SchnŠppchen geschlagen: Günstig zum Traumsystem

NIE WAR ES SO GÜNSTIG, EIN ATARI-FAN ZU SEIN. HARD- UND SOFTWARE, DIE DAMALS ZU HORRENDEN PREISEN ERHĂ"LTLICH WAR, IST HEUTE FÜR EIN PAAR Euro KAUFEN. WIR GEBEN EIN PAAR TIPPS FÜR EINEN SINNVOLLEN AUSBAU.
DAS BLĂ"TTERN IN ALTEN AUSGABEN DER ST-COMPUTER LĂ"SST HĂ"UFIG WEHMUT AUFKOMMEN, GIBT ABER AUCH IMMER WIEDER ZU MANCHEM HERZHAFTEN LACHER GELEGENHEIT, WENN MAN AUF DIE PREISE IN DIVERSEN ANZEIGEN SCHAUT. SO OFFENBART EIN BLĂ"TTERN DURCH DIE MAI-AUSGABE DES JAHRES 1990, DASS EIN SIMPLES DD-DISKETTENLAUFWERK MIT 720 KBYTES SPEICHERPLATZ PRO DISKETTE SATTE DEM 335.- GEKOSTET HAT. NAHEZU UNBEZAHLBAR WAR DER "SCHNELLE" ZUGRIFF AUF EINE FESTPLATTE: UNGLAUBLICHE "SPEICHERRIESEN" MIT 150 MBYTES KOSTETEN INKLUSIVE ANSCHLUSS AN DEN ACSI-BUS DES ST DEM 2498.- - EIN SCHNĂ"PPCHEN GERADEZU.

Heute sieht die Situation gĂ€nzlich anders aus: Von Diskettenlaufwerken reden ernsthafte Anwender schon lange nicht mehr, Festplatten in GBytes-GrĂ¶ĂŸen werden dem KĂ€ufer praktisch hinterher geschmissen. Die PC-Schwemme ab den 90er Jahren hat in erster Linie als Ergebnis einen enormen Preisverfall auf dem Hardwaremarkt nach sich gezogen. Doch nicht nur der Markt der PC-Besitzer profitiert davon, auch Atari-Freunde profitieren von den vor Jahren noch undenkbaren Preisen, die langjĂ€hrigen Fans endlich Konfigurationen ermöglichen, von denen sie in den 80er und 90er Jahren nicht einmal zu trĂ€umen gewagt hĂ€tten.

Immer wieder erreichen uns jedoch Fragen nach sinnvollen AufrĂŒstungen der klassischen Ataris mit heutiger Hardware. Oftmals bestehen Unsicherheiten ĂŒber Bussysteme, hin und wieder wird auch der Nutzen und die Anwendbarkeit heutiger Peripherie innerhalb des AtariEnvironments in Frage gestellt. Wir möchten daher in diesem Artikel einige Tipps zur sinnvollen Erweiterung des bestehenden klassischen Atari-Systems geben, die den Nutzwert erhöhen sollen.

In diesem Artikel gehen wir besonders auf die sinnvolle Erweiterung des Atari Falcon ein, der immerhin heute die verbreitetste klassische Atari-Rechner ist. Hin und wieder gehen wir aber auch auf andere Systeme ein.

Atari-HĂ€ndler Fehlanzeige

Das Atari-HĂ€ndlernetz ist in den letzten fĂŒnfzehn Jahren praktisch auf den Nullpunkt geschrumpft, einzig einige Unentwegte wie woller in Berlin oder Peter Denk in Hamburg sind noch ĂŒbrig geblieben. WĂ€hrend woller aufgrund seiner TV-Hard- und Software und dem Betriebssystem N.AES besonders fĂŒr Milan-Anwender interessant ist, bietet der Atari-Fachmarkt Peter Denk [1] eine Fundgrube fĂŒr engagierte Atari-Benutzer. Kaum eine wichtige Hard- und Software aus den Jahren der Atari-Entwicklung ist hier nicht zu finden, auch die klassischen Systeme ST, STE, TT und Falcon sind hier quasi im Neuzustand erhĂ€ltlich. Macht der betagte Atari also einmal schlapp, finden Sie bei Peter Denk sicher Nachschub. Geboten wird auch eine intensive Beratung, eben wie man es von einem Atari-FachhĂ€ndler seinerzeit gewohnt war.

