CeBIT ’90 - Keep cool

Auch in diesem Jahr wurden wieder viele Neuigkeiten für den ST auf der CeBIT gezeigt. Natürlich darf auch der obligatorische Messebericht für alle, die nicht dabei sein konnten, nicht fehlen.

Die interessanteste Halle für den ST Anwender war zweifellos Halle 7.

Hier waren die meisten Firmen vertreten, die für den ST Hard- und Software anbieten. Auf dem ATARI-Stand selbst tummelten sich, wie bereits in den Jahren zuvor, verschiedene Anbieter. die ihre Produkte der Öffentlichkeit vorstellen wollten. Neben diesem wohl interessantesten Stand waren in Halle 7 auch Vortex, Heim und MAXON mit eigenen Ständen vertreten. Ein Streifzug über den ATARI-Stand soll Ihnen nun zeigen, was es an Neuigkeiten zu sehen gab.

UNIX auf dem TT

Erstes Schmunzeln entlockte ATARIs neuer Werbeslogan: „Wir machen Spitzentechnologie zum Erlebnis“, da sich eine leichte Doppeldeutigkeit nicht verleugnen läßt. Bei ATARI selbst gab es kaum etwas Neues zu sehen. Hervorstechende Neuheiten waren der TT/X, der unter UNIX arbeitet, und Lynx, das Yuppie-Spielzeug aus den USA, für das bereits etliche Spielkassetten existieren. Offiziell war noch kein Lynx auf der Messe zu sehen, doch einige Leute sahen schon neidisch auf ATARI Mitarbeiter, die bereits ein Lynx bei sich hatten und sich mit dem Gerät unterhielten. Lynx selbst kann durch ein Verbindungskabel mit mehreren anderen Geräten gleicher Bauart gekoppelt werden, so daß verschiedene Spieler gleichzeitig das gleiche Spiel spielen können. Gauntlet III (wer kennt es nicht?) beispielsweise ist bereits erhältlich und kann mit bis zu vier Lynx-Geräten gleichzeitig gespielt werden. Letzte Informationen besagen, daß Entwicklergeräte kurz nach der Messe ausgegeben werden und das Seriengerät Mitte Mai auf den Markt kommen soll. Der TT/X, der unter UNIX läuft, wird mit der UNIX-Version 5.31 ausgeliefert werden, aber noch nicht im Mai erhältlich sein. Programme, die auf der letzten ATARI Messe noch auf dem TT liefen, müssen nun nicht mehr unbedingt laufen, da wieder einiges geändert wurde. Näheres zum TT finden Sie ich dieser Ausgabe, da wir ihn liebevoll in den „heiligen Hallen“ des ATARI-Standes auseinandergenommen haben. ATARI zeigte ebenfalls die mittlerweile altbekannte ATW, über die wir bereits in der letzten Ausgabe ausführlich berichteten. Als weitere Neuerung wurde das ATARI-NET vorgestellt. Dieses Netzwerk scheint allerdings nicht der Weisheit letzter Schluß. Zum einen werden keinerlei Vorschriften eingehalten, die ATARI selbst auf der Netzwerk-Entwicklerkonferenz maßgeblich mitbestimmt hat. Damit nicht genug, das Netzwerk ist inkompatibel zum SM 194, dem Großbildschirm von ATARI. Ob das ATARI-NET überhaupt au! dem Markt erhältlich sein wird, liegt im Dunkeln, denn das Riebel-Net (so hieß das Netzwerk früher) wurde vor langer Zeit schon an Vortex verkauft und ist dort in stark erweiterter Form bereits unter dem Namen „Lancelot“ erhältlich. Dies scheint ATARI verborgen geblieben zu sein und einige Probleme aufzuwerfen - welches oder ob beide Netzwerke in der Zukunft erhältlich sind, bleibt abzuwarten.

Gleich am ersten Tag lud ATARI wie jedes Jahr zur Pressekonferenz ins Hotel Maritim ein. doch auch dort konnten die gespannten Redakteursnerven nicht beruhigt werden. Hier einige Fakten, die zu erfahren waren: Im Jahr 1989 erhöhte sich der Umsatz bei ATARI um 25% auf 277 Millionen DM. Das Umsatzplus konnte erzielt werden durch höhere Einstandspreise sowie mehr Marketing und Werbung. Im ersten Quartal 1990 ist gegenüber dem ersten Quartal 1989 bereits ein Umsatzplus um fast 50% zu verzeichnen. Durch die hohe Nachfrage an Mega STs sind in letzter Zeit sogar Lieferengpässe aufgetreten, die inzwischen aber hoffentlich wieder behoben sein dürften. 1989 wurden 135.000 STs verkauft. 30.000 1040er-Modelle mehr als 1988. der Mega-Umsatz hat sich verdoppelt. Am Gesamtumsatz beteiligt sich der ST mit 63%, also ein recht großer Happen. Freude kommt auch bei den Burmesen auf: Mit Hilfe von Signum! wird nun nach 40 Jahren erstmals wieder ein deutsch-burmesisches Wörterbuch herausgegeben. Das war vorher nicht möglich, weil die entsprechenden Schriftzeichen nicht durch gewöhnliche Setzereien unterstützt werden. Auch der östliche Teil Europas wurde auf der Pressekonferenz nicht vergessen: Noch im März soll ein DTP-Zentrum in Cottbus eröffnet worden sein, ab April existiert eine ATARI Geschäftsstelle in Weimar. Auch die Verkaufszahlen für Polen wurden nicht verschwiegen: Dort wurden 1989 100.000 ATARI-Geräte verkauft, davon 50.000 STs. Schließlich wurde noch auf die ATARI Messe verwiesen, die auch in diesem Jahr wieder am letzten Wochenende im August in Düsseldorf stattfinden wird.

Die wenigen Neuigkeiten, die ATARI selbst zu bieten hatte, wurden durch die auf dem Stand ausstellenden Firmen gut wettgemacht. Viele neue Programme bzw. Hardware-Erweiterungen werden in Zukunft das Angebot rund um den ST üppig bereichern. War es im letzten Jahr das Thema DTP. das den ATARI-Stand beherrschte, lautete das Motto dieses Mal „Großbildschirm ist angesagt“. Kaum eine Anwendung wurde mit dem „normalen“ SM124-Monitor vorgeführt. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der Neuheiten der einzelnen Firmen.

Adress Direkt von Weide

Die Firma Weide präsentierte ihr Stechuhrsystem für den ST. Durch Einschieben einer Diskette in ein Diskettenlaufwerk kann die Arbeitszeit jedes Mitarbeiters einer Firma erfaßt und so eine minütlich genaue Abrechnung gemacht werden. „Stechuhr ST“ läuft mit allen ATARI-Rechnern und verlangt keinen bestimmten Monitor. Für 498.- DM erhält man damit ein Programm, das preislich weit unter allen anderen Zeiterfassungssystemen liegt und damit besonders für kleinere Firmen interessant wird, deren Inhaber vielleicht sogar schon einen ST besitzen. Auch eine Programmneuigkeit wurde vorgestellt. Mit „Adress Direkt“ erhält der Anwender eine Datenbank für das Direkt-Marketing. Das Programm ist voll in GEM eingebunden und läuft auch auf einem Großbildschirm. Es kann sowohl über die Maus als auch über Tastatur bedient werden. Serienbriefe sind damit ebenso wenig ein Problem wie eine Faktura, die in den nächsten Monaten folgen soll. Daten von BS-Handel und Adimens können bereits problemlos importiert werden und erlauben dadurch die Nutzung bereits vorhandener Datensätze.

Btx/Vtx-Manager

Drews bekannt durch den „Btx/Vtx-Manager“ führte auf der Messe erstmals die Farbausführung der Version 4.0 vor. Die Darstellung der Farben funktioniert bereits wunderbar, lediglich die Benutzeroberfläche muß noch eingebaut werden. Alle Btx-Manager-Anwender können sich bereits gegen Ende des Jahres auf ein Update/Upgrade freuen, in der neuen Version wurde auch den Wünschen der Anwender Rechnung getragen, so daß das Programm um einiges komfortabler wird, als es bisher schon ist. Neuerungen sind beispielsweise auch die Graustufenumwandlung und das Download im Postformat (bisher nur ein eigenes Drews-Format). Die neue Version wird als besonderen Leckerbissen einen Preissturz erfahren. Mehr darüber lesen Sie in dieser Ausgabe in der DFÜ-Ecke. Als Knüller stellte Drews auch einen Btx-Decoder für den Portfolio vor. Er wird wahrscheinlich auf einer 64k-ROM-Karte ausgeliefert werden und beinhaltet zusätzlich ein kleines Terminal-Programm. Drews plant, das gesamte System wahlweise mit einem Pocket Modem auszuliefern. Dadurch wird man auch unterwegs BTX-fähig, da das gesamte System mit Batterien funktioniert. Das Pocket-Modem selbst ist kleiner als der Portfolio selbst, beide Geräte zusammen wiegen ungefähr 800 Gramm und sind dadurch mit Leichtigkeit zu transportieren. Der Preis für den Portfolio-Btx/Vtx-Manager steht noch nicht fest.

