Pub Games (C 64)

 Grafik 41
 Sound & Musik 37
 Happy-Wertung 33
C 64 (Schneider, Spectrum)
Geschicklichkeitsspiel
39 DM (Kassette/Diskette)
Ungewöhnliche Kneipen-Olympiade

Die Sportspiel-Welle macht vor nichts halt: jetzt gibt es sogar eine Art Kneipen- Olympiade, bei der sieben »Sportarten« auf dem Programm stehen, die in englischen Pubs populär sind. Dabei handelt es sich aber nicht um niedere Vergnügungen wie Bierdeckelfalten oder Gläserweitwurf, sondern um Poker, Pontoon (17 + 4), Domino, Darts (Pfeilwerfen), Tischfußball, Billard und Skittles (Kegeln).

Die Disziplinen werden einzeln oder eine nach der anderen in einem Gesamtdurchgang gespielt. Exakt zwei Spieler können bei den Pub Games antreten - nicht mehr und nicht weniger. Ein vernünftiger Solo-Spieler-Modus fehlt völlig und warum nicht vier oder gar acht Leute (wie bei »Summer Games«) mitmachen dürfen, ist ausgesprochen rätselhaft.
Jede Disziplin muss nachgeladen werden, was aber dank eines ausgeklügelten Ladesystems recht flott geht. Was da in den Speicher des Computers befördert wird, kann aber nicht begeistern. Hier alle Einzelspiele im Schnelldurchlauf. Darts: Technisch schlecht gemacht mit nervöser Flacker-Grafik. Billard: Mittelmäßiges Vergnügen, träge Animation. Domino: Warum um alles in der Welt soll man Domino mit dem Computer spielen, wenn er nicht mal als Gegner einspringen kann? Tisch-Fußball: Relativer Lichtblick, grafisch recht ordentlich. Poker und Pontoon: Uralt-Kartenspiele mit mäßiger Grafik. Skittles: Spielerisch erschreckend simpel.

Die meisten Disziplinen sind reiner Selbstzweck. Ein Kartenspiel ist nämlich am Computer ein ebenso schaler Genuss wie Tischfußball per Joystick. Trotz einer originellen Grundidee entpuppt sich Pub Games als müde Sammlung von langweiligen Spar-Spielen. Die Qualität der Grafik bewegt sich zwischen ganz nett (Tischfußball) und grausig (Skittles). Musikalisch tut sich nur Durchschnittliches. Da man etwa für dasselbe Geld einen Leckerbissen wie World Games kaufen kann, werden die enttäuschenden Kneipen-Spiele einen schweren Stand im Weihnachtsgeschäft haben.


Heinrich Lenhardt
Aus: Happy Computer 12 / 1986, Seite 98

Links

Copyright-Bestimmungen: siehe Über diese Seite