NaturgemĂ€ĂŸ wesentlich umfangreicher ist natĂŒrlich das Angebot im Online-Marktplatz eBay. Wer schon einmal in den Atari-Rubriken gestöbert hat, wird allein vom deutschen Dienst quasi ĂŒberwĂ€ltigt sein - allein die ST-Rubrik enthĂ€lt stĂ€ndig zwischen 300 und 500 Artikel, von kompletten Rechnerkonfigurationen bis hin zu seltenen Hard- und SoftwareschnĂ€ppchen. RegelmĂ€ĂŸige Besuche bei eBay gehören daher fĂŒr die meisten AtariFans lĂ€ngst zum Alltag.

Festplatten

Aus der Sicht der 80er und 90er Jahre bieten Festplatten heutzutage fast unglaubliche KapazitĂ€ten an. Unter 30 GBytes ist fast keine Platte mehr zu haben, die Messlatte wird stĂ€ndig nach oben erweitert, sodass GerĂ€te, die frĂŒher höchstens in Serversystemen zu finden waren, heute zum Arbeitsalltag gehören. Ob KapazitĂ€ten um 100 Gbytes fĂŒr AtariAnwender allerdings sinnvoll sind, darf in Zweifel gezogen werden. Wenn Sie Ihren Atari nicht

tĂ€glich zum Beispiel fĂŒr speicherfressende Aufgaben wie das professionelle Layout nutzen, sollten Sie mit FestplattengrĂ¶ĂŸen von bis zu 10 GBytes eigentlich stets locker auskommen. Atari-Programme sind aufgrund der minimalen Voraussetzungen eben sehr genĂŒgsam, professionelle und somit leistungshungrige Programme wie Calamus SL werden in der Praxis sowieso in den allermeisten FĂ€llen unter Emulationen wie MagiCMac oder STEmulator auf heutigen Macintosh- und PC-Systemen benutzt.

Falcon-Besitzer stehen vor der Frage, ob die interne 2.5 Zoll große Festplatte ersetzt oder eine externe Platte angeschlossen werden soll. Der Falcon verfĂŒgt intern ĂŒber einen IDE-Bus, an dem problemlos alle heutigen Notebook-Festplatten angeschlossen werden können. Zwar ist der Preis fĂŒr die kleinen GerĂ€te noch nicht ganz so niedrig wie der fĂŒr die 3.5 Zoll großen BrĂŒder, trotzdem kostet eine interne 2.5 Zoll große IDE-Festplatte fĂŒr den Atari Falcon lĂ€ngst nicht mehr die Welt. Wer die aktuellen Angebote bei eBay durchblĂ€ttert, stolpert hĂ€ufig ĂŒber Neuware in den Topangeboten, sodass ein Kauf von gebrauchten Artikels hĂ€ufig gar nicht soviel Sinn macht. NatĂŒrlich gilt in diesem Fall auch, dass Neuware mit KapazitĂ€ten unter 20 GBytes fast schon nicht mehr zu finden ist. Die Preise fĂŒr eine 20 GBytes fassende Notebook-Festplatte von IBM liegt auf eBay derzeit bei knapp 4E ioo.-, in der Regel wird der Sofortkauf als einzige Option geboten. HĂ€ufig handelt es sich um GerĂ€te, die nicht mehr im aktuellen Angebot der Markenhersteller zu finden sind, da sie durch noch schnellere Varianten ersetzt wurden. Da der interne IDE-Bus des Atari Falcon jedoch sowieso keine Geschwindigkeitsrekorde mehr aufstellt, ist dieser Umstand eigentlich völlig egal, da schneller bereitgestellte Daten vom Falcon eh nicht entsprechend abgearbeitet werden können.

