ist die Version 2.0, die komplett überarbeitete Fensterroutinen (die Optik ist jetzt ähnlich attraktiv wie unter MagiC) und eine komfortablere Installation sowie Konfiguration bietet. Dank dem neuen MiNT-Kernel werden jetzt auch die Filesysteme VFAT, FAT32 und EXT2 (Linux) mit langen Dateinamen unterstützt. Ausserdem werden viele Funktionen implementiert, die vorher nur unter MagiC zu finden waren.

N.AES kostet 129 DM und ist damit noch etwas günstiger als MagiC. Für ein schnelles Arbeiten ist mindestens eine Maschine mit 030-CPU und gutem Speicherausbau empfehlenswert.

Die aktuelle MiNT-Version mit allen Erweiterungen ist übrigens auch auf einer separaten CD erhältlich.

Geneva

Auch alte „Atari-Hasen" vergessen bei der Aufzählung der Atari-Betriebssysteme hin und wieder eine Alternative, die aus den USA kommt: Geneva. Geneva ist genau wie MagiC ein eigenständiges Multitasking-OS, setzt also nicht auf den Atari-Ansatz MiNT auf. Das Besondere an Geneva ist, dass es schon auf sehr einfachen Atari-Konfigurationen läuft: Theoretisch ist sogar schon die Installation auf einem 520 ST mit 512 kB RAM möglich. Wie bei allen Multitasking-Betriebssystemen ist eine sinnvolle Arbeit mit mehreren Programmen erst ab 4 MB empfehlenwert bzw. möglich.

Geneva bietet im Gegensatz zu MagiC, N.AES oder auch MultiTOS „nur" kooperatives Multitasking. Bei kooperativen Systemen haben alle laufenden Programme gleichberechtigten Zugang zur Leistung der CPU. Das präemptive Multitasking (MagiC, N.AES) übertragt die Verantwortung über die Nutzung der CPU den laufenden Programmen. Zwar wird dadurch ein weitaus flexibleres und moderneres System ermöglicht, allerdings wird auch eine hohe Rechenleistung erforderlich. Mit seinem kooperativen Multitasking ist Geneva übrigens in bester Gesellschaft: Auch Windows 98 und MacOS stellen (derzeit) kooperative Systeme dar.

Geneva ersetzt das AES eines Atari-Computers und muss daher um einen Desktop ergänzt werden. Möglich ist der Betrieb mit jinnee, aufgrund von einigen Problemen sollte man jedoch eher den alternativen Desktop Neodesk nutzen, der von demselben Hersteller kommt und optimal auf Geneva abgestimmt ist. Hervorragend verträgt sich auch der gute alte Gemini-Desktop mit Geneva. Die Oberfläche - also Dialog-Boxen etc. - von Geneva selbst wirken nicht ganz so modern und elegant wie unter MagiC und N.AES, erfüllen aber besonders auf Mono-Bildschirmen ihren Zweck. Besonders originell sind jedoch die ab-reissbaren Menüs, die eine Plazierung der aktuell benötigten Funktionen auf dem Desktop zulassen.

In Sachen Kompatibilität kann Geneva zwar nicht ganz mit MagiC mithalten, trotzdem sollten heutige Programme problemlos arbeiten. Falls Programme allerdings spezielle AES-Funk-tionen (Radiobuttons etc.) nutzen, ist das Ergebnis unter Geneva meist weniger elegant oder wird falsch dargestellt. Viele Konfigurationen müssen in einer eigenen Konfigurations-Datei vorgenommen werden. Die Geschwindigkeit ist auch auf kleinen Ataris angenehm hoch und zumindest subjektiv MagiC ebenbürtig, die Zusammenarbeit mit NVDI problemlos.

Geneva ist in Deutschland beim Software-Service Seidel erhältllich. Besonders zu erfreuen weiss der Preis: Gerade mal 49 DM kostet das Betriebssystem, für nochmals 49 DM erhält man Neo-desk. Im Preis enthalten ist eine ausführliche Dokumentation. Im Gegensatz zu N.AES und MagiC ist Geneva in der aktuellen Version 7 nur in Englisch erhältlich.

Wenn Sie...