Notator von C-LAB

Auch die MIDI-Fans wurden auf der diesjährigen CeBIT nicht enttäuscht. C-LAB stellte das Programm „Notator“, einen Sequencer, in der Version 3.0 vor. Eine wesentliche Neuerung ist zum Beispiel der Notendruck: Ab sofort können alle Stücke auch zu Papier gebracht werden. Außerdem hat das Programm inzwischen die Notenschrift und das Noten-Editing gelernt und ist dadurch noch leichter zu bedienen. Mit dem Programm „Notalor Alpha“ kann der Benutzer ab sofort auch eine leicht abgespeckte Version des Notators erwerben, die dem Hobby Musiker allerdings alle Vorteile bieten sollte, die er be nötigt.

Die Victor GmbH aus Lauenburg stellte ebenfalls ein neues Programm vor. 1st_Address hat mit „1st_Base“ einen mehr als würdigen Nachfolger erhalten. 1st_Base ist ein Datenbankprogramm, das ebenfalls als Accessory läuft und so ständig verfügbar ist. Für Gewerbebetriebe, in denen Adressen, Artikel oder Dienstleistungen erfaßt und verarbeitet werden müssen, ist 1st_Base gut geeignet. Darüber hinaus können mit dem Programm Rechnungen erstellt, offene Posten kontrolliert und die abgeschlossenen Vorgänge an eine Finanzbuchhaltung übergeben werden. In einem Mega ST 4 können ungefähr 40.000 Datensätze bearbeitet werden - 1st Base behält seine Datensätze immer im Speicher und gewährleistet dadurch einen schnellen Zugriff auf alle benötigten Daten. Das Programm soll ungefähr im Juli ausgeliefert werden und 198.- DM kosten.

Die Kopier-Maschine von OMIKRON.

Omikron.Software ist immer für eine Überraschung gut. So war auf dem Omikron.Tisch eine Kopierstation aus Plexiglas zu sehen. Das Gerät kopiert automatisch bis zu 100 Disketten, ohne daß man einen Handgriff machen muß. Auch wenn viele Messebesucher das Gerät für einen Aprilscherz hielten, ist es zum für Kopierstationen sensationellen Preis von DM 5130.- erhältlich und dürfte für kleine Software-Firmen eine sehr interessante Anschaffung sein. Mit „Easy Base“ stellt Omikron, eine neuartige, flexible Datenbank vor, mit der schnell gesucht, sortiert, gedruckt, organisiert, rundgeschrieben, bearbeitet, ex- und importiert werden kann. Die vielseitige Datenbank kann ab dem 2. Mai bei allen Omikron. Vertragshändlern begutachtet und bis zum 31. Mai zum Einführungspreis von DM 198,- erworben werden. Das Programm ist eine sehr gute Alternative zu anderen Datenbankprogrammen, leicht zu bedienen und dazu noch preiswert. Eine weitere Neuerung im Software-Bereich stellt „SmartChart“ dar. Ob Balken-, Kuchenoder Liniendiagramm, ob zweidimensional oder 3D, mit SmartChart sind Präsentationen leicht und innerhalb von Minuten möglich. Die entstandenen Grafiken können problemlos in Calamus, Signum! oder 1st_Word eingesetzt werden. Der Einführungspreis für das Programm ist 148. DM. „Masked 2.0“, die neue Version des Omikron.Maskeneditors, ist ab sofort erhältlich. Sie erlaubt das Erstellen von GEM-unterstützten Eingabemasken. In Kombination mit Easy-GEM ist es sogar möglich, in verschiedenen Fenstern mehrere Eingabemasken gleichzeitig abzufragen. Der Maskeneditor 2.0 kostet DM 129,-, das Upgrade von Version 1.0 ist für alle registrierten Benutzer für DM 50.- erhältlich. „SQL“ ist allen, die regelmäßig in Datenbanken herumschnüffeln, sicherlich ein Begriff. Diese Abfragesprache ist nun auch für die Benutzer des Omikron.BASIC als Library erhältlich. Dadurch wird es auf einfache Weise möglich, ein eigenes komfortables Datenbanksystem zu erstellen. Die Omikron. SQL. Library kostet DM 298.- und ist ab Juni lieferbar. Als letzte Neuerung bei Omikron, ist „“Mi_Shell“ zu nennen. Mi_Shell ist eine textorientierte Shell mit einem großen Befehlsumfang. Das Programm arbeitet sowohl mit normaler als auch mit Ausgabe über RS232 (Mailbox. Ferndiagnose etc.) und kann auch Batch-Dateien verarbeiten. Mi_Shell läuft auch als Accessory und kostet DM 129.-.

ATARI war so freundlich, GFA Systemtechnik genau gegenüber von Omikron zu plazieren, so daß immer ein direkter Augenkontakt zwischen den Konkurrenten herstellbar war. Auch bei GFA hat man nicht geschlafen und einige neue Produkte auf den Markt geworfen. Mit der „Grafik- und Sound-Bibliothek“ für GFA-BASIC ist es dem GFA-BASIC-Anwender nun erstmals möglich, auf eine umfangreiche Bibliothek von Prozeduren zuzugreifen, mit der Aus-, Ein- und Überblendeffekte zum Kinderspiel werden. Routinen zum Absspielen von Sounds werden ebenso mitgeliefert wie solche zum Abschalten des Bildschirms oder zum Einladen anderer Fonts. Die Bibliothek läuft, und das ist eine sehr gute Überlegung, sowohl mit GFA-BASIC 2.xx als auch mit den Versionen 3.0x und 3.5x. Die neuen Routinen werden mit einem sehr umfangreichen Handbuch ausgeliefert, in dem alle Prozeduren mit einem kleinen Beispielprogramm erläutert werden und dadurch sehr leicht in eigene Programme einzubinden sind. Die Grafik- und Sound-Bibliothek kostet DM 149,- und wird in den nächsten Wochen erhältlich sein. Auch für die Besitzer des 1040 STE ist eine Neuerung in Sicht. GFA-BASIC 3.5 STE nennt sich das Programm, das die Fähigkeiten des ATARI Stiefkinds unterstützt. Mit dieser Version des Haus- und Hof BASICs vieler ST-Anwender werden die neuen Möglichkeiten des STE unterstützt: 4096 Farben, DMA-Sound sowie Joysticks und Paddles. Endlich konnte auch die Frage beantwortet werden, ob die Version 3.0x weiter erhältlich sein oder durch die 3.5x-Version abgelöst wird. Bis mindestens Ende 1990 werden beide Versionen weiter vertrieben. Wie lange dies effektiv der Fall sein wird, entscheidet die Anzahl der Anwender, die die Upgrade-Möglichkeit zur Version 3.5x in Anspruch nehmen wird.

X/ST/window

Logilex, bekannt durch das Programm „1st-Card“, stellte auf dem ATARI-Stand die neue Version des Kartenprogramms vor. Die Version 1.1 beherrscht nun beispielsweise Hypertext-Buttons. Verzweigungen zu anderen Karten nach Kartennamen und Text in Karten und vieles mehr. Dieses Extra müssen sich die registrierten Benutzer nicht viel kosten lassen, das Update kostet DM 30,-, dabei ist es gleichgültig, welche Versionsnummer von 1st_Card man besitzt.

Durch ATARI selbst wird das Programm „X/ST/window“ angeboten. Dieses System ist ein Quasi-Standard für Grafik auf Rechnern, die unter UNIX arbeiten. X/ST/window basiert auf X/ST/multi. einem Multitasking-Betriebssystem, das zum TOS des ST kompatibel ist. Das Programm erlaubt monochrome Rastergrafik auf den ST-Standardbildschirmen. Auf dem Monitor ist dabei jedoch immer nur ein Ausschnitt des gesamten Bildschirms zu sehen. Der Ausschnitt wird automatisch verschoben, wenn der Mauszeiger eine Begrenzung überschreitet. Die Anbindung von X/ST/window erfolgt über Ethernet und die genormten Protokolle der TCP/IP-Familie. Damit wird endlich auch durch ATARI selbst ein Programm angeboten. das den ST an der weiten Welt der UNIX-Rechner teilnehmen lassen kann.