Wer etwas genauer in den Gebrauchtangeboten stöbert, findet aber durchaus auch noch kleinere GrĂ¶ĂŸen. 2 bis 4 GBytes sind im Notebook-Format hĂ€ufig fĂŒr ca. € 20.- ZU ergattern. Da fĂŒr schnelle Anwendungen sowieso gern externe SCSI-Platten genutzt werden, sollte dieser Wert durchaus ausreichen.

Dies fĂŒhrt uns zum nĂ€chsten Punkt: Viele Falcon-Besitzer setzen ihren Atari hauptsĂ€chlich im Bereich der Musikproduktion ein. Hier fĂ€llt jegliche ZurĂŒckhaltung allerdings gern vor dem Pragmatismus, immerhin ist HD-Recording systemĂŒbergreifend eine Anwendung, der praktisch nicht genug Speicherplatz bereitgestellt werden kann. Der interne IDE-Bus des Falcon gilt als zu lahm fĂŒr sicheres digitales Recording, weshalb ernsthafte Anwender auf jeden Fall eine externe SCSI-Festplatte am Falcon nutzen sollten. Zwar ist auch der SCSI-2-Bus des Falcon kein wirklicher Renner mehr, fĂŒr verlustfreie Aufnahmen reicht die Leistung jedoch aus. Der Quasi-Standard Cubase Audio verweigert ĂŒbrigens die Zusammenarbeit mit der internen IDE-Platte.

Damit auch sehr große KapazitĂ€ten am Atari genutzt werden können, sollte als moderner Festplattentreiber der HDDriver von Dr. Uwe Seimet eingesetzt werden. Am SCSI-Bus von Falcon und TT sowie bei IDEPlatten (Falcon, Milan, Hades) entfallen dann jegliche EinschrĂ€nkungen. Wer den ST bzw. STE um eine heutige Platte erweitern möchte, muss einen ICD-kompatiblen SCSI-Hostadapter wie den Link96 oder Link97 mit einkalkulieren, die Preise fĂŒr diese Adapter liegen auch auf eBay nach wie vor bei ca. € 50.-, da sie den Markt nicht gerade ĂŒberschwemmen und offenkundig Ă€ußerst beliebt sind.

Kommen wir jedoch zurĂŒck zum Falcon: Eine externe SCSI-Festplatte muss natĂŒrlich in einem eigenen GehĂ€use stecken. Auf eBay finden Sie einige Komplettangebote, sodass Sie sich das eigene Zusammenstellen sparen können. Der Online-Marktplatz hat hier sogar eine eigene Rubrik eingerichtet, die sich "SCSI, extern" nennt. Dies ist genau der Ort, in dem Sie stöbern können, es stehen immerhin stets um die 50 Artikel zum Ersteigern oder zum Kauf bereit. Die Preise sind dabei angenehm moderat: Wenn Sie zum Beispiel Harddisc-Recording am Falcon betreiben möchten, so wĂŒrden wir eine FestplattenkapazitĂ€t ab 4 GBytes empfehlen (ca, eine Minute Musik in CD-QualitĂ€t belegt 1 MByte). Inklusive einem stabilen SCSI-GehĂ€use sollten Sie mit knapp € 20.- davonkommen. Selbst fĂŒr Speicherriesen geben Sie selten mehr als € 50.- aus. Witzigerweise sind nackte SCSI-GehĂ€use in der Regel nur unwesentlich gĂŒnstiger als externe GehĂ€use, die bereits mit einem Platte um 5 GBytes ausgerĂŒstet sind. Reicht Ihnen diese GrĂ¶ĂŸe, sollte Sie also nicht auf eine Festplatte verzichten - ausgewechselt werden kann spĂ€ter immer noch. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie die nötigen SCSI-Kabel gleich dazu kaufen, da diese inzwischen im Fachhandel nicht mehr standardmĂ€ĂŸig gefĂŒhrten Kabel ansonsten einiges an Geld kosten können. Selbst bei eBay betrĂ€gt der Preis ca. € lo.- pro SCSI-Kabel, denn es handelt sich zumeist um verschweißte Neuware. Außerdem sollten Sie notfalls beim VerkĂ€ufer des externen SCSI-GerĂ€ts nachfragen, ob dieses einen schaltbaren Terminator besitzt, falls es als letztes Element in eine SCSI-Kette integriert werden soll. Wenn nicht, sollten Sie gleich noch einen aktiven externen Terminator mit passenden Anschluss mit ersteigern, es ist mit Preisen um € 5.- zu rechnen.