...ein modernes, weit verbreitetes und stabiles OS suchen...
...eine größtmögliche Kompatibilität zu MultiTOS suchen...
...nur einen sehr kleinen Rechner haben aber trotzdem Multitasking nutzen wollen...
...Ihr System in ein Netzwerk einbinden möchten...
...ein besonders schnelles und kompaktes OS suchen...
...Wert auf lange Dateinamen legen...
...ein OS mit sehr guten Internet-Applikationen suchen...
...ein Mehrbenutzer-System suchen...
...ein ins Detail konfigurierbares OS suchen...
...ein OS suchen, das auf auch auf Neuentwicklungen laufen soll...
...dann MagiC
...dann N.AES
...dann MagiC oder Geneva
...dann MiNT/N.AES
...dann MagiC
...dann MagiC oder N.AES
...dann MagiC
...dann MiNT/N.AES
...dann N.AES
...dann N.AES

Massenspeicher

Mein erster Computer war ein Atari 130XE. Da ich als Schüler notorisch knapp bei Kasse war, konnte ich mir als Speichermedium damals nur eine Datasette leisten. Ziemlich schnell merkte ich aber: Ein schneller Massenspeicher muss her! Diese gibt es heute in Hülle und Fülle.

Festplatten

Die Festplatte ist dabei nach wie vor das wichtigste Medium. Von ihr bootet der Recher, und auf ihr speichert er alle Daten, die nicht zum Mitnehmen gedacht sind. Atari stellte schon Mitte der 80er Jahre für seine damalige ST-Serie mit der Megafile (auch Megadröhn genannt) eine Festplatte vor, die neben dem Föhnen der Haare auch das Speichern damals riesig anmutender Datenmengen ermöglichte. Waren noch Anfang der 90er Jahre Kapazitäten über 100 MB nur für weit über 1000 DM erhältlich, fielen die Preise in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts ins Bodenlose: IDE-Platten mit Kapazitäten weit über 10 GB sind heute bereits für unter 300 DM erhältlich. Da moderne Anwendungen wie Bild- oder Audiobearbeitungen aber auch der Zugriff auf das Internet immer mehr Speicherplatz verlangen, ist der Kampf der Hersteller um die Festplatte mit der höchsten Kapazität bei seriellstem Zugriff weiterhin in vollem Gange. Davon profitieren auch Atari-Neu- und Wiederkunden: Der Milan II wird mit einer Festplatte weit über 10 GB ausgerüstet sein. Wer trotzdem mehr braucht, für den bietet der Markt Platten mit bis zu 50 GB Kapazität an.

Durch neuere PCs und die Macs finden auch USB und Firewire eine immer weitere Verbreitung. Der vom PC stammende IDE-Standard hat seit dem Falcon in die Atari-Welt Einzug gehalten, aufgrund des niedigen Preises von Controllern und Platten zogen Kompatible wie der Milan und der Hades nach. Auch in den aktuellen Macs findet sich mindestens ein interner IDE-Anschluss. Somit kann eigentlich jede IDE-Platte vom PC-Händler um die Ecke genutzt werden (beim Falcon muss eine 2.5"-Festplatte wie bei einem Notebook eingesetzt werden). Das moderne Treibersystem HDDriver erkennt problemlos jede IDE-Platte und kann sie für den Betrieb am Atari einrichten. Die Nachteile von IDE liegen jedoch auf der Hand: An jedem Controller lassen sich nur zwei Geräte gleichzeitig betreiben und die Geschwindigkeit ist langsamer als bei SCSI-Modellen.

Gleich in den ersten ST integrierte Atari vorausschauend eine Hochge-schwindigkeit-Schnittstelle: Der ACSI-Port stellte eigentlich einen aus Preisgründen abgespeckten SCSI-Port dar, der mit Hilfe eines modernen Hostadapters (Link 97) zu einer vollwertigen SCSI-Schnittstelle erweitert werden kann. Dem TT und dem Falcon (und mit Einschränkungen auch dem MegaSTE) gönnte Atari bereits einen eigenen SCSI-Controller. Etwas aus dieser Tradition rutscht der Milan, der aber durch eine kostengünstige SCSI-Karte erweiterbar ist. Somit kann man SCSI als den Standardanschluss für Massenspeicher und Scanner auf dem Atari bezeichnen. SCSI ist auch heute noch der Status quo, wenn es um Geschwindigkeit und Kapazität geht. Der derzeit schnellste SCSI-Standard Ultra überträgt satte 160 MB/sec - hoffen wir, dass es bald einen entsprechenden Controller für den Milan gibt. Am meisten Kapazität bieten die Platten der Seagate-Baracuda-Serie mit derzeit bis zu 50 GB. Da der Atari selbst eher sparsam mit Daten umgeht, reichen für den Heimbereich auch weitaus kleinere Kapazitäten: Knappe 10 GB kosten um 500 DM, sind also deutlich teurer als ihre IDE-Geschwister.