Gleich drei neue Host-Adapter stellte die Firma ICD auf dem ATARI-Stand vor. Im Gegensatz zum alten Adapter verstehen nun alle drei neuen Geräte alle SCSI Kommandos und sind dadurch auch für alle SCSI-Plattenbesitzer interessant geworden. Der Anschluß bereits vorhandener Geräte an den Host-Adapter wird sich als absolut problemlos erweisen, da die Geräte mit dem sogenannten „Dual-Modus“ arbeiten, andere DMA-Geräte also sowohl gepuffert, als auch parallel abgeschlossen werden können. Der größte der drei Host-Adapter, der „ICD Advantage +“, hat, wie bereits sein Vorgänger, eine Echtzeituhr eingebaut. Für die Adapter müssen DM 249,- („Advantage Micro ST“), DM 269,- („Advantage ST“) bzw. DM 298,- („Advantage Plus ST“) berappt werden. Für die geplagten Festplattenbesitzer, die öfter mal ein Backup von ihrer Platte machen müssen oder wollen, stellt ICD jetzt verschiedene Ausführungen von Streamern vor. Der Streamer selbst ist für 155 MByte geeignet, ist aber auch mit bereits eingebauten Festplatten von 40 bis 320 MByte erhältlich. Die Version ohne Festplatte schlägt mit DM 2498.- zu Buche, für 320 MByte inklusive 155 MByte-Streamer müssen DM 10998.- über die Theke gereicht werden. Ein Tape für den Streamer kostet DM 89,-.

Calamus in Farbe

Spätestens zur ATARI-Messe 1990 soll „Calamus SL“ von DMC fertiggestellt sein. Diese neue Version des DTP-Programms soll Farbseparationen ohne Schwierigkeiten meistern und auch auf dem ATARI TT funktionieren, so wurde es dann auch auf dem TT und verschiedenen ST-Grafikkarten wie der MGE II vorgestellt. Doch nicht nurdas Programm selbst wird komplett neu programmiert, sondern auch viele Schriften werden das Angebot für den Calamus-Anwender abrunden. Mehr als 1400 Satzbelichterschriften von Herstellern wie Linotype, URW, ITC, Letraset, Monotype und Agfa-Compugraphic werden das Angebot dermaßen abrunden, daß nun auch für den ST-DTPler kaum noch Wünsche offenbleiben dürften. Calamus SL kann auch mehrere Dokumente gleichzeitig bearbeiten. Geplant ist auch, das Programm ab sofort in modularer Bauweise zu programmieren. In den nicht besetzten Menüs können so auch selbstgeschriebene oder Module anderer Anbieter eingesetzt werden, etwa PKS-Write oder Outline Art. Diese Module erhalten dann ein eigenes Icon und lassen sich direkt in Calamus benutzen, ohne das Programm zu beenden. Die neuen Module werden ebenfalls von DMC angeboten und komplettieren das Angebot bis in den letzten Winkel.

„Retouche Professional“ von 3K überraschte alle Besucher. Mit Retouche lassen sich Bildvorlagen in hochwertige Lithofilme verwandeln. Dabei ist es ziemlich gleichgültig, welche Vorlagen man dazu nimmt. Videostandbilder, echte Halbtonbilder, Fotos, schwarzweiß oder farbig. Retouche verweigert nichts. Dabei arbeitet das Programm natürlich auch mit allen Arten von Grafikkarten zusammen. Nachdem man das in Retouche Professional eingelesene Bild gebührend bearbeitet hat (Stift, Pinsel, Kreide, Finger, Wasser, Kopierstift, Maskierer, Radierer, Schaber, Restaurierer etc., eigene Werkzeuge können ebenfalls entworfen werden), kann man es auf verschiedenen Medien ausgeben. Neben der normalen Ausgabe in eine Datei stehen dabei als Medien die üblichen Drucker wie Nadler und Laser zur Verfügung. als große Neuerung aber kann man das bearbeitete Bild auch auf einen Polaroid- oder Diabelichter ausgeben und erhält damit auf der Stelle eine Qualität, die man beispielsweise bei einer Präsentation sofort seinen Geschäftspartnern vorlegen kann. Retouche Professional sucht seinesgleichen und hat eine hervorragende Qualität. Das Programm allein kostet DM 1198.-. Ein „Expose System“ inklusive Polaroid-Palette und Retouche kostet DM 5149,-und ist bereits lieferbar. Dazu wird dann nur noch ein Scanner benötigt, der mit knapp DM 4000,- zu Buche schlägt. Für knapp DM 10000.- erhält man also ein System, mit dem man bereits mehr als professionell arbeiten kann.

Retouche von 3K

Die Schweizer Finna Marvin AG stellte ihre neue Grafikkarte vor, die einen speziellen Anwenderkreis hat und ihresgleichen sucht. Chili, so der Name der Karte. ist in der Lage, ein vollständiges Bild in Echtzeit einzulesen. das jedoch mit 65000 (in Worten: fünfundsechzigtausend) Farben und ohne jegliche Beschränkung. Damit ist Chili bereits als Digitizer verwendbar. Allerdings kann man die Karte auch als Genlock benutzen. Hier wird allerdings, im Gegensatz zu anderen Genlock Karten, das FBAS-Signal direkt digitalisiert und anschließend einem digitalen Signalprozessor zugeführt. Als ob die Funktionen damit noch nicht genug wären, bietet Chili zusätzlich auch einen Titelgenerator, einen Farbkorrektor und einen Super-Imposer an. Mildem Super-Imposer ist es möglich, ein Bild einzufrieren und mit beliebig vielen Farben zu bearbeiten. Mit der Chili-Karte ist es erstmals möglich. Effekte, die auch Computer verwenden, die extra für TV-Studios gebaut wurden, zu nutzen. Wer kennt schließlich nicht die Walze, die durch das Bild rollt und auf ihrer Oberfläche das Fernsehbild nach sich zieht? Mit Chili ist diese Anwendung kein Problem mehr, sie läuft sogar in Echtzeit. Solche Computer waren bisher für den Heim- oder semiprofessionellen Anwender unbezahlbar. bewegten sich deren Preise doch in Hunderttausender-Höhen. Effekte wie Walzen, fliegende Fische, Kugeln, Mosaike oder ähnliche Spielereien à la „Wetten daß...?“ lassen sich durch einfache Programme herstellen, von denen bereits einige mitgeliefert werden. Der Preis für die Chili-Karte in Deutschland steht leider noch nicht fest, in der Schweiz soll die voll ausgestattete Karte SFr 3990,- kosten, für die kleine Version ohne Zooms und Effekte sind lediglich SFr 1990,- zu zahlen. In Kombination mit anderen Grafikkarten (eine Kooperation mit der MGE II ist geplant) dürfte sich Chili als Profi-Tool erweisen und auch für mittelgroße Fernsehstudios sehr interessant sein. Wir werden Sie auf jeden Fall in einem Test weiter über Chili informieren. Doch nicht nur Chili wurde vorgestellt, auch die neue Version der Schrifterkennungs-Software Augur wurde gezeigt: die Versionsnummer lautet jetzt 1.5ß2. Augur ist lernfähig, kann für mehrere Sprachen benutzt werden und besitzt Scanner- und Druckertreiber, die als Accessory laufen. Die Schrifterkennung läuft im Hintergrund. während man Buchstaben eingeben kann, die die Software nicht erkannt hat. Neu ist auch, daß man bis zu 50 Blatter hintereinander einscannen kann; dies wird durch einen Einzelblatteinzug für den Scanner ermöglicht. Das Programm wurde auch auf dem TT getestet, worauf es ebenfalls lauft. Die neue Version wird ab dem 7. Mai erhältlich sein und kostet SFr 590.-.