CD-ROM und CD-Brenner

In der vergangenen Ausgabe der st-computer haben wir uns bereits ĂŒber den Anschluss von CD-Brennern an den Atari ausgelassen. Zwar sind noch immer die meisten kommerziellen Programme fĂŒr den Atari auf Diskette erhĂ€ltlich, trotzdem sollte ein CD-ROM-Laufwerk mittlerweile an keinem Rechner mehr fehlen, denn auch bei eBay sind oftmals zahlreiche Komplettsammlungen mit Hunderten von Programmen auf CD-ROM erhĂ€ltlich. Hinzu kommt die Möglichkeit des Abspielens und der direkten Digitalisierung von Audio-CDs. Wenn Sie nicht gerade einen Hades oder Milan besitzen, mĂŒssen Sie bei den klassischen Ataris natĂŒrlich auf externe Laufwerke zurĂŒckgreifen, es sei denn, Sie haben Ihren Rechner in einen Tower gehĂ€ngt. Dann können Sie das CD-Laufwerk sogar als zweites GerĂ€t am IDE-Port des Falcon betreiben, sofern Sie einen Adapter von 2.5 Zoll auf 3.5 Zoll besitzen. Allerdings ist bei insgesamt zwei GerĂ€ten Schluss.

Besitzer von ST, STE, TT und Falcon greifen natĂŒrlich wieder einmal auf externe SCSIGerĂ€te zurĂŒck, wobei ST und STE einmal mehr auf einen Hostadapter angewiesen sind. eBay besitzt auch fĂŒr externe CD-ROM-Laufwerke mit SCSI-Anschluss eine eigene Rubrik, die Preise schwanken hier je nach nutzbarer Geschwindigkeit. Atari-Besitzer können sich hier jedoch wieder einmal bescheiden, denn die SCSI-Schnittstelle von Falcon und TT stellt keine Geschwindigkeitsrekorde mehr auf. Hinzu kommt, dass PC-Besitzer oftmals sehr schnelle CD-ROM-Laufwerke nur deshalb schĂ€tzen, weil sehr viel Software (in erster Linie Spiele) eben auf CD ausgeliefert wird und daher ein stĂ€ndiger Zugriff notwendig ist. Hinzu kommt, dass wirkliche Renner zumeist sowieso nicht mehr in der SCSI-Variante lieferbar sind, da in der heutigen Computerwelt eben zumeist auf Standards wie IDE, USB und FireWire gesetzt wird.

Eine fĂŒr Atari-Besitzer angenehme Geschwindigkeit ist die 8fache. Inklusive externem GehĂ€use sollten Sie nicht mehr als € 15.- bis € 20.- ausgeben mĂŒssen, wobei Sie zu diesem Preis bereits Markenware von NEC, Toshiba oder Plextor bekommen. Kleiner Tipp: Wenn Sie sich auf dem Schreibtisch etwas fĂŒr's Auge gönnen möchten, achten Sie auf Laufwerke mit GehĂ€use von La Cie, die meist sehr ansprechend gestaltet sind und (unseres Wissens nach) immer einen schaltbaren Terminator enthalten.

Interessanterweise werden auf eBay mittlerweile mehr CDBrenner als CD-ROM-Laufwerke feilgeboten. Besitzer klassischer Ataris sollten auch in diesem Fall in der Rubrik fĂŒr externe SCSI-GerĂ€te wĂŒhlen, es werden immer zwischen 80 und 100 Laufwerke angeboten. NaturgemĂ€ĂŸ sind hier die Preise etwas höher anzusiedeln als bei den reinen LeseLaufwerken, fĂŒr den klassischen Atari sinnvolle CD-Brenner sind jedoch meist nicht teurer als 20 oder höchstenfalls 30 Euro inklusive GehĂ€use. Der Grund dafĂŒr ist, dass weder am Falcon noch am TT GerĂ€te mit mehr als 4-facher Geschwindigkeit eigentlich keinen Sinn machen, da die SCSI-Schnittstellen beider Rechner keine höheren Geschwindigkeiten bedienen können. Gute Erfahrungen haben wir in jedem Fall mit entsprechenden Yamaha-GerĂ€ten gemacht, die von der aktuellen CD Writer Suite 2 hervorragend unterstĂŒtzt werden.

