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Nach fast vier Jahren Pause gibt es mit der v3.0 ein Update von ergo!pro. Hilfsprogramme, die aus dem etwas kargen GFA-Basic ein modernes
Entwicklungssystem zaubern, gibt es viele. ergo!pro ist darunter eines der
beliebtesten, nicht zuletzt wegen seiner Vielseitigkeit. XRef-Analyse Bei umfangreichen Programmierprojekten kommt selbst der akribisch
dokumentierende Programmieren ab und zu ins stolpern. Variablen, die in der
1.0-Version noch benötigt wurden, schlummern in der 2.0 ungenutzt vor sich
hin, verlängern das Programm unnötig. Statistik Die Statistik zeigt die Anzahl der verwendeten Variablen/Prozeduren und deren Typ. Das Ergebnis ist eine kurze Liste, die eingeschränkt bereits für die Programmoptimierung nützlich sein kann. So ergab die Statistik des ECI (ein GFA-Basic/faceVALUE-Programm), das 77 String-Variablen verwendet wurden - davon 25 global. Ob dies bei jeder Variable notwendig ist, muss die ausführliche XRef-Analyse ergeben. Baumdiagramm Das Baumdiagramm zeigt, welche Prozeduren/Funktionen sich gegenseitig aufrufen. Ein faceVALUE-Programm ruft bspw. in seiner Initialisierungsphase mehrere Prozeduren auf, die wiederum andere Prozeduren aufrufen. Im Baumdiagramm erkennt man auf einen Blick, welche Aufrufe eine Prozedur tätigt. Durch Einrückungen ist dabei auch die Übersichtlichkeit gewährleistet. Variablenliste Die erzeugte Liste enthält alle verwendeten Variablennamen. Die Liste läßt sich auf globale Variablen beschränken, die sich oft als wahre Übeltäter entpuppen wenn es um überraschende Änderungen von Variableninhalten entpuppen. REM-Killer Einer der Klassiker unter den Programmiertools ist der REM-Killer, der
unerwünschte Kommentare im Programm entfernt. Auch diese Funktion kennt
Ausnahmeregeln, die definieren, welche Kommentare erhalten bleiben sollen. So
können die Kommentare zwischen Unterprogrammen, in
Prozedur/Funktions-Zeilen oder in Unterprogrammen, die mit einem
benutzerdefinierten Text anfangen. INLINEs INLINEs werden in GFA-Basic häufig für das Ablegen von kleinen Assembler-Unterprogrammen verwendet. Diese können von ergo!pro aus der GFA-Datei extrahiert und einzeln oder in eine Sammeldatei ablegen. Profiler Der Profiler ist eine Art digitaler Detektiv für den Ablauf des Programms und ist neben der XRef-Analyse wohl die wertvollste Funktion zur Programmoptimierung. Der Hypertext des Programms nennt dazu einige Beispiele. So kann der Profiler feststellen, wie häufig eine Prozedur aufgerufen wird, wieviel Zeit sie benötigt und welche Inhalte bestimmte Variablen annehmen. Texte Diese Funktion ersetzt die Inhalte von Strings und Data-Zeilen. Häufigstes Anwendungsgebiet ist Erleichtern von Übersetzungen. Mittlerweile dürfte diese Funktion nicht mehr allzu häufig nötig sein, denn i.d.R. ist es praktischer, alle Texte in der RSC-Datei oder als Textdateien abzulegen, die dann bei Programmstart ausgelesen werden. ASCII speichern Entspricht der SAVE,A-Funktion von GFA-Basic, d.h.: es wird aus einer .GFA-Datei eine LST-Datei erzeugt. Präprozessor Mit dieser Funktion lassen sich nicht mehr benutzte Prozeduren entfernen, symbolische Variablen ersetzen und markierte Programmteile entfernen. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig - so läßt sich aus der Vollversion eines kommerziellen Programmes leicht eine Demoversion erzeugen. Der Präprozessor kann mit der Compiler-Funktion kombiniert werden, so das ergo!pro gleich nach dem Präprozessor mit dem compilieren beginnt. ergo!pro als Compilershell Neben der Programmoptimierung ist der zweite große Programmteil in ergo!pro die Compilershell. Für jedes Programm kann eine Projekt-Datei angelegt werden, die die individuellen Compiler-Einstellungen für das Programm enthält, wie z.B. die Einstellungen des Präprozessors. Notizen Eine Neuheit in ergo!pro 3.0 sind die Projektnotizen. Diese werden von