Videoanwendung mit der Chili-Karte

Biodata stellte die neue Version ihrer Netzwerk-Software vor. Mit dieser Version ist es nun erstmals möglich, den ATARI ST auch ohne Festplatte oder Diskettenlaufwerk zu booten: Der Boot-Vorgang kann komplett über den Netzknoten von „BioNet 100“ gesteuert werden. Ein TCP/IP-Programm ist ab sofort als Acccssory erhältlich und damit dauerhaft verfügbar. Dadurch läßt sich ohne lange Ladepausen auch auf UNIX-Server oder ähnliche Geräte zugreifen. Das Programm „FlashAccess 2.1“, ein Datenbank-Management-System, wird in der neuen Version der Serversoftware mitgeliefert. FlashAccess kann aus fast allen gängigen Programmiersprachen wie C, Modula, Pascal oder BASIC heraus angesprochen werden und bietet dem Applikationsprogrammierer somit den Komfort eines ausgereiften Datenbanksystems in Verbindung mit der Flexibilität der jeweiligen Programmiersprache. Bei BioNet 100 wurde ebenfalls das Handbuch komplett überarbeitet bzw. neu geschrieben. Es ist nun mit vielen Beispielen ausgestattet und wesentlich leichter zu verstehen als die erste Version. Dadurch wird es dem Einsteiger wesentlich erleichtert, sich in die Problematik der Netzwerke einzuarbeiten und ein System zusammenzustellen. das den Anforderungen der jeweiligen Anwendung entspricht.

Biodatas Netzwerk

Auch bei PAM Software gab es einige Neuerungen zu begutachten. Ergänzend zum „PAMs NET“ ist nun auch eine zusätzliche Ethernet-Steckkarte für den Mega ST erhältlich. PAMs NET ist, genau wie auch das Bio-Net 100. auch ohne Diskettenstation oder Festplatte nur mit einem Netzknoten bootfähig. Als Server können nun ein ST, ein PC oder sogar eine VAX eingesetzt werden. Die Einbindung wurde auch beeindruckend auf dem Messestand vorgeführt. PAMs NET läßt sich problemlos in Novell-Netze einbinden und wird von Novell auch erkannt. Die Steckkarte für den Mega ST-Bus erlaubt Transfergeschwindigkeiten von bis zu 10 MBit pro Sekunde und ist damit sehr beeindruckend. Bei dieser Geschwindigkeit dürfen die einzelnen Geräte immerhin noch bis zu 500 Meter entfernt aufgestellt sein. Des weiteren existiert eine neue Version der TCP/IP-Shell für bis zu 100 kB/Sekunde. Ein neues NFS (Network File System) sorgt außerdem für den transparenten Zugriff auf Unix-File-Systeme mit Transferraten von bis zu 250 MB/s.

Auch das eLAN-Netzwerk von GTI wurde in einigen Punkten erneuert und bietet jetzt einen größeren Komfort für den Anwender. So wird jetzt die Version 3.0 des eLAN-TOS ausgeliefert, in der Stationen und Benutzer unabhängig voneinander sind. Jeder Benutzer kann sich also von jedem Netzwerkplatz aus in das Netzwerk einwählen. Diese Erweiterung gilt natürlich auch für OS/9- und PC-Knoten. die im eLAN-Netz teilnehmen. Bis zum Ende des Jahres soll auch eine Macintosh-Version des Netzes folgen. Im Gegensatz zum PAM verspricht sich GTI mehr von der Mac-Version als von der Einbindung von VAXen.

Das GTI-Netzwerk

Matrix bringt noch mehr Grafikkarten heraus. Mit der C32 Karte ist eine höchste Auflösung von 928 x 600 Punkten bei 256 Farben möglich. dabei wird das Bild allerdings im Interlace-Verfahren dargestellt und flimmert dadurch erheblich, wenn man nicht den richtigen, nachleuchtenden Monitor verwendet. Die „Erweiterte Grafik-Option“ erlaubt den Ausbau einer bereits vorhandenen Karte auf eine maximale Auflösung von 1280 x 960 Punkten bei 16 Farben, ebenfalls im Interlace-Modus. Insgesamt beläuft sich das Angebot von Grafikkarten nun auf sechs und zwei Erweiterungen mit Auflösungen zwischen 640 x 400 bei 256 Farben non-interlace und 1660x 1200 bei 2 Farben (monochrom) non-interlace. Der Anwender kann nun selbst bestimmen, wie weit er das Matrix System ausbauen will.

Harlekin auf Großbildschirm und MGI II

Ebenfalls mit einer Grafikkarte zu sehen war die Eschborner Firma MAXON, die die MGE II-Karte vorführte. Diese Grafikkarte bietet eine universelle Lösung, da sie nicht auf eine feste Auflösung beschränkt ist, sondern die Auflösung per Software einstellbar ist. Mit 256 Farben aus maximal 16.7 Millionen und einer maximalen Auflösung von 1664 x 1200 Pixeln ist die MGE gut für die Zukunft gerüstet. Optional läßt sich ein Arithmetik-Coprozessor auf der Karte einstecken. Mitgeliefert wird ein GDOS-VDI-Treiber und eine Großbildschirmemulation, so daß es jede ST-Software problemlos läuft. Auf der CeBIT gezeigt wurden Calamus SL, die Farbversion von Calamus. wie TmS Cranach. Repro Studio ST, Retouche ST, CAD/2 und viele andere Programme. Die Karte kostet DM 2398.-. Zusätzlich sind Coprozessor und verschiedene EIZO-Monitore erhältlich. Natürlich funktioniert die Grafikkarte auch mit dem ATA RI-Großbildschirm SM 194 und allen anderen Monitoren, die über einen RGB analog oder ECL-Anschluß verfügen. Zusammen mit der MGE wurde das Multi-Accessory Harlekin auf Großbildschirm gezeigt, das mit seinen vielfältigen Features so ziemlich alles bietet, was man für den täglichen Computer-Alltag braucht: Editor, Datenbank, Terminal-Programm, Diskutilities. Monitorprogramm u.v.m. Ebenfalls neu war ein Adaptersockel für den Junior Prommer mit dem nun auch 32polige Megabit EPROMs gebrannt werden können, und der für DM 99,- inkl. neuer Software zu haben ist.

Industrieanwendunpen von Rhothron

Die Homburger Firma Rhothron stellt ein neues Programm mit dem Namen „rho-Prozeß-View“ vor. Es ist ein modular aufgebautes Programmpaket zur Meßdatenvisualisierung und Prozeßsteuerung. Es benutzt den ST oder TT zusammen mit den Rhothron-Zusatzkarten als Meß- und Steuerrechner, sowie als grafisches Terminal zur realitätsnahen Darstellung von Meßwerten. Das Programmpaket läuft unter GEM und verfügt über einen Multitasking-Kern, der in Echtzeit bis zu 64 Prozesse bearbeitet. Mit dem „rho-Datenlogger“, einer weiteren Neuheit bei Rhothron, ist es nun möglich, Meßdaten wie Temperatur- oder Druckverläufe zu erfassen und darzustellen. Das Programm ersetzt jegliche Art herkömmlicher x,y- und x.t-Schreiber und bietet darüber hinaus viele Möglichkeiten der direkten Weiterverarbeitung der Daten. Die Meßdatenerfassung erfolgt Interrupt-gesteuert über einen Analog-Digital-Wandler. Dabei können bis zu 16 Kanäle mit bis zu 2000 Meßwerten pro Sekunde erfaßt werden. „rho-Transient“ schließlich ist ein Programm zur blitzschnellen Erfassung von Meßdaten, deren Darstellung und Auswertung. In den Grundfunktionen entspricht das Programm einem normalen Oszillographen mit Funktionen wie Triggerung, Einzelablenkung, kontinuierliche Ablenkung, verzögerte Zeitbasis und vielem mehr. Die Anzahl der zu erfassenden Meßwerte ist nur durch die Große des RAM-Speichers begrenzt. Bis zu 8 Kanäle können gleichzeitig erfaßt und dargestellt werden, möglich sind bis zu 70 Millionen Messungen pro Sekunde (70 MHz).

Tempus Word

Wer auf die endgültige Version von „Tempus Word“ wartet, darf auch noch länger warten. Auf der Messe wurde die Version 0.9 vorgestellt, von der ja bereits einige hundert verkauft wurden. CCD machte seinen Kunden ja ein Spezialangebot. Ferner ist eine Demo-Disketten von Tempus Word erhältlich, die auch über MAXON (Bestell-Nr. D39) bezogen werden kann. Die Features von Tempus Word dürften mittlerweile bekannt sein; mehrere Schriften, schnelle Textverarbeitung wie in Tempus, viele Schriften gleichzeitig auf dem Monitor und dem Drucker darstellbar. Es bleibt also weiterhin abzuwarten, ob das Programm eine ernsthafte Konkurrenz für Signum! werden kann oder in eine andere Richtung abzielen wird - ein Erscheinungstermin für die endgültige Version war nicht zu erfahren. Außerdem wurde bei CCD der Diskmonitor „Diskus“ vorgestellt, über den wir ja bereits in der letzten Ausgabe berichteten.