Apropos Software: Brenner-Software fĂŒr den Atari konnten wir auf eBay nur Ă€ußerst selten auftun. Der Anwender ist also hier zumeist auf Neuware angewiesen. Aber die UnterstĂŒtzung aktueller Atari-Entwickler schadet der Motivation derselben ja auch nicht...

In Sachen SCSI-Kabel und -Terminatoren gilt dasselbe wie bei externen Festplatten. Scheuen Sie sich nicht, stets beim VerkÀufer nachzufragen, wenn Sie sich unsicher sind.

Monitore

Die Zeiten der guten, alten Atari-Monitore nĂ€hern sich auch bei Hardcore-Atari-Fans ihrem Ende. Kein Wunder: So mancher SM124 gibt langsam den Geist auf, hat eingebrannte Linien oder bietet nicht mehr ein so klares Bild wie am Anfang seiner Karriere. Wenn es tatsĂ€chlich weiterhin das berĂŒhmte Atari-"SchlĂŒsselloch" sein soll, dann gibt es auf eBay reichlich Nachschub, oftmals wechseln die 12 Zoll großen Schwarzweiß-Monitore sogar fĂŒr einen lumpigen Euro den Besitzer. Sie sollten jedoch durch Nachfragen sicher gehen, dass das GerĂ€t in einem besseren Zustand ist als das, was Sie gerade austauschen wollen - schließlich wurde der letzte Schwarzweiß-Monitor von Atari vor ca. 12 Jahren hergestellt. Etwas höher liegen natĂŒrlich die Preise fĂŒr den TTM994 bzw. TTM995 von Atari, da diese direkt an den TT anschließbar sind und dessen hohe Auflösung von 128o x 96o Bildpunkten direkt unterstĂŒtzen.

Ob ein originaler Atari-Monitor heute noch Sinn macht, darf allerdings zumindest im Falle des Atari ST angezweifelt werden. Adapter zum Anschluss von VGA-Monitoren oder gar TFT-Displays finden sich auf eBay immer recht gĂŒnstig (ca. 4E 2.- bis 5.). Die BildqualitĂ€t ist nicht schlechter als bei der Schwarzweiß-Schachtel, die Bildschirmdiagonale grĂ¶ĂŸer. Beim Falcon liegt ja sogar schon ein VGA-Adapter bei, sodass ein Anschluss keinerlei Probleme macht.

UnerlĂ€sslich ist ein moderner Monitor natĂŒrlich, wenn Sie Ihrem Mega ST, Mega STE oder TT eine Grafikkarte gegönnt haben. Hier machen sogar große Schirme mit 18 oder gar 21 Zoll Sinn, denn eine Auflösung von 1024 x 768 Bildpunkten schaffen auch die meisten Karten fĂŒr diese klassischen Ataris. NatĂŒrlich muss der Monitor dabei nicht nagelneu sein, denn auch Ă€ltere Modelle schaffen zumeist die oben erwĂ€hnte Auflösung in stabilen 70 Hz. Trotzdem reizen natĂŒrlich neue Monitore, zumal diese recht gĂŒnstig angeboten werden, seit jeder scheinbar PC-Besitzer ein TFT-Display will. Der Blick in die aktuellen Angebote bei eBay lohnt sich also immer wieder. Neue 19-Zöller sind inklusive Garantie hĂ€ufig schon ab € loo.-, selbst 21-Zöller gibt es neu schon ab ca. € 150.-. Wer sich mit 17 oder gar 15 Zoll bescheiden kann, kommt natĂŒrlich ungleich gĂŒnstiger davon.