ergo!help angezeigt und enthalten neben persönlichen Notizen auch Verweise
auf den Hypertext des eigenen Programms. Sofern man eine Todo-Liste und
News-Liste führt, können diese Dateien direkt per Link angesprochen
werden. Was im Notizfenster angezeigt werden soll, kann man durch das
Ändern der Notizzettel-Datei mit der Endung NTC bestimmen. Die Syntax zum
Setzen der Links ist sehr einfach. Mit der Notizzettel-Funktion sollten jetzt
die Papierzettel oder temporären Dateien mit Programmiernotizen der
Vergangenheit angehören - ausreichende Disziplin beim GFA-Programmierer
einmal vorausgesetzt... Das Projektfenster Für den Benutzer früherer ergo!-Versionen ist das Projektfenster wohl die auffäligste Neuheit. Zwar hat sich an der Bedienung des Fensters nichts geändert, aber es sind einige Icons dazugekommen, die den Weg zur Menüleiste sparen. Die Iconleiste läßt sich ausblenden und das Fenster läßt sich resizen. Eine frei definierbare Leiste mit "Hotbuttons" erlaubt den Zugriff auf weitere ergo!pro-Funktionen. Moderne Zeiten Dem alten ergo!pro 2.5 sieht man im Jahr 2000 sein Alter deutlich an. Bei
der v3.0 hat sich in diesem Bereich erwartungsgemäß einiges getan.
Alle Fenster lassen sich per Iconify schnell verkleinern und die Dialoge
unterstützen BubbleGEM, was die ST-Guide-Hilfe fast überflüssig
macht. Letztere war zum Testzeitpunkt noch nicht ganz fertiggestellt, ist aber
leicht verständlich formuliert und sinnvoll gegliedert. BASTARD Dieses Freeware-Utiltiy liegt ergo!pro gleich bei, liegt aber auch auf der
Website von Run! Software. Bei BASTARD handelt es sich um eine Starthilfe
für den GFA-Interpreter, die einige ältere Patches
überflüssig macht und einige interessante Neuheiten bietet. Mit
ergo!pro läßt sich der BASTARD leicht konfigurieren. Der Speicher
für den Interpreter kann begrenzt werden. Soll GFA in Farbtiefen mit mehr
als 16 Farben laufen, ist der notwendige Patch gleich in BASTARD enthalten -
Scrambler oder A la Card (das ergo!pro ebenfalls beiliegt) werden damit
praktisch überflüssig. Der Interpreter-Name, mit dem sich das
GFA-Basic beim Betriebssystem anmelden soll. Dies ist nur dann von Bedeutung,
wenn sich andere Programme mit dem GFA-Programm "unterhalten" möchten. ergo!help Das Help-Accessory wurde komplett überarbeitet und verfügt jetzt
über eine Menüleiste. Geblieben ist die Möglichkeit aus dem
GFA-Interpreter die passenden Help-Seiten aufzurufen. Vom Komfort ist das
Accessory dem ST-Guide mindestens ebenbürtig, die Blockmarkierung ist
sogar besser gelöst und kann auch Teile von Zeilen markieren. Leider kann
das ergo!help-Accessory nicht gleich noch die HYP-Dateien des ST-Guide
einlesen. Fazit Erst ergo!pro macht aus GFA-Basic ein modernes Entwicklungssystem, das auch
den systemübergreifenden Vergleich nicht zu scheuen braucht. Update-Konditionen: Bezugsquelle: Matthias Jaap |
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