Adi hat erkannt, daß die Bedienung von Adimens doch manchmal nicht so leicht ist, wie es die Werbung verspricht. Aus diesem Grund bietet die Karlsruher Software-Schmiede ab sofort Seminare und Workshops an, für die auch schon reichlich Bestellungen erfolgt sind. Die eintägigen Seminare sind für alle Adimens Anwender bestimmt. Das ADI-Schulungskonzept weist sowohl Einführungen und Vertiefungen als auch Workshops auf, bei denen die Teilnehmer Schwerpunkte selbst vorher mitbestimmen können. In Zusammenarbeit mit dem Adimens-Fachhandel werden bei den insgesamt 55 Veranstaltungen im zweiten Quartal 1990 jeweils fünf bis zehn Teilnehmer vor Ort betreut. Ein Schulungstag kostet inklusive aller Unterlagen DM 300,- pro Teilnehmer. AdiPROG wird ab sofort ausgeliefert mit einer Schnittstelle zu Mark Williams C, TurboC und SPC-Modula 2. Darüber hinaus gibt es individuelle Angebote für die Netzwerkversionen oder Inhouse-Lizenzen. An neuer Software war auch AdiEXTRA Etikett zu begutachten, ein Aufkleber Druck Programm, das sich in die bisherige Adimens Familie einfügt und Aufkleber aller Art bedruckt. Der Preis für das Programm: DM 179,-.

Ätzmaschine bei Praefeke

Bei Diplom-Ingenieur Praefeke war das Programm „PCB Layout“ zu begutachten. Es war an eine Ätzmaschine angeschlossen. Erstellte Platinen-Layouts können so innerhalb weniger Minuten schnell erstellt werden: Das Layout wird im Computer fertiggestellt und sofort auf die Ätzmaschine gegeben, die die Platine so erstellt, daß sie sofort benutzt werden kann. Das Programm kostet inklusive Ätzmaschine knapp DM 10.000,- und liegt damit im Gegensatz zu anderen professionellen Geräten dieser Art auf einem recht preiswerten Niveau. Weiterhin wurde hier das Programm „Malis“ vorgestellt, ein Programm für Malerbetriebe. Mit Malis ist es möglich, alle Schreibtischarbeiten, die ein Maler normalerweise durchzuführen hat, mit einem speziell auf Maler zugeschnittenen Programm zu erledigen. In der Software sind Aufmaßerfassung und -berechnung, Datenverwaltung. Angebotserstellung, Auftragsbestätigung. Arbeitszettel und Materialliste, Leistungskalkulation und Rechnungsschreibung enthalten.

Publishing Partner Master

Der Heim-Verlag stellte das altbekannte „That’s Write“ vor. Wesentlich interessanter allerdings war „Publishing Partner“, das ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Firma Compo gezeigt wurde. Publishing Partner ist ein DTP Programm und bietet sich als Alternative zu Calamus an. Vektor-Fonts sind damit ebensowenig ein Problem wie Rasterungen, Schattendruck, Rotationen, Grafiken oder Füllmuster. Publishing Partner läuft auch auf Großbildschirmen. Ausgaben können auf Matrix-, Laserdruckern, als PostScript oder auf eine Linotronic ausgegeben werden. Die Farben können frei gewählt werden, der Ausdruck kann auch als Farbdruck erfolgen, sogar mechanische Farbseparationen sind kein Problem! CTX-Files von Calamus oder Texte von That’s Write, WordPerfect und Wordplus können ebenso importiert werden wie ASCII-Texte. Auch beim Import von Grafiken dürfte es kein Problem geben: Neochrome, Degas, IFF, Metafile, Tiny, IMG, Arabesque, STAD, Aegis-Draw Plus und Encapsulated PostScript (EPS) sind Formate, die Publishing Partner versteht. Bemaßt werden kann mii den Einheiten Zentimeter. Millimeter, Zoll, Picas, U.S. Points, Cicero, Didot oder Metric Points, auch hier also ein recht großes Angebot an Alternativen. Schon jetzt sind über 60 verschiedene Fonts für Publishing Partner verfügbar, weitere sind in Arbeit. Publishing Partner kostet DM 798,-und ist sofort lieferbar.

Application Systems, das bekannte Heidelberger Software-Haus, zeigte Signum!s kleinen Bruder „Script“, das auf einem Großbildschirm lief. Erst auf einem Großbildschirm wirkt Script so, wie sic wirken soll: komfortabel, effektiv und schnell. Besitzer des „Megamax Modula“ können sich bereits jetzt auf ein Update des Compilers freuen: Es erscheint nach Auskünften von Application Systems noch in diesem Jahr und dürfte den Modula-Programmicrcm eine weitere Erleichterung sein.

Technobox aus Bochum zeigten auf einem eigenen Stand auf der CeBIT ihre neuen Software-Produkte. Zum einen ist das das CAD-Programm „Technobox Drafter“ eine abgemagerte Weiterentwicklung des alten Techno-CAD. Wesentliche Änderungen betreffen die leichte Erstellung perspektivischer Zeichnungen durch ein entsprechendes Modul. Der Drafter läuft auch in Farbe und in beliebigen Auflösungen, also auch auf der MGE. Das Ausgabeprogramm wurde in der Bedienung vereinfacht, und es lassen sich jetzt auch Zeichnungsausschnitte ins Meta-Format wandeln, um sie z.B. in Calamus einzubinden. Das Programm kostet 798 DM. Technobox CAD/2 ist ein Produkt, das stolz von sich behauptet, durch konsequente Fortentwicklung des bisherigen Produktes entstanden zu sein. Edier- und Zoomfunktionen sind stark erweitert und in der Handhabung verbessert worden. Alles in allem wollen Technobox mit ihrem neuen Produkt eine echte Alternative zu Work Station-Lösungen bieten. Das Programm läuft natürlich auch auf dem TT sowie allen Grafikkarten am ST und in Netzwerken. Letzteres ist interessant, da es CAD/2 auch in einer Version für MS-DOS-Rechner gibt. Es läuft dort unter der grafischen Benutzeroberfläche MS-Windows. Die Preise: 2000 DM für die ST-Version. 3500 DM für die AT-Version.

Notenerkennung bei Print Technik

Abseits vom größten Trubel, in Halle 4, zeigte die Firma Print Technik die Vorabversion einer Notenerkennungssoftware. Das Programm ist in der Lage, die Noten aus einem gescannten Blatt zu extrahieren und in entsprechende Midi-Daten umzuwandeln. Der britische Programmautor geht davon aus, daß im Bereich der Alleinunterhalter und Showbands Bedarf für dieses Produkt besteht. Allerdings muß man momentan noch ca. 20 Minuten Bearbeitungsdauer pro Seite rechnen. In der endgültigen Version soll diese Zeit auf wenige Minuten sinken. Außerdem soll eine Stapelbearbeitung die automatische Abarbeitung mehrerer Blätter über Nacht ermöglichen. Die Software soll im Sommer dieses Jahres erhältlich sein, allerdings nur in Verbindung mit einem 300 DPI-Print Technik-Scanner und zum Preis von ca. 6000 DM.

Der Trend zur Software-Entwicklung für den PC ist bei vielen Firmen sichtbar, so entwickelte beispielsweise auch Tommy Software, die Berliner Software-Schmiede. „MegaPaint II Professional“ in einer Version für die MS-DOS-Rechner. Die ST-Version läuft nun auch auf dem Großbildschirm von ATARI, dem SM 194. Neben dem üblichen Punktformat einer Grafik beherrscht MegaPaint II Professional auch Vektorgrafiken, die beispielsweise für Desktop Publishing unverzichtbar sind.

