Adresse 2.12: Adressen komfortabel verwalten

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Adressverwaltungen gibt es viele für den ATARI. Umso schwerer fällt die Auswahl nach dem richtigen Programm. In diesem Monat stellen wir Ihnen "Adresse" vor, eine Software, die seit Jahren gepflegt und erweitert wird.

Es gibt immer wieder Programmgenres, die für jedermann interessant sind oder sein sollten. Als wir uns vor einigen Wochen dazu entschieden, E-Copy für Sie als Vollversion für die Spezial-Diskette zu erwerben, waren wir uns sicher, dass ein Kopier-Tool zu eben diesem Programmtyp gehört. Und in dieser Ausgabe ist nun das Los auf Adresse 2.12" gefallen, ein Adressverwaltungsprogramm, das sowohl für den professionellen als auch den privaten Einsatz geeignet ist.

Adresse wird bereits seit einigen Jahren entwickelt und ist u.a. auch Bestandteil eines Fakturierungssystems, das jedoch nicht aktiv weiterentwickelt wird. Anders verhält es sich bei Adresse, wenngleich der Umfang der Neuerungen vergleichsweise gering ist, was auch daran liegen mag, dass Adresse eigentlich alle relevanten Funktionen und Aufgaben einer Adressverwaltung erfüllt.

Das Programm ist kaum größer als 300 KB und kann sowohl als Accessory als auch als Standardprogramm installiert werden. Grafisch ist es voll in GEM eingebunden, verfügt (auf Wunsch) auch über einen schicken 3D-Look und läuft unter allen bekannten TOS-kompatiblen Systemen und Emulatoren einwandfrei.

Programmkonzept

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Das Hauptfenster von Adresse besteht aus einer Adressliste, in der die Vornamen und Name der gespeicherten Personen dargestellt werden (siehe Bild 2). Hier kann man direkt ein Stichwort zum Suchen einer Adresse eingeben, wobei eine Vielzahl von Suchkriterien zur Verfügung stehen (nahezu sämtliche Eingabefelder der Adresserfassungs-Maske). Zum Beispiel kann nach einer Straße oder auch nach einer Rufnummer gesucht werden, was sinnvoll und nützlich ist, wenn man sich über die Schreibweise bestimmter Namen nicht ganz im klaren ist.

Neben der Namensliste befinden sich die wichtigsten Icons, die ein Spiegel der Funktionen der Hauptmenüleiste sind. Adressen können auf vielfältigste Weise importiert, exportiert, gelistet oder gedruckt werden, wodurch Adresse nicht nur gut zum Verwalten von Adressdaten geeignet ist, sondern auch als Schnittstelle zu anderen Programmen genutzt werden kann.

Die Adressenmaske (siehe Titelgrafik) ist vielseitig. Neben den herkömmlichen Datenfeldern für Anrede, Name usw. hat der Anwender Eintragungsmöglichkeiten für zusätzliche Bemerkungen (3 Zeilen) sowie eine Option für eine Kundennummer und Geburtstagsdaten. Das Anlage- und das jeweils letzte Änderungsdatum wird - sofern eine Systemuhr installiert ist - automatisch eingetragen.

Sehr interessant ist die Möglichkeit, zwei verschiedene Suchkriterien für Adressen selbständig eintragen und konfigurieren zu können. In diesem Programm werden die beiden Suchkriterien "Typ" und "Status" genannt. Hier können jeweils bis zu 14 Punkte im Vorfeld eingetragen werden, die sowohl bei der Adresseingabe als auch bei der Adressen-Selektion (in der Hauptliste) über ein Popup- Menü angewählt werden können. Die Freiheit, die der User hier bei der Einstellung hat, macht das Programm so wertvoll, denn je nach Verwendungszweck kann man bei einer Aboverwaltung z.B. die Laufzeit des Abonnements eintragen oder angeben, ob der Eintrag eine Kunden-, Lieferanten oder auch eine private Adresse ist. Sind alle notwendigen Punkte erledigt, kann man entweder direkt eine neue Adresse anlegen oder zurück in den Listenmodus.

Auch das Import- und Exportverhalten von Adresse ist sehr vielseitig und positiv zu verwerten. über das Exportfenster (siehe Bild 4) kann der User pro Adressdatei bis zu 6 verschiedene Filter editieren. Nachdem man dem Filter einen Namen gegeben hat, kann man mittels einer kleinen Kommandosprache bestimmen, welche Daten in welcher Form gespeichert werden sollen.