Wechselspeicher. Durch die Integration der SCSI- bzw. der leicht aufrüstbaren ACSI-Schnittstelle ist der Atari auch fit für heutige Wechselplatten. Die hier erhältlichen Varianten unterscheiden sich durch die verschiedenen Zugriffsgeschwindigkeiten und die möglichen Kapazitäten. Hinzu kommt die Kompatibilität als wichtiges Entscheidungskriterium - was hilft einem das schnellste Medium, wenn z. B. die Druckerei dieses partout nicht lesen kann?

Generell unterscheidet man zwischen magnetischen und optischen bzw. magneto-optischen Wechselspeichern. Das einfachste magnetische Medium ist sicherlich die Diskette, in Atari-Kreisen gleichzeitig noch immer eines der wichtigsten Medien, da viele Programme aufgrund ihrer vorbildhaften Kompaktheit immer noch auf diese Art Verbreitung finden. Eine ähnliche Handhabung, aber eine etwas höhere Geschwindigkeit und eine weitaus größere Kapazität bietet das Zip-Laufwerk, das sich besonders aufgrund seines günstigen Preises als Quasi-Standard auch in Druckereien durchgesetzt hat. Ein einzelnes Medium fasst 100 MB, mit der jüngsten Generation sind auch 250 MB möglich. Die Zip-Laufwerke gibt es von Iomega für die verschiedensten Schnittstellen und in interner und externer Bauweise. Für Atari-Benutzer sind natürlich besonders die (leider etwas teureren) externen SCSI-Varianten interssant. Der Betrieb eines parallelen ZIP-Drive ist zwar möglich, allerdings ist dazu ein spezieller Adapter notwendig. Diese Variante ist also nur bei einem gewünschten Datenaustausch z. B. mit einem PC-Notebook ohne SCSI-Schnittstelle empfehlenswert. Zip-Laufwerke sind besonders im privaten Bereich empfehlenwert und bieten hier sogar schon genug Kapazität für ein kleines Backup. Ausserdem sind die erforderlichen Medien oftmals auch günstig im Kaufhaus erhältlich.

Tipp: Beim Falke-Verlag ist für nur 249 DM das externe Wechselplatten-Laufwerk EZ-Drive von Syquest erhältlich. Zwar wird dieses nicht mehr hergestellt, es sind aber noch ausreichend Medien vorhanden. Ein EZ-Medium bietet einen Speicherplatz von immerhin 135 MB, und der Datenzugriff ist ungefähr doppelt so schnell wie bei einem Zip.

Wer z. B. für umfangreiche Backups auf deutlich höhere Kapazitäten angewiesen ist, bekommt mit Iomegas Jaz-Laufwerken Wechselspeicherlaufwerke geboten, die die Gigabyte-Grenze durchbrechen. Die aktuelle Variante bietet eine Kapazität von 2 GB bei einer Transferrate von 8.7 MB/s.

Tipp: Beim Falke-Verlag ist für nur 249 DM das externe Wechselplatten-Laufwerk Syjet 1.5 von Syquest erhältlich. Zwar wird dieses nicht mehr hergestellt, es sind aber noch ausreichend Medien vorhanden. Ein Syjet-Medium bietet einen Speicherplatz von 1.5 GB und stellt somit eine vorzügliche Möglichkeit zum Backup von kompletten Partitionen dar. Eingebunden werden Wechselplatten am Atari wie ganz normale Festplatten. Die aktuelle Version des HDDrivers erkennt die Medien ohne Probleme.