CAD mit CADja am Bela-Tisch

Auch die Eschborner Firma Bela war auf dem ATARI-Stand vertreten. DFÜ-Neugierige müssen leider immer noch auf Interlink 2.0 bzw Masterlink warten. Der Termin wurde neuerlich verschoben, diesmal soll die neue Version gegen Ende des Jahres erscheinen; festlegen wollte man sich allerdings noch nicht. Fest steht lediglich, daß Masterlink auch den ZModem-Transfer beherrschen soll. Natürlich wurden auch Neuheiten gezeigt. „Turbo ST“, der Softwareblitter, ist nun in der Version 1.8 erhältlich. Der Bildschirmaufbau wurde wieder um einiges verbessert. Der 6x6 Pixel-System-Font wird nun auch von Turbo ST unterstützt. Somit werden jetzt alle Original-ST-Bildschirmfonts beschleunigt. Auch Schrägen und Kreise werden ab sofort schneller als normal auf den Bildschirm gebracht. Das Programm läuft weiterhin als Accessory oder Programm. Die größte Neuerung: Turbo ST 1.8 arbeitet ab sofort auch mit dem ATARI-Großbildschirm SM 194 zusammen und verschnellert auch hier die Ausgabe um einige Prozente. Ferner werden seit neuestem Protos von Application Systems und die Bigscreen-Emulation von Turbo ST unterstützt. Die Branchenlösung SUMMA, zur Angebotserstellung und Auftragsverwaltung, die bereits auf der letzten CeBIT vorgestellt wurde, ist nun fertig zur Auslieferung. Anfang Mai ist die Schulung der Fachhändler beendet und damit die kompetente Beratung vor Ort sichergestellt. Neben SUMMA gibt es nun in der BELA-Profi-Serie mit CADja ein CAD-Programm und die Finanzbuchhaltung GD-Fibu. CADja ist ein leistungsfähiges CAD-Programm, mit dem das ganze Anwenderspektrum von der Architektur bis zur Konstruktion im Maschinenbau abgedeckt wird. Der neue CAM-Teil erweitert im Bereich Konstruktion & Fertigung den Einsatzbereich zusätzlich. Mit diesem Modul ist es möglich, eine CAD-Zeichnung in ein NC-Programm umzusetzen um damit eine NC-Fräsmaschine anzusteuern. Dabei ist das Programm nicht auf die teuren NC-Maschinen beschränkt (ca. 100.000 bis 200.000 DM), sondern kann auch für die wesentlich preisgünstigeren Isel-Maschinen der Firma Isert (ab ca. 6500,- DM) NC-Code erzeugen. Automatische Radius-Korrektur links oder rechts der Fräskontur, Tieflochbohrzyklus oder Kreistaschenzyklus sind damit auch für die Isel-Maschinen kein Problem mehr. NC-Programme, die für die Isel-Maschine erzeugt wurden, laufen ohne Schwierigkeiten auch auf einer MAHO-NC-Maschine mit 432-Steuerung. Die Auslieferung beginnt im Sommer ’90. Die BELA-Tool-Reihe ist mit XBOOT um einen Boot Manager erweitert worden. Mit diesem Utility kann man bei jedem Bootvorgang die Konfiguration der Auto-Start-Programme, deren Reihenfolge und die Accessories ändern. Einzelne Konfigurationen können in einer Datei gesichert werden. Die Bedienung erfolgt komfortabel mit der Maus, oder direkt über die Tastatur (Preis 69,-, Liefertermin: Anfang Mai)

Wer noch seinen Fischertechnik-Baukasten aus frühen Zeiten besitzt oder immer noch gerne technische Geräte mit dem Baukastensystem zusammenbaut, kann sich ab sofort auch einen Fischertechnik-Roboter mit einem Interface an den ST anschließen. Auf dem Messestand war ein dreiachsiger Trainingsroboter zu sehen, der über ein spezielles Interface an den ST angeschlossen war. Über die drei Achsen fährt der Roboter-Arm im Kreis, nach oben und unten, links und rechts. Weiterhin ließ sich ein Greifarm öffnen und wieder schließen. Dadurch wird es möglich, lernfähige Programme zu schreiben, die erkennen, an welcher Stelle welche Gegenstände liegen, um sie dann zum Beispiel in verschiedene Ablagen einzusortieren. Das System ist ab sofort direkt über Fischertechnik und den Spielwarenhandel zu beziehen.

Dia Münchener Firma Bavaria-Soft führte ihre bewährten Programme BS-Fibu, BS-Kontor und BS-Handel/3 dem interessierten Publikum vor. Mit diesen drei Programmen läßt sich eine Firma komplett verwalten. BS-Fibu und BS-Kontor laufen allerdings nur auf MS-DOS-Rechnern, BS-Handel/3 ist ein ST-Programm. In der neuen Version wurde jetzt die komplette Bedienbarkeit über Tastatur eingebaut. Erlöskonten werden ab sofort vollautomatisch übernommen, ohne daß weitere Aktionen durchgeführt werden müssen. Besitzer von langsamen Festplatten können sich ebenfalls freuen, denn der Datenzugriff wurde bei allen Dateien um den Faktor 3 beschleunigt. Für jeden Artikel ist eine Artikelstatistik mit Umschlag und Rohgewinn anlegbar. Dadurch erhält man einen schnellen Überblick über alle wichtigen Verkaufsdaten. Das Mahnwesen im Programm ist vollautomatisiert worden: Bis zu vier Mahnstufen werden automatisch erkannt und mit entsprechendem Formular versehen. Für bestimmte Rechnungen kann man auch eine Mahnsperre eingeben. Weiterhin läßt sich für eine beliebige Mahnstufe eine separate Mahngebühr einsetzen. Für mehrseitige Formulare und Listen hat man einen neuen Listengenerator eingebaut. Alle Schriftattribute und mehrere Zeilenlineale werden jetzt in einem Formular unterstützt. Zu guter Letzt wurde noch ein komplett neues Paßwortsystem für unterschiedliche Benutzerberechtigungen eingebaut, damit zum Beispiel die Sekretärin nicht zuviel weiß. BS-Handel/3 kostet DM 698.-.

Digitale Bildverarbeitung mit TmS Cranach

Die Regensburger Firma TmS stellte ihr neues Programm „Cranach“ vor. Cranach ist ein Bildverarbeitungssystem, wie es bereits das Vorläuferprogramm „Color Express“ darstellte, wurde jedoch in einigen Features erweitert und verbessert. Cranach hat ebensolche Vorteile wie Color Express: Drucker- und Scanner-Treiber werden als Accessory geladen und beanspruchen auf diese Weise nicht das Programm. Bilder können in den verschiedensten Auflösungen gescannt, bearbeitet und ausgedruckt werden; eine Farbseparation ist ebenfalls möglich. Werkzeuge wie Kreide, Wasser, Finger, Bleistift und viele andere erleichtern die Manipulation eines zu bearbeitenden Bildes ungemein und lassen dem Benutzer kaum noch Wünsche offen.

Neuigkeiten waren auch bei der Frankfurter Festplattenschmiede Eickmann Computer die, wie einige andere Firmen auf dem MAXON-Stand ausstellte, zu sehen. Zum einen zeigte Eickmann eine Kombination von Turbo 16 (eine 16 MHz-Erweiterung). PC-Speed und der MGE-Graflkkarte, die ohne Probleme miteinander harmonierte. Zum anderen wurde das Angebot der erhältlichen Festplatten wieder erweitert. Ab sofort sind auch die EX-90 L (90 MByte), EX-40 W40 (40 MByte Festplatte und 44 MByte Wechselplatte in einem Gehäuse) und EX-40 W80 (80 MByte Festplatte und 44 MByte Wechselplatte in einem Gehäuse) erhältlich. Alle Eickmann-Platten werden, wie gewohnt, mit dem bewährten Eickmann-Festplattentreiber ausgeliefert.

Die Firma Hofmann Software Engineering stellte mit Repro Studio ST ein weiteres Programm aus der Reihe der Bildverarbeitungssysteme für den ATARI ST vor, das ebenfalls zusammen mit der MGE-Grafikkarte auf dem MAXON-Stand vorgeführt wurde. Mit Repro Studio ST ist es möglich, beliebige Vorlagen einzuscannen und auf dem Monitor zu bearbeiten. Farbverfälschungen, Verzerrungen, Spiegelungen und Manipulationen aller Art sind mit dem Programm kein Problem. Es arbeitet mit allen Arten von Druckern zusammen und kann u.a. Bilder problemlos rastern, so daß sie auf einfache Art und Weise auf dem Laserdrucker ausgegeben werden können.

