Flexible Alertbox (C)

Die Alertbox, die die AES (Application Environment Services) produziert, glänzt durch ihren einfachen Aufruf und den vergleichsweise simplen Aufbau. Sie hat aber auch eindeutige Schwächen. Maximal fünf Zeilen und bis zu drei Buttons sind erlaubt. Zur Auswahl stehen ferner drei Bildchen, mit denen man die Alertbox verzieren kann.

Trotz des einfachen Aufbaus wünscht man sich zuweilen eine ähnlich einfache Routine, die jedoch nicht so stark beschränkt ist. Einige Entwicklungs-Tools verfügen über flexiblere Routinen. Dort liegt die Beschränkung der Zeilenanzahl so hoch, daß man eigentlich keine Probleme mehr hat. Die Button-Anzahl ist größer und auch der Vorrat an Bildchen ist größer und sogar erweiterbar.

Die hier vorgestellte Alert-Routine stammt ursprünglich aus dem Wega-Developer Kit. Sie ist soweit reduziert, daß man sie auch ohne Wega einsetzen kann. Features wie das Zentrieren gemäß dem VSCR-Cookie, Tastatursteuerung, freie Plazierbarkeit der Box und automatische Hintergrundrestaurierung sind diesem Beispiel zum Opfer gefallen. Die anderen praktischen Eigenschaften sind jedoch erhalten und werden hier vorgestellt.

Der Aufruf der Alert-Routine ist (fast) so einfach wie bei form_alert(). Übergabeparameter sind die Adresse eines Bit-Blocks, der die Größe von 4 Zeichen in der Breite und 2 Zeichen in der Höhe haben muß. Bei der mittleren TT-Auflösung oder der hohen ST-Auflösung sind dies derzeit 32 Pixel in Höhe und Breite. Für den universellen Einsatz der Alert-Routine muß beispielsweise für die niedrige ST-Auflösung ein weiterer Bit-Block (Entscheidungskriterium ist die Größe des Zeichensatzes!) parat sein. Da der Bit-Block über eine Funktion ermittelt wird, dürfte diese Ergänzung kein Problem darstellen. Außerdem ist bei einem universellen Einsatz der Bit-Block vor der ersten Nutzung mit vr_trnfm() vom Standardformat in gerätespezifisches umzuwandeln. Dies erfordert das Öffnen einer virtuellen Workstation, worauf in dem Beispielprogramm verzichtet wurde.

Der zweite Parameter ist ein Zeiger auf den Text, der in der Alertbox darzustellen ist. Er kann quasi beliebig lang sein, die Maximalzahl der Zeilen darf allerdings nicht überschritten werden. Im Gegensatz zu form_alert() dürfen die harten Trennungen mit dem senkrechten Strich entfallen. Do_alert() formatiert den Text dann selbst. Wird jedoch ein senkrechter Strich gesetzt, nutzt do_alert() diesen als harten Umbruch.

Die Buttons werden über den dritten Parameter übergeben. Senkrechte Striche trennen sie voneinander. Als Breite für alle Buttons ist die des breitesten Buttons ausschlaggebend. Die Anzahl ist nur durch die Breite der Alertbox beschränkt. Der vierte und letzte Parameter bestimmt den Defaultbutton (mit Return wählbar). Bei einer negativen Zahl wird keiner gesetzt.

Rückgabewert ist der gewählte Button oder eine negative Zahl, falls ein Fehler aufgetreten ist. Die Numerierung der Buttons beginnt links mit 0 [im Gegensatz zu form_alert(), denn dort fängt die Zählung bei 1 an].

Die interne Verarbeitung ist relativ einfach. Der Text und die Buttons werden aufgeteilt und gezählt. Daraufhin wird eine Dialogbox dynamisch aufgebaut. Die durch die AES zur Verfügung stehenden Mittel stellen die entstandene Dialogbox dar und verwalten sie. Anschließend wird die Dialogbox wieder aus dem Speicher entfernt und der angeklickte Button an die aufrufende Funktion übermittelt.

Die dynamische Speicherverwaltung und die höhere Flexibilität der Alert-Routine erfordert übrigens, daß eine Fehlerauswertung erfolgt und die Anwenderin oder der Anwender entsprechend informiert wird. Immerhin erscheint die Alertbox im Fehlerfall nicht!