Wenn Sie MagiC auf einem iMac bzw. G3-/G4-Mac laufen lassen, benötigen Sie für die Installation vieler Atari-Programme zwingend ein Diskettenlaufwerk. Mit einem USB-Superdisk-Laufwerk von Imation schlagen Sie hier zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie erhalten ein Diskettenlaufwerk, das auch 1.44-MB-Floppies liest und gleichzeitig einen Wechselspeicher, der unter MacOS nutzbar ist.

CD-R und CD-RW

Neben den rein magnetischen Wechselspeichern setzen sich auch optische Laufwerke immer mehr am Markt durch. Bei diesen schreibt ein Laserstrahl die Daten gänzlich berührungslos auf ein Medium, was keine Abnutzung erzeugt. Die bekanntesten rein optischen Medien sind sicherlich einmal und mehrfach beschreibbare CDs (CD-R und CD-RW). Die Vorteile liegen auf der Hand: Die CDs können von jedem handelsüblichen CD-ROM ausgelesen werden, die Archivierung ist problemlos möglich, Audio-CDs können erzeugt werden und die Medien sind sehr preisgünstig auch in Kaufhäusern zu kaufen. Der Nachteil ist, dass die Kapazität mit 650 MB recht begrenzt ist.

Für den Atari sind natürlich in erster Linie SCSI-CD-Writer interessant. Die Preise beginnen hier bei ca. 400 DM. Im Hades und im Milan können jedoch auch interne IDE-Laufwerke genutzt werden, die deutlich günstiger sind: Die Preise beginnen hier bereits bei 250 DM.

Mit dem CDRecorder Pro ist eine ebenso komfortable wie leistungsfähige CD-Brennsoftware für Atari TT und Falcon sowie den Milan erhältlich. Mit der Software können die CDs in den gängigen Formaten beschrieben werden. Die Oberfläche ist intuitiv und komfortabel. Mit den verschiedenen Audio-Versionen können ausserdem Audio-CDs hergestellt werden. Das Programm verwaltet Dateien im AIFF-, AVR- und WAV-Format, auch eine DAO(Disk At Once)-Modus ist vorhanden. Der Preis liegt bei 149 DM.

DVD

Als Nachfolger der CD setzt sich immer weiter das DVD-Format durch, das Kapazitäten von bis zu 17 GB und somit Platz auch für Filme im MPEG-Format bietet. Zwar sind auch hier mehrere wiederbeschreibbare Varianten im Handel, jedoch sind diese mit über 10000 DM für den Massenmarkt noch uninteressant.

Am Atari wird das DVD-Format durch die aktuelle Version des HDDriver grundsätzlich unterstützt. Jedoch gibt es derzeit noch keine Hard- und Software für das Abspielen von DVD-Filmen. Selbst ein Milan 060 bietet hier weitaus zu wenig Leistung und wäre auf eine Zusatzkarte angewiesen. Anders sieht es aus, wenn Sie sich einen aktuellen iMac bzw. G3-/G4-Mac als Plattform zugelegt haben. Diese sind in den meisten Fällen bereits serienmäßig mit einem DVD-Drive ausgestattet. Wer also seinen Mac nicht nur zum Betrieben von MagiC nutzen möchte, erhält einen DVD-Player sozusagen als Beigabe dazu. Ebenso sieht es natürlich bei heutigen PC-Konfigurationen aus.

Magneto-optische Laufwerke

Magneto-optische Wechselspeicher gibt es in den Größen 5.25" und 3.5". Letztere erreichen eine Kapazität von bis zu 5.2 GB, 3.5"-Laufwerke bieten Speicher für immerhin bis zu 1.3 GB. Magnetooptische Laufwerke werden in erster Linie im professionellen Bereich für sehr sichere Backups eingesetzt. Die Daten werden berührungslos mit Hilfe eines Magnetfeldes auf die Medien geschrieben. Der Nachteil ist, dass die Schreibgeschwindigkeit weit unter der einer Wechselplatte liegt.

Monitore

Für viele der ersten Atari-ST-Kunden war der Monitor SM124 ein wichtiges Kaufkriterium. Selten hatte man zuvor ein derart scharfes Bild an einem Computer gesehen. Mittlerweile sind die Ansprüche an das wohl wichtigste Ausgabegerät gestiegen: Farbe ist selbstverständlich, und selbst ein 17-Zöller gilt fast schon als etwas klein. Eines ist aber geblieben: Der Wunsch nach augenschonendem Arbeiten.