Der AT-Emulator von Vortex

Nicht auf dem ATARI-Stand vertreten, jedoch auf der Messe zu sehen, waren einige andere Firmen, die bei ATARI keinen Platz mehr fanden. In der gleichen Halle war Vortex vertreten. Kaum am Stand angekommen, präsentierte sich dem staunenden Benutzer auch gleich die erste Überraschung: Unter dem Namen „ATonce“ bringt Vortex Anfang Mai einen AT-Emulator auf den Markt, der die bisherigen Geräte in den Schatten stellen soll. Im Gegensatz zum Omega-Modul, das seit einiger Zeit in Anzeigen beworben wird und noch nicht zu sehen war, existierten vom ATonce mindestens zwei Geräte, die auf der Messe schon zu bewundern waren. Durch den Emulator, der auf den Prozessor aufgelötet wird, wird der ST zu einem AT-kompatiblen MS-DOS-Rechner mit 8 MHz Taktfrequenz. ATonce besteht aus einer SMD-Leiterplatte mit 80286-Prozessor (8 MHz) und Vortex-Gate-Array (die Leiterplatte sitzt „huckepack“ auf dem 68000er) sowie der Vortex-Emulations- und Installations-Software. ATonce unterstützt Fest-, Wechselplatten. 3,5“ und 5,25“-Laufwerke mit 360 und 720 kB. Weiterhin unterstützt der Emulator CGA- und Hercules-Grafik und die Schnittstellen LPT1 (Centronics) und COM2 (RS232). Die ATARI-Maus läßt sich unter COM1 als Microsoft-Maus nutzen. Das Gerät wird zirka DM 480,- kosten und damit eine sehr ernstzunehmende Konkurrenz für PC-Speed und den Supercharger sein. Weiterhin zur Vorstellung kam auch das Lancelot-Netzwerk. Lancelot ist eine Cheapernet-Netzwerkkarte für den ST. Sie basiert auf den international anerkannten Standards IEEE 802.3 10 Base 5 (Ethernet) bzw. 802.3 10 Base 2 (Cheapernet). Mit der Steckkarte können bereits bestehende Ethernet-/Cheapernet-Netzwerke ergänzt oder reine ATARI-Netzwerke aufgebaut werden. Der Datendurchsatz des Netzwerks beträgt laut Hersteller 10 MBit/Sekunde und wird über den Prozessorbus ohne Benutzung des DMA-Bus erreicht. Optional ist auch ein Ethernet-Transceiver mit Flachbandkabel verfügbar. Gute Nachrichten sind auch aus dem Vortex-Festplattenbereich zu verzeichnen: Die HDPlus-Reihe wurde eingestellt, die Nachfolger nennen sich ab sofort DataJet. Die DataJet-Festplatten sind ausgestattet mit SCSI-Laufwerken, Cache, Hardware-Schreibschutz und mit Kapazitäten zwischen 30 und 180 MByte erhältlich. Die Subsysteme sind ab April erhältlich.

Kooperation zwischen PAMs NET und VAX

Yellow Computing überraschte mit einem weiteren Programm: „Barcodepack“ nennt sich das Programm, mit dem Barcodes aller Art erzeugt werden können. Barcodepack ist ein preiswertes, aber dennoch leistungsfähiges und flexibles System zur Datenerfassung mit dem Psion Organiser für Barcodes. Die Anwendungsgebiete sind in der Lagerbestandsüberwachung, Inventur, Qualitätskontrolle, Service-Abrechnung usw. zu finden. Zahlreiche Parameter lassen sich vom Benutzer definieren, wodurch ein hohes Maß an Flexibilität erreicht wird. So kann man z.B. festlegen, ob nach dem Einlesen des Barcodes eine Stückzahl manuell über die Tastatur eingegeben werden muß. ob jeder Lesevorgang eine Erhöhung der Anzahl um eins zur Folge hat, oder ob die Anzahl über einen zweiten Barcode erfaßt werden soll. Die entsprechenden Parameter sind dauerhaft abspeicherbar und stehen damit sofort nach dem Einschalten des Organisers wieder zur Verfügung. Der Benutzer kann definieren, welche Barcodes gelesen werden können und welche nicht. Man kann z B. festlegen. daß nur EANI3- und CODE39-Barcodes gelesen werden können, um so die Erfassung falscher Codes zu verhindern. Das Interessante an der Sache: Die Barcodes können auch im Bitmap-Format ausgegeben und beispielsweise in Calamus übertragen werden, um dort eine Verpackung zu entwerfen, in die der entsprechende Barcode gleich mit eingearbeitet wird. So entsteht für ein beliebiges Produkt ein Barcode, der direkt im Layout für die Produktverpackung mit ausgegeben wird. Das Barcodepack kostet DM 298,- und ist ab Mai verfügbar.

In Halle 17 stellte die Firma Telekommunikation Kaben Riis (TKR) ein neues Bildschirmtextprogramm vor, das dem Btx/Vtx-Manager von Drews auf die Sprünge helfen soll. „Multiterm pro“ nennt sich das Programm, mit dem sich Bildschirmtext in Farbe betreiben läßt. Die Postzulassung für den Software-Decoder ist schon beantragt. Das Programm kann mit Akustikkoppler, Modem oder Postbox betrieben werden und unterstützt alle von der Post angebotenen Übertragungsraten. Im Monochrombetrieb werden alle Grafiken in Graustufen gerastert dargestellt. Auf einem normalen ST können durch Interrupts bis zu 32 Farben benutzt werden, auf dem STe finden hardwaremäßig 32 Farben Unterstützung. Die Bildschirmdarstellung ist zoombar, um Details auf dem Bildschirm mit höherer Genauigkeit darstellen zu können. Die Darstellung des Btx/Vtx-Schirms geschieht im Multitasking, d.h. während der Bildschirm aufgebaut wird, kann man sich auch in einem anderen Menü befinden. ohne daß Bildschirmtext auflegt, weil Steuerzeichen nicht gesendet werden. Ein großer Vorteil von Multiterm pro: Der Decoder hat eine Script-Sprache eingebaut, in der mit 60 Befehlen der gesamte Ablauf eines Logins bestimmt werden kann, ohne daß man als Benutzer auch nur einmal eingreifen muß. Dadurch läßt sich z.B. erreichen, daß das Programm um 17:00 Uhr im Bildschirmtextsystem anruft, alle neuen Nachrichten aus dem Postfach ausliest, die Neuigkeiten bei verschiedenen Agenturen abruft und dann automatisch wieder auflegt. Multiterm pro kostet DM 236, für den Anschluß an eine DBT-03-Postbox und DM 158,- für den Anschluß an ein Hayes-kompatibles Modem. Lesen Sie mehr über die beiden neuen BTX-Programme in der DFÜ-Ecke in diesem Heft!

Damit ist der Trend eindeutig zu erkennen. Fast alle Firmen setzen auf Großbildschirme und Grafikkarten oder warten lieber gleich auf den TT. Sicher, wer einmal mit einem größeren Arbeitsbereich als 600 x 400 Pixel gearbeitet hat, wird diese Erleichterung nicht mehr missen mögen. Großbildschirme sind stark im Kommen und werden sich bald noch weiter verbreitet haben, als es jetzt schon der Fall ist. Es bleibt abzuwarten, ob der Preis für diese im Moment noch recht teuren Gerätschaften gesenkt werden kann. Ein anderer, eigentlich sehr beunruhigender Trend: Viele Entwickler schwenken mit einem Bein zum PC oder dessen kompatiblem Clone um. Kein Wunder, wird doch von ATARI kaum etwas Neues angeboten. Vielleicht sollte man ein weiteres Mal die Firmenpolitik überdenken?

Neues vom Druckermarkt

Umwerfende Neuerungen ließ die diesjährige CeBIT vermissen. Dennoch lassen sich eindeutige Tendenzen ausmachen. Im Büro, am Arbeitsplatz, wird’s leise. Die Seitendrucker, aber auch Tintenstrahl- und Thermotransfertechnik sind auf dem Vormarsch. Hohe Qualität also, allerdings auch zu hohen Kosten. Die Nadeldrucker werden mehr denn je dem Bereich Heimanwendungen zugeschrieben. Je nach Hersteller spielen sie auch beim Massendruck und bei bestimmten professionellen Anwendungen eine Rolle. Quintessenz: Für jeden Einsatz den richtigen Drucker. Wir haben die Neuigkeiten zusammengetragen.