Beispiel für eine alternative Alertbox

/* Headerdatei zu ALERT */ #ifndef __ALERT #define __ALERT #include <aes.h> BITBLK* BitblkCalculator(void); int do_alert(BITBLK*, const char*, const char*, int); #endif

/* ----------------------------------------------- Flexible Alertbox ================= Autor: Dietmar Rabich (c) 1992 MAXON Computer Entwicklungssystem: Pure-C ----------------------------------------------- */ /* Header */ #include <aes.h> #include <string.h> #include <stddef.h> #include <stdlib.h> #include <ctype.h> #include "alert.h" /* Makros */ #define max(x, y) (((x) > (y)) ? (x) : (y)) #define NIL -1 #define BACKBOX alertref[0] #define BUTTON alertref[1] #define STRING alertref[2] #define BITBLOCK alertref[3] #define MAXTEXTLINES 18 #define TEXTWIDTH 29 #define TEXTHEIGHT 1 #define BITBLKWIDTH 4 #define BITBLKHEIGHT 2 #define ALERTWIDTH 38 #define BORDERWIDTH 2 #define BUTTONHEIGHT 1 #define INNERBORDERWIDTH 1 #define BORDERHEIGHT 1 /* modullokale Variablen */ static OBJECT alertref[] = { { /* Objekt für Root (Hintergrund) */ NIL, 1, 4, G_BOX, NONE, OUTLINED, 0x21100L, 2, 1, 38, 6 }, { /* Objekt für Button */ 3, NIL, NIL, G_BUTTON, SELECTABLE | EXIT, NORMAL, 0L, 27, 4, 9, 1 }, { /* Objekt fur Textzeile */ 4, NIL, NIL, G_STRING, NONE, NORMAL, 0L, 27, 1, 6, 1 }, { /* Objekt fur Bitblock */ 0, NIL, NIL, G_IMAGE, NONE, NORMAL, 0L, 2, 1, 4, 2 } }; /* Beispielbitblock */ static int highres[] = { 0x1FFF, 0xFFE0, 0x7FFF, 0xFFF0, 0x6000, 0x0038, 0xDFFF, 0xFFDS, 0xDFFF, 0xFFDC, 0xDFFF, 0xFFDE, 0xDFFF, 0xFFDF, 0xC000, 0x001F, 0xDF7D, 0xF7DF, 0xD145, 0x145F, 0xD145, 0x145F, 0xDF7D, 0xF7DF, 0xC000, 0x001F, 0xDF7D, 0xF7DF, 0xD145, 0x145F, 0xD145, 0x145F, 0xDF7D, 0xF7DF, 0xC000, 0x001F, 0xDF7D, 0xF7DF, 0xD145, 0x145F, 0xD145, 0x145F, 0xDF7D, 0xF7DF, 0xC000, 0x001F, 0xDF7D, 0xF7DF, 0xD145, 0x145F, 0xD145, 0x145F, 0xDF7D, 0xF7DF, 0x6000, 0x003F, 0x7FFF, 0xFFFF, 0x1FFF, 0xFFFE, 0x07FF, 0xFFFE, 0x03FF, 0xFFF8 }; static BITBLK calc[] = { {highres, 4, 32, 0, 0, 0x0001} }; /* Prototypen */ static void sizeandpos(OBJECT*, int, int, BITBLK*, int, int); static void build1(OBJECT*, BITBLK*, int*, int*, int*, int, int, char*, char*, int, int*); static void build2(OBJECT*, int); static int counttokens(char*); static char* taketoken(char*); static void tokens(char*, int); static int _do_alert(OBJECT*); BITBLK* BitblkCalculator(void) { return(calc); } /* Tokens zählen */ static int counttokens(char *s) { register int ret; char *c; /* Trennstriche zählen */ for(ret = 1, c = s; *c; c++) if(*c == '|') ret++; return(ret); } /* nächstes Token holen */ static char* taketoken(char *s) { static char *c; char *cptr, *c2; /* String übergeben? Dann c setzen! */ if (s) c = s; /* String am Ende? Dann Schluß! */ if(!