Röhrenmonitore

Röhrenmonitore sind sowohl im Video- als auch im Computermarkt sicher die am weitesten verbreiteten Monitorarten. Sie sind nach wie vor am günstigsten, nehmen aber auch am meisten Platz auf dem Schreibtisch weg. Das heute wichtigste Entscheidungsmerkmal ist die Bildschirmdiagonale. Waren die ersten ST-Anwender noch mit 12 Zoll durchaus zufrieden, so galt ein 14"-Monitor lange Zeit als Standard.

Durch Multitasking-Betriebssysteme und aufwendigere Programme ist aber selbst vielen Heimanwender heute ein 17-Zöller um einiges zu klein geworden. Für Grafik- und Layout-An-wendungen sollten es mindestens 19 Zoll sein - hier setzte Atari mit dem TT und seiner hohen Auflösung einen Standard. Wenn Sie professionell arbeiten und Stunden um Stunden auf den Bildschirm schauen müssen, sollten Sie sich sogar einen 21 "-Monitor gönnen. Sie verfügen dann über genügend Raum, um eine DIN-A-4-Seite in voller Größe darzustellen.

Besitzer von Atari-Computern können allerdings nicht immer die Bildschirmgrößen auch voll nutzen: Wem tatsächlich ein ST oder STE für die einfachsten Arbeiten ausreicht, der ist natürlich mit einem 15-Zöller vollkommen befriedigt, da sein Rechner über eine Auflösung von 640 x 400 sowieso nicht herauskommt. Aber auch diese kleinen Ataris sind zu erweitern: WRS Software-Design bietet mit der Panther eine Brücke für ISA-Karten aus der PC-Welt an (ET-4000), die schon recht gute Ergebnisse zustande bringen. MegaSTE- und TT-Besitzer sind allerdings auf den Gebrauchtmarkt angewiesen, wenn Sie ihrem Rechner mit einer VME-Buskarte nachträglich höhere Auflösungen bescheren möchten. Besonders empfehlenswert sind hier die Nova- bzw. Supernova-sowie die CrazyDots-II-Karten. Auch einige Matrix-Karten bieten Leistungen, die immer noch interessant sind.

Es gibt wohl kaum einen Falcon, der nicht mit einer Bildschirmerweiterung wie Screenblaster oder BlowUp erweitert ist. Mit dem Screenblaster sind z. B. Auflösungen um 1024 x 768 auch in Interlace durch die hohe Bildwiederholfrequenz durchaus sinnvoll zu betreiben - ein 19-Zoll-Monitor macht also auch hier durchaus Sinn. Gute Monitore machen natürlich besonders viel Spaß an einem Hades oder Milan und natürlich am Power Mac oder PC.

Bei Röhrenmonitoren unterscheidet man zwei unterschiedliche Techniken: Lochmasken und Streifenmasken. Monitore mit Lochmasken werden preisgünstiger angeboten und bieten ein geringfügig schärferes Bild, dafür sind Streifenmaskenmonitore in Sachen Helligkeit und Kontrast überlegen. Ausschlaggebend für die Bildschärfe ist der Abstand der Loch- bzw. Streifenmaske. Je niedriger dieser Wert ist, umso schärfer ist das Bild. Ein guter Wert ist ein Abstand von höchstens 0.26 Millimetern.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Wölbung der Oberfläche der Bildröhre. Der Trend geht ganz klar in Richtung einer gänzlich planen Oberfläche, da optische Verzerrungen minimiert und störende Reflexionen unterbunden werden.

Wie erwähnt, hängt die Wahrnehmung der Bildqualität auch entscheidend von der dargestellten Bildfrequenz ab. Auf diesem Gebiet war Atari schon immer vorbildlich: Schon der allererste ST erreichte mit Wiederholfrequenzen über 70 Hz den Eindruck eines flimmerfreien Bildes. Diese Grenze hat sich kaum verschoben: 75 Hz gelten nach wie vor als ergonomischer Wert. Entscheidend beim Kauf eines guten Monitors sind die Werte für Zeilen- und Bildfrequenz sowie die höchste erreichbare Auflösung. )e höher dabei die Zeilenfrequenz ist, umso höher ist die erreichbare Auflösung. Bei Verwendung von Grafikkarten im Atari, Mac oder PC sollten Sie darauf achten, dass die Maximalfrequenzen nicht unter 90 KHz liegen. 21 -Zoll-Monitore sollten sogar deutlich mehr verkraften.

