Editorial: Back to the Future

Fast lief es wie in der Sage vom Fuchs und den süßen Früchten, die zu hoch hängen: Das Trauerspiel um die diversen MS-DOS-Hardwareemulatoren veranlaßte viele zu sagen, daß ein solches Gerät sowieso nicht sehr sinnvoll sei. Doch die beliebten Argumente wie »zu langsam«, »reiner Selbstzweck« oder »nur für notorische Software-Sammler interessant« ziehen nicht. Eins stimmt allerdings: Für den ST gibt es inzwischen fast alle Software, die das Herz begehrt. Diese Programm-Vielfalt besteht nicht zuletzt durch die Entscheidung Ataris, den eigenen MS-DOS-Emulator in der Versenkung verschwinden zu lassen. Atari erkannte damals klar und deutlich, daß die Markteinführung eines solchen Gerätes zu einer mangelnden Unterstützung des hauseigenen Betriebssystems TOS seitens der Softwarehersteller führen könnte.

Trotzdem blieb ein Emulator ein lang ersehnter Wunsch für die große Anzahl der Anwender. Oft sieht es so aus, daß daheim der Atari und im Betrieb ein Gerät von »Big Blue« steht. Wollen Sie zum Beispiel zu Hause Weiterarbeiten, so müssen Sie die Daten konvertieren. Diese umständliche Prozedur erweist sich sogar manchmal als unmöglich. Hier wirkt die Existenz eines wirklich funktionierenden Emulators, der mit akzeptabler Geschwindigkeit arbeitet, wie eine Wohltat.

Mit dem PC-Speed erweist sich der Atari ST nun einmal mehr als ein Chamäleon in Sachen Betriebssystemen. Bei keinem anderen Computer läßt sich ein schneller MS-DOS-Computer für 500 Mark zukaufen. Wer möchte seinen Schreibtisch denn gleich mit zwei Computern »zupflastern«, wenn es das Ganze auch schön kompakt in einem gibt?

Herzlichst,
Ihr Uwe Wirth
Redakteur


Uwe Wirth
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