*c) return(NULL); /* Bis Stringende oder Trennzeichen */ /* durchlaufen! */ cptr = c; while(*cptr && (*cptr != '|')) cptr++; /* Fein! Trennzeichen gefunden! */ if(*cptr == '|') { *cptr = 0; /* Trennung durch 0! */ c2 = cptr; /* Stringende merken */ cptr = c; /* cptr auf Stringanfang */ c = c2 + 1; /* Weitersuche ab */ /* folgendem Stringanfang */ } /* String schon am Ende?! */ else { c2 = cptr; /* Stringende merken */ cptr = c; /* Stringanfang in cptr */ c = C2; /* Endekennung = 0 */ } /* Pointer auf Teilzeichenkette zurück! */ return(cptr); } /* String tokenisieren */ static void tokens(char *s, int len) { register int ret = 0; char *c, *stc, *memc; /* Leerer String? Dann ist eine */ /* Untersuchung wohl unsinnig! */ if(!s[0]) return; /* String untersuchen */ for(c = s; *c; c++) { ret++; /* erstes Zeichen oder Leerzeichen? */ if(ret == 1) memc = stc = c; if(isspace(*c)) memc = c; /* Trennungszeichen? Harter Umbruch? */ /* Dann Zählung neu beginnen und */ /* weiter... */ if(*c == '|') { ret = 0; continue; } /* Kritische Länge erreicht? */ if(ret > len) { c = memc; /* Kein Leerzeichen? */ /* Dann Wort unterbrechen! */ if(!isspace(*memc)) { char *c2; c += len; c2 = strdup(c); if(c2) { strcpy(c + 1, c2); free(c2); } } /* An die Fundstelle gehört */ /* ein Trennungszeichen! */ ret = 0; *c = '|'; } } /* Überflüssige Trennzeichen */ /* am Ende entfernen! */ c = strrchr(s, 0) - 1; while((*c == '|') && (c >= s)) *(c--) = 0; /* Überflüssige Trennzeichen */ /* am Anfang entfernen! */ c = s + strspn(s, "|"); stc = strdup(c); if(stc) { strcpy(s, stc); free(stc); } } /* Ausgabe der Alertbox */ static int _do_alert(OBJECT *tree) { int ret, x, y, w, h; wind_update(BEG_UPDATE); wind_update(BEG_MCTRL); graf_mouse(ARROW, NULL); form_center(tree, &x, &y, &w, &h) ; form_dial(FMD_START, x, y, w, h, x, y, w, h); objc_draw(tree, ROOT, MAX_DEPTH, x, y, w, h); ret = form_do(tree, ROOT) & 0x7FFF; form_dial(FMD_FINISH, x, y, w, h, x, y, w, h); wind_update(END MCTRL); wind_update(ENDUPDATE); return(ret); } /* Größe und Position festlegen */ static void sizeandpos(OBJECT *tree, int maxtext, int maxbutton, BITBLK *bitblk, int cnttext, int cntbutton) { int xpos, i; OBJECT *obj; obj = tree; /* Hintergrund */ { int max1, max2; max1 = BORBERWIDTH + maxtext + (bitblk ? (INNERBORDERWIDTH + BITBLKWIDTH) : 0); max2 = cntbutton * (maxbutton + BORDERWIDTH); obj->ob_width = BORDERWIDTH + max(max1, max2); (obj++)->ob_height = (3 * BORDERHEIGHT + BUTTONHEIGHT) + cnttext; } /* ggf. Bitblock */ if(bitblk) { obj->ob_x = BORDERWIDTH; obj->ob_y = BORDERHEIGHT; obj->ob_width = BITBLKWIDTH; (obj++)->ob_height = BITBLKHEIGHT; } /* Texte */ i = 1; for(;;) { if(obj->ob_type != G_STRING) break; obj->ob_x = BORDERWIDTH + (bitblk ? (BITBLKWIDTH + INNERBORDERWIDTH) : 0); obj->ob_y = i++; obj->ob_width = maxtext; (obj++)->ob_height = TEXTHEIGHT; } i++; /* Buttons */ xpos = tree[0].ob_width - cntbutton * (maxbutton + BORDERWIDTH); for(;;) { obj->ob_x = xpos; obj->ob_y = i; obj->ob_width = maxbutton; obj->ob_height = BUTTONHEIGHT; if(obj->ob_flags & LASTOB) break; obj++; xpos += maxbutton + BORDERWIDTH; } } /* Aufbau Teil 1 */ static void build1(OBJECT *tree, BITBLK *bitblk, int *treecnt, int *maxtext, int *maxbutton, int cnttext, int cntbutton, char *text, char *buttons, int bdefault, int *firstbutton) { OBJECT *obj; int i; char *c; size_t 1; *treecnt = 0; /* Hintergrund setzen */ tree[(*treecnt)++] = BACKBOX; /* ggf. Bitblock setzen */ if(bitblk) { tree[(*treecnt)] = BITBLOCK; tree[(*treecnt)++].ob_spec.bitblk = bitblk; } /* alle Texte setzen */ obj = tree + *treecnt; for(i = 0; i < cnttext; i++) tree[(*treecnt)++] = STRING; *maxtext = 0; c = taketoken(text); for(;;) { if(!c) break; l = strlen(c); if((*maxtext) < (int)l) *maxtext = (int)l; (obj++)->ob_spec.free_string = c; c = taketoken(NULL); } /* alle Buttons setzen */ obj = tree + *treecnt; *firstbutton = *treecnt; for(i =0; i < cntbutton; i++) tree[(*treecnt)++] = BUTTON; /* Defaultbutton */ if(bdefault >= 0) obj[bdefault].ob_flags |= DEFAULT; *maxbutton = 0; c = taketoken(buttons); for(;;) { if(!c) break; l = st.rlen(c); if((*maxbutton) < (int)l) *maxbutton = (int)l; (obj++)->ob_spec.free_string = c; c = taketoken(NULL); } } /* Aufbau Teil 2 */ static void build2(OBJECT *tree, int treecnt) { int i; /* Verkettung */ tree[0].ob_next = NIL; tree[0].ob_head = 1; tree[0].ob_tail = treecnt - 1; for(i = 1; i < treecnt; i++) { tree[i].ob_next = i + 1; tree[i].ob_head = tree[i].ob_tail = NIL; } tree[treecnt - 1].ob_flags |= LASTOB; tree[treecnt - 1].ob_next = ROOT; } /* Hauptalertroutine */ int do_alert(BITBLK *bitblk, const char *otext, const char *obuttons, int bdefault) { OBJECT *tree; char *text, *buttons; int cnttext, cntbutton, objused, treecnt, firstbutton, maxtext, maxbutton, ret; /* Kopien anlegen */ text = strdup(otext); if(!text) return (-1); buttons = strdup(obuttons); if((buttons) { free(text); return(-1); } /* Teilstücke zählen */ tokens(text, TEXTWIDTH + (bitblk ? 0 : (INNERBORDERWIDTH + BITBLKWIDTH))); cnttext = counttokens(text); cntbutton = counttokens(buttons); if(cnttext >= MAXTEXTLINES) { free(text); free(buttons); return(-2); } /* Anzahl der Objekte */ objused = cnttext + cntbutton + (bitblk ? 2 : 1); /* Speicher für Objektbaum */ tree = malloc(((long) objused) * sizeof(OBJECT)); if(!tree) { free(text); free(buttons); return(-1); } /* Objecttree aufbauen */ build1(tree, bitblk, &treecnt, &maxtext, &maxbutton, cnttext, cntbutton, text, buttons, bdefault, &firstbutton); if(((maxbutton + BORDERWIDTH) * cntbutton + BORDERWIDTH) > ALERTWIDTH) { free(tree); free(text); free(buttons); return(-3); } /* Verkettung */ build2(tree, treecnt); /* Größen */ sizeandpos(tree, maxtext, maxbutton, bitblk, cnttext, cntbutton); { int i; for(i = 0; i < treecnt; rsrc_obfix(tree, i++)); } ret = _do_alert(tree); if(ret >= 0) ret -= firstbutton; free(tree); free(buttons); free(text); return(ret); }

Dietmar Rabich
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