Tipp: Wenn Sie eine Grafikkarte in Ihrem Classic-Atari betreiben, sollten Sie einmal auf Ihren Treiberdisketten schauen, fĂŒr welche damaligen Monitore es direkt vorbereitete Treiber gibt. So bieten die Crazy Dots-Karten zum Beispiel bereits serienmĂ€ĂŸig angepasste Treiber fĂŒr die immer noch sehr guten NEC-Monitore der FG-Serie, die einstmals preislich fast nur Grafikstudios vorbehalten waren. FĂŒrchten Sie also die Benutzung von Video-Mode-Generatoren, so suchen Sie doch einfach einen Monitor, der auch zu den Treibern Ihrer Karte passt!

Wirkliche SchnĂ€ppchen sind bei LC-Displays noch nicht zu machen, die angebotene Ware liegt preislich nur unwesentlich unter den Ladenpreise. Da macht ein Gang zum HĂ€ndler oftmals nach wie vor mehr Sinn. Sollte Ihnen doch ein gutes Angebot unterkommen, so vergewissern Sie sich bitte ausdrĂŒcklich, ob das Display einen D-Sub- bzw. VGAEingang besitzt. Ist nur ein digitaler Eingang vorhanden, kann das Display nicht an den Atari angeschlossen werden!

Apropos Grafikkarten: Dass diese spĂ€rlich gesĂ€t sind, merkt auch der heutige AtariAnwender, denn auch auf eBay tauchen vernĂŒnftige Karten wie die Nova, die Spectrum oder die Crazy Dots alles andere als hĂ€ufig auf - wenn doch, darf immer noch einiges angelegt werden, auf Preise ab 4E 5o.- aufwĂ€rts sollten Sie sich einstellen. Im Vergleich zu den originalen Preisen, die oftmals bei ĂŒber DEM 1000.- lagen, immer noch ein SchnĂ€ppchen mit hohem Nutzwert.

Gehören Sie zu den langjÀhrigen "ernsthaften" Atari ST-Anwendern, die nie etwas anderes als den monochromen Modus des Rechners benutzt haben, zumal ein zusÀtzlicher Color-Monitor seinerzeit recht teuer war? Vielleicht reizt Sie nun doch noch das eine oder andere klassische ST-Spielchen. Deshalb sollten Sie die Augen nach den Atar-GerÀten SC1224 und (besonders) SC1435 offen halten. Besonders vom SC1224 sind in letzter Zeit noch einige originalverpackte GerÀte aufgetaucht. Diese werden um 30 bis 40 Euro gehandelt.

DFÜ

Ein schnelles Modern galt einmal als absoluter Luxusartikel. Mittlerweile sieht die Situation gĂ€nzlich anders aus. Da die serielle Schnittstelle bei Mac und PC schon lĂ€ngst nicht mehr zum Anschluss von analogen Modems dient und die meisten heutigen Computer ĂŒber ein integriertes Modern verfĂŒgen oder gar per DSL das Internet erobern sind serielle GerĂ€te schlichtweg out - den Atari-Benutzer soll das nicht interessieren, mangels USB und interner Ethernet-Schnittstelle ist das analoge Modem immer noch der prĂ€ferierte Weg ins Netz. Der Mega STE und der TT strotzen ja auch geradezu vor Anschlussmöglichkeiten mit bis ZU 115.200 Baud - mehr als genug auch fĂŒr ISDN-Adapter.

Auf jeden Fall muss der Atari mit einem externen Modem beglĂŒckt werden, auch Milan und Hades können mit internen Varianten nichts anfangen. eBay strotzt förmlich vor externen 56k-Modems. Achten Sie allerdings darauf, dass sie sich auch wirklich nur serielle Varianten anzeigen lassen, denn die meisten externen GerĂ€te bedienen den USB-Port von PC und Mac. In der Redaktion haben wir immer wieder gute Erfahrungen mit seriellen Modems von Elsa gemacht, die auf eBay in 56k-Varianten recht hĂ€ufig zu finden sind. Allerdings erzielen Elsa-GerĂ€te immer noch Preis von bis zu € 20.--, andere Herstellerprodukte sind hĂ€ufig schon um die € 5.-- zu haben.