Nicht ganz unwichtig ist auch ein Blick auf das Gütesiegel, das das Strahlungsaufkommen ausweist. Ein moderner Monitore sollte Richtlinien wie MPRII und TCO 95 auf jeden Fall erfüllen. Neue Geräte sollten sogar der TCO-99-Norm entsprechen.

Gute Erfahrungen haben wir durchgehend mit den Ilyama-Monitoren gemacht, die eine hohe Leistung bei einem recht günstigen Preis bieten und in allen gängigen Größen zu erwerben sind. Wenn Sie noch günstiger einkaufen möchten, sind auch die Geräte der Firma M7 Videoseven (vormals Macom) interessant. Ein guter 19"-Monitor ist hier bereits für unter 800 DM erhältlich.

LCD-Montore

LCD-Monitore haben sich in den vergangenen zwei Jahren immer weiter am Markt durchgesetzt. Ihre Vorteile liegen auf der Hand: Die Geräte sind extrem flach, sehr leicht und nehmen nicht viel Platz auf dem Schreibtisch ein. Zudem wirken sie weitaus eleganter. Der Nachteil ist in erster Linie der hohe Preis: Ein 15-Zoll-Display bewegt sich meist um 2000 DM. Ausserdem ist eine farbverbindliche Arbeit mit den LCD-Schirmen unmöglich, da sich das Farbempfinden mit dem Einblickwinkel bzw. dem Lichteinfall ändert.

Die Werte für die Bildschirmgröße sind übrigens nicht ganz objektiv mit denen für Röhrenmonitore gleichzusetzen: Ein LCD-Monitor weist keinerlei Krümmung auf und stellt bis in die Ränder ein scharfes Bild dar. Daher kann ein 15"-LCD-Display in der Darstellungsfläche durchaus mit einem 17"-Röhrenmonitor verglichen werden.

Atari-Besitzer, die sich ein LCD-Display anschaffen möchte, sollte unbedingt beim Fachhändler nachfragen, ob das ausgewählte Gerät auch mit analogen Signalen arbeiten kann. Viele LCD-Monitore setzen nämlich ein digitales Signal voraus und liefern im Zweifelsfall eine kleine Zusatzkarte gleich mit, die im Atari natürlich nicht betrieben werden kann. Der Atari kann ausschließlich ein analoges Signal liefern. Einige LCD-Displays haben damit keine Probleme.

Drucker

Auch im Bereich der Drucker war Atari lange Vorreiter: Die eigenen Laserdrucker überzeugten in erster Linie durch ihre hohe Geschwindigkeit, da sie direkt an der ACSI-Schnittstelle des Atari betrieben werden konnten. Nach wir vor Standard ist heute der Betrieb eines Druckers über die parallele Schnittstelle. Immer weiter setzt sich auch der USB-Standard durch, der in Kürze auch vom Milan II unterstützt werden wird. Wenn Sie einen modernen Mac als Plattform für MagiC nutzen, kommen Sie um einen USB-Drucker bzw. eine Erweiterungskarte für serielle Geräte nicht herum.

Während vor einigen Jahren noch verschiedene Drucktechniken ihre Berechtigung hatten, werden heute vornehmlich Laser- und Tintenstrahldrucker angeboten. Nadeldrucker machen nur noch Sinn, wenn man berufliche auf Durchschläge angewiesen ist.

Wer eine Auswahl moderner Druk-ker am Atari betreiben möchte, sollte sich unbedingt die aktuelle Version von NVDI 5 zulegen: NVDI bietet eine große Auswahl an Druckertreiber, die transparent ins System eingebunden werden und so von allen modernen Applikationen aus nutzbar sind. Der Fokus liegt auf den gängigen Modellen von Canon, Epson und Hewlett Packard. Informieren Sie sich vor dem Kauf eines Druckers stets, ob NVDI bereits einen passenden oder kompatiblen Treiber bietet.