Löst den P6 plus ab: Der P60

NEC erwartete die Besucher mit einem ganzen Schwung neuer Produkte. Die Modelle P60 und P70 werden im Sommer den P6plus und P7plus ablösen. Zum gleichen Preis sind sie etwas schneller geworden, bieten mehr Komfort bei der Papierhandhabung und einen optionalen Zugtraktor, der die Zuführung des Endlospapiers von der Druckerunterseite her erlaubt. Im Herbst wird es den neuen Silentwriter S50 geben. Dieser Laserdrucker wird serienmäßig über 1,5 MB RAM und HP-Laserjet-sowie HP-GL -Emulation verfügen. Sein Preis von weniger als 4000 DM macht ihn sehr interessant. Für weniger als 6000 DM wird es zum gleichen Zeitpunkt den S50P geben, der über 2 MB Speicher und PostScript-Emulation verfügt. 18000 DM sind eine Menge Geld. Doch wenn man dafür einen PostScript-fähigen Thermo-Transfer-Farbdrucker mit 8 MB Speicher bekommt, der das Pantone-Farbsystem beherrscht, dann ist das zumindest ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis. Das Gerät heißt NEC Colormate PS, und es wird ebenfalls im Herbst erhältlich sein.

Bei Citizen geht’s preiswerter zu: Am unteren Ende der Produktpalette ist der 120D zum 120D+ avanciert. Schneller, schöner und doch genauso billig wie früher: Für 598 DM gibt’s den kleinen 9-Nadler. Der Swift 24 hat einen kleinen Bruder bekommen: Den Swift 9. Sie haben’s erraten, der wesentliche Unterschied betrifft lediglich die Anzahl der Nadeln. 748 DM wird der neue, gut ausgestattete 9-Nadler kosten.

Von vielen sehnlichst erwartet - auf der CeBIT wurde er gezeigt: Der Neue von Hewlett-Packard. Der HP-LaserJet III zeichnet sich neben dem Speicher von 1 MB und der serienmäßigen HP-GL-Emulation vor allem durch RET aus. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich ‚Resolution Enhancement Technology‘. Der Drucker ist in der Lage, die Punkte, die der Laser setzt, zu verkleinern und zu verschieben. So kann er die feinen Treppen, die auch bei 300 DPI noch in schrägen Linien zu erkennen sind, ausgleichen. Er tut dies ohne Software-Unterstützung, indem er alle ankommenden Daten abfängt und sie daraufhin untersucht. So bietet der LaserJet III ein besseres Schriftbild und saubere Kanten. Der Preis bleibt unverändert gegenüber seinem Vorgänger: 6372 DM.

Wenig Neues gibt’s von Panasonic zu berichten. Lediglich der KX-P1124 hat einen breiten Bruder bekommen: den KX-PI624. Der Neue bietet die Möglichkeit, A3-Format quer zu verarbeiten, ansonsten ist das Gerät unverändert. Es wird ab April 1698 DM kosten.

Bei Seikosha ist die Situation ähnlich: Den bereits am Markt befindlichen SL-230 wird es jetzt auch in einer schmalen, 80 Zeichen breiten Version als SL-210 geben.

Weiter zu Epson. Hier gab’s wieder kräftig Neues. Der LQ-850 ist überarbeitet worden. Mehr Speicher, mehr Geschwindigkeit, mehr Komfort beim Papier-Handling. Er heißt jetzt LQ-850 Plus, entsprechend die breite Ausführung LQ-1050 Plus. Richtig neu ist ein 24-Nadel-Flachbettdrucker. Mit Papierpark Funktion, diversen Fonts und Farbdruck ist er komplett ausgestattet. Der Laserdrucker GQ-5000 ist ebenfalls überarbeitet worden. Zum Preis von 5698 DM bekommt man bei Epson nun 2 MB Speicher im GQ-5000 Mega 2 gleich mitgeliefert.

Epson-Tintenstrahldrucker im A3-Format

Neu wiederum ist ein 64-Düsen-Tintenstrahldrucker von Epson. Das bereits äußerlich ungewöhnliche Gerät arbeitet seitenorientiert, emuliert die Epson-Laser genauso wie den HP LaserJet. Es bietet neben der Auflösung von 300 DPI 500kB RAM, die für Ganzseitengrafik auf 2,5 MB aufgerüstet werden können. Neben der Möglichkeit. Endlospapier zu verarbeiten, werden Einzelbauer wie beim Laser aus einer Kassette zugeführt. Der Preis ist nicht uninteressant, denn wer kann sich schon einen A3-Laser leisten: 3500 DM soll die Maschine irgendwann kosten. Als letzte Neuigkeit bleibt der DFX-8000 zu erwähnen. Dieser Massendrucker wird zwar 8000 DM kosten, doch ist die Geschwindigkeit beeindruckend. Endlospapier wird aus zwei Richtungen zugeführt und kann sogar abgeschnitten werden.

Fujitsu, einem Hersteller, der sehr im professionellen Bereich engagiert ist, gab’s den DL 1100 zu bestaunen. Ein kleiner, nicht übermäßig schneller 24-Nadler für sage und schreibe 1175 DM. Besonderheit: Er hat standardmäßig das breite Format, kann also A4-Blätter quer verarbeiten. Eher in die Palette paßt der DL4600. Sehr schnell, komplett an Papierzuführungen, Emulationen und Schnittstellen ist er mit 4500 DM nicht gerade ein billiger Jakob.

Richtig Neues auch nicht bei Star: die kleinen, preiswerten Modelle gibt’s seit kurzem auch in den breiten Ausführungen. Sie heißen dann LC-15 (9 Nadeln) bzw. LC24-15 (24 Nadeln). Ansonsten wollte man uns nichts verraten. Mehr gibt’s dann wohl im Herbst in Köln zu sehen.

So auch bei OKI. Neben der bewährten Palette an Nadel- und Laserdruckern war lediglich der OKILASER 840 eine Neuigkeit. Er ist die PostScript-Version des 8-Seiten-OKILASER 800. Für 9500 DM bekommt der Käufer drei Schnittstellen, 2 MB Speicher und neben PostScript auch HP LaserJet-Emulation.

Auch C.Itoh war ja bisher mehr ein Hersteller für das gehobene Preis- und Leistungsniveau. Mittlerweile und seit Einführung des C-610 ist aber einiges ins Rutschen geraten. In Hannover zeigte man die Fortentwicklung, den C-6I0+, jetzt mit NEC P6-Emulation und mehr Geschwindigkeit. Ihm äußerlich ähnlich sieht der C-645. Doch dieser Drucker hat’s in sich: sehr schnell, 9-Nadel-kompatibel. aber mit 28 (!) Nadeln im Kopf, dabei in Flachbettbauweise, zum Preis von 3650 DM. Weiterhin neu sind die zwei Modelle C-240 und C-510. Es sind dies für den stressigen Büroalltag konzipierte 9- bzw. 24-Nadler. Selbstredend haben sie diverse Fonts und Emulationen sowie einen großen Speicher eingebaut. Die Preise sind nicht am Lowend: Es geht mit 1690 DM fürden 9-Nadler los.

Auch bei Brother wurde angebaut: Die Modelle M-1918 und M-1924L sind die Breitversionen der bereits eingeführten 18- und 24-Nadler M-1818 und M-1824L. Auf großes Interesse stieß der neue HL-4 LaserAs. Er gesellt sich als kleines Modell in der Brother Palette neben das Erfolgsgerät HL-8. Der Neue bietet 512 kB RAM, diverse Schriften, und ist kompatibel zum HP-LaserJet. Der Preis soll deutlich unter 4000 DM liegen.

Siemens zeigte den CeBIT-Besuchern eine Reihe leiser Drucker. Der Tintenstrahler HighPrint 6200 ist mit seiner Auflösung von 300 DPI kompatibel zum HP DeskJet. Ab Juni soll er zum Preis von 2565 DM erhältlich sein. Der Hersteller rechnet mit einem Seitenpreis von ca. 6 Pfennigen. Die Farbversion, die sich ebenfalls durch Geräuscharmut auszeichnet, wird 4500 DM kosten. Mit dem HighPrint 730 Compact stellt Siemens einen Drucker neben den Laptop. Der neue Winzling arbeitet nach dem Thermotransferverfahren auf Normalpapier. Er bietet 300 DPI Auflösung, HP-Laser-Jet-Emulation und 1 MB Speicher. Mit einer Akkuladung soll er 150 Seiten drucken. Allerdings ist der mobile Zwerg nicht billig: 2995 DM soll er kosten, jede Seite schlägt mit 13 Pfennigen zu Buche.

MP/IB/HE



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