Knapp € 30.-- muss fĂŒr einen externen ISDN-Terminaladapter fĂŒr die serielle Schnittstelle des Atari investiert werden. Immerhin bekommt der Anwender dafĂŒr aber schon ein Elsa-GerĂ€t. ISDN-Modems werden in der Regel wie ihre analogen GegenstĂŒcke angesprochen, IConnect bietet sogar einen ISDN-Modus extra.

MIDI

immer noch sehr beliebt ist der Atari im Musikbereich. Dies spiegelt sich auch in den Preisen fĂŒr Hard- und Software fĂŒr Musiker wider. Ein echtes SchnĂ€ppchen ist hier also relativ selten zu machen. Selbst die ĂŒber zehn Jahre alten Sequenzerprogramme wie Notator oder auch Cubase gehen gern fĂŒr € 30.- bis € 50.- ĂŒber den virtuellen Tresen. Cubase Audio fĂŒr den Atari Falcon erzielt locker höhere Preise.

Etwas tiefer ins Portemonnaie muss bei der Hardware gegriffen werden. Besonders beliebt sind Erweiterungen der MIDI-Schnittstelle scheinen nach wie vor sehr beliebt: Ein MIDEX+ von Steinberg ist selten unter € 50.-- zu ergattern. Verglichen mit den ehemaligen Preisen ist dieser Preis aber vollends in Ordnung, zumal der Nutzwert innerhalb eines Studios extrem hoch ist. Wenn es nicht gleich das noble MIDEX+ sein muss, kommt der AtariMusiker hĂ€ufiger auch fĂŒr deutlich weniger Geld zu seinen zusĂ€tzlichen MIDI-Ports.

Speicher

Besonders Besitzer der STE-Serie von Atari sollten eBay einen Besuch abstatten, wenn ihr Rechner immer noch nicht die voll nutzbaren 4 MBytes RAM besitzt. Die 30-Poligen SIMM-Bausteine werden heutzutage Ă€ußerst gĂŒnstig angeboten. Mit GlĂŒck muss man nur einen Euro fĂŒr 4 MBytes anlegen, gĂŒnstiger war der 4-MB-Atari nie!

Schwieriger zu bekommen sind SpeicheraufrĂŒstungen fĂŒr den TT und den Falcon. Nicht besonders teuer werden allerdings 14-MB-Karten fĂŒr Ataris Wundervogel gehandelt, ab € 20.- ist der Anwender hier zumeist schon dabei.

Drucker

Der Traum vieler Calamus-Anwender auf dem ST waren in den 80er und 90er Jahren die schnellen Laserdrucker von Atari, die direkt an die ACSI-Schnittstelle von ST, STE und TT angeschlossen werden können. Hin und wieder tauchen SLM804 und SLM605 auch bei eBay auf, die Preise sind dann nicht sonderlich hoch, immerhin haben viele Anwender lĂ€ngst einen Laserdrucker oder einen hochauflösenden Tintenstrahler an der parallelen Schnittstelle des Atari hĂ€ngen. Achten Sie beim Kauf aber darauf, dass das Interface fĂŒr den Anschluss an den Atari mitgeliefert wird. Außerdem lohnt es sich immer, nach dem Zustand der Trommel zu fragen, da diese bei den SLM-Druckern getrennt von der Toherkartusche gewechselt werden muss. Toner wird ĂŒbrigens auch hĂ€ufig auf eBay angeboten. Aus Mangel an SLM-GerĂ€ten sind Sie hier zumeist schon fĂŒr ein paar Euro dabei.

Fazit

Es ist wirklich schön, dass der Atari heute so kostengĂŒnstig optimierbar ist. Mit zusĂ€tzlichen GerĂ€ten gewinnen die klassischen Rechner wieder einiges an Wert, besonders der Falcon ist dann wieder erste Wahl im Musikstudio. Auch Fans der "alten" STs können so Ihr Hobby ordentlich aufpolieren. STC

[1] http://www.atari-fachmarkt.de/

Thomas Raukamp
Kontakt Artikel-Archiv

Copyright-Bestimmungen: siehe "Über diese Seite".
Classic Computer Magazines
[ Join Now | Ring Hub | Random | << Prev | Next >> ]