Laserdrucker

Die Atari-Laserdrucker boten Auflösungen bis 300 dpi, heute gilt 600 dpi als Standard, da sich Buchstaben und Grafiken damit zumindest subjektiv treppchenfrei darstellen lassen. Laserdrucker eigenen sich für Anwendungen, auf denen es auf hohe Qualität bei schnellem Druck ankommt: Layout-Übersichtsausdrucke, Texte, Rechnungen oder Tabellen.

Ein wichtiges Auswahlkriterium sind neben der Druckqualität auch die zu erwartenden Nachfolgekosten: Vergleichen Sie auf jeden Fall den Preis für Tonerkartuschen.

Durchweg gute Erfahrungen haben wir mit den Laserdruckern von HP gemacht. NVDI bietet eine breite Unterstützung für die verschiedensten Modelle.

Tintenstrahldrucker

Wer farbige Ausdrucke wünscht, wird heute in den allermeisten Fällen einen Tintenstrahldrucker kaufen. Die Qualität der angebotenen Geräte hat in den letzten zwei Jahren große Fortschritte gemacht, wobei der Preis deutlich gesunken ist. Selbst im professionellen Bereich sind einige Geräte z. B. zur Kontrolle des Layouts einsetzbar, allerdings ist die Hauptverbreitung sicherlich im privaten Bereich gegeben.

Die Druckqualität hängt auf der einen Seite von der möglichen Auflösung des Druckers selbst und zum anderen von der Papierqualität ab. Mit nahezu allen heute am Markt erhältlichen Geräten sind jedoch Ausdrucke in Fotoqualität möglich. Nachteile von Tintenstrahldruckern sind in erster Linie deren relativ langsame Arbeitsgeschwindigkeit und die hohen Verbrauchskosten. Vergleichen Sie also vor dem Kauf auch immer den Preis der erhältlichen Kartuschen! Bei einigen Herstellern können die einzelnen Farben ausgewechselt werden, bei anderen werden gleich komplett neue Tintentanks fällig. Wichtig ist aber in jedem Fall, dass für die Farbe Schwarz eine eigene Kartusche benutzt wird, da ansonsten kein reines Schwarz erzeugt werden kann.

Beste Erfahrungen haben wir mit den Farb-Tintenstrahlern von Epson gemacht, die durchweg hohe Auflösungen und damit eine tolle Druckqualität bieten. Der Photo 700/750 bietet z. B. Spitzenleistungen um 300 DM. NVDI unterstützt sehr viele Modelle.

Digitalkameras

Während Digitalkameras in den ersten zwei Jahren nach iher Einführung nicht so recht in Gang kommen wollten, boomt der Markt mittlerweile, und auch viele private Anwender investieren in diese Technologie. Im professionellen Bereich schätzen besonders Web-Designer die Möglichkeit der direkten Übertragung an den Rechner. Im professionellen Layout-Bereich nutzt man in der Regel jedoch weiter herkömmliche Filme, da die Bildqualität selbst moderner Kameras als immer noch nicht ausreichend gilt.

Auch am Atari ist die Übertragung von Daten aus digitalen Kameras möglich. Zwar liegt die Software nicht wie für PC und Mac gleich bei und muss für immerhin 99 DM nachgekauft werden, allerdings ist diese dann auch leistungsfähiger als sehr viele der Standardlösungen. Der Name „Olympia" erweckt dabei etwas falsche Vorstellungen: Zwar werden sehr viele Geräte des Herstellers Olympus unterstützt, gleichzeitig können aber auch Daten aus Kameras z. B. von Agfa, Epson oder auch Fuji über eine freie serielle Schnittstelle an den Atari übertragen werden.

Das wichtigste Kaufkriterium ist der Preis und die erreichbare Auflösung. Spitzenwerte liegen hier derzeit bei bis zu 2.5 Millionen Pixeln. Die Evolution geht hier in großen Schritten voran: Bis Ende dieses Jahres ist mit Kameras zu rechnen, die Auflösungen von bis zu 4 Megapixeln bieten und deutlich günstiger angeboten werden können. Eventuell sollte man vor einem Kauf also die gegenwärtige Entwicklung noch abwarten.

Thomas Raukamp

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