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Für die einzelnen Felder des Adress-Eingabefensters gibt es dreibuchstabige Abkürzungen, die in beliebiger Folge eingegeben werden können. So ist z.B. folgendes Export-Kommando möglich:

%ANR%n%VOR %NAM%n%STR%LAN %PLZ %STA%n%

Das Prozentzeichen vor einem Kürzel bewirkt, dass dieses Kürzel nicht als Text exportiert, sondern das dafür zuständige Feld exportiert wird. Ein "n" steht für einen Zeilenwechsel. Das obige Beispiel dient der Generierung einer kompletten Adressenliste, wobei zu sehen ist, dass Adresse die Spacezeichen (z.B. nach "VOR" und "PLZ") als solche auch weitergibt.

Je nachdem, ob zuvor nach Typ oder Status selektiert wurde, können die Daten nun komplett oder gesondert exportiert werden. Die Bedienung der Export-Kommandos ist spielend einfach, denn über die ST-Guide- Anleitung erhält man eine komplette Liste mit allen erforderlichen Erläuterungen der Kürzel. Will man nun Daten konvertieren oder in andere Datenbanken exportieren, so kann man auf diesem Wege bequem einen Adress-Stamm exportieren, wie ihn das entsprechende Import-Programm benötigt. Ebenso können aber auch bequem Importfilter erstellt werden, um von externen Datenbanken Adressbestände zu importieren. Ferner kann man die hier erstellen Filter einzelnen Funktionen der Adressverwaltung zuordnen, so dass man sowohl für den Im- und Export, als auch für das Reportfenster, für das Clipboard (s.u.) usw. eigene Filter kreieren kann.

Damit der Anwender in diesem Punkt einen größtmöglichen Komfort besitzt, kann er die maximal 6 Filterkonfigurationen sichern bzw. einladen, so dass er hier in der Anzahl nicht eingeschränkt ist. Außerdem verfügt Adresse über eine Preview-Funktion, damit man zunächst überblicken kann, ob das erarbeitete Kommando den Wünschen entsprechend umgesetzt wird oder ob noch einige Fehler enthalten sind.

In der Praxis haben wir das Programm auch schon dazu eingesetzt, Adressdaten für eine Electronic-Banking-Software zusammenzustellen.

Damit sind alle wesentlichen Funktionen von Adresse abgedeckt, die für den täglichen Einsatz von Interesse sind. Doch darüber hinaus hat das Programm viele weitere Funktionen in seinem Repertoire.

Zum Beispiel hat man über ein angeschlossenes Modern direkt die Möglichkeit, Rufnummern oder Faxnummern anzuwählen. Ebenfalls interessant ist die Möglichkeit, Adressdaten in das Clipboard zu kopieren, so dass Adresse auch hervorragend mit anderen Programmen wie z.B. Textverarbeitungen kooperiert. Wie bei der Erläuterung der Filter angesprochen, kann man z.B. auch für das Clipboard einen Filter generieren, der exakt eine Anschrift ausgibt. Wenn man nun eine Adresse selektiert und diese ins Clipboard kopiert, kann man (z.B. im Multitasking-Modus) in die Textverarbeitung hinüberschalten und die Adresse in das dafür vorgesehene Feld einfügen.

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Adresse kann u.a. auch für das Erstellen von Infopost usw. eingesetzt werden, denn über die Möglichkeit, die Adressen nach bis zu 3 verschiedenen, untereinander kombinierbaren Adressfeldern zu sortieren, ist z.B. auch eine Anordnung und Darstellung nach Postleitzahlen möglich, was für die Erstellung von Infobriefen und Infopost relevant ist. Denn so kann man auch lokal gezielte Rundschreiben generieren usw.

Konfigurationsmöglichkeiten

Auch hier zeigt sich Adresse als vielseitiges Programm, denn der Anwender hat hier vielfältigste Möglichkeiten der individuellen Konfiguration der Software. Da die einzelnen Punkte klar verständlich und nicht beschreibungsbedürftig sind, entnehmen Sie weitere Details bitte dem Bild 4.

Fazit

Mit Adresse wird dem Anwender ein gutes und zuverlässiges Programm zur Verfügung gestellt. Erfreulich ist, dass es nach wie vor gepflegt wird, und dass es so individuell einstellbar ist, dass es für nahezu jeden Bedarf angepaßt werden kann.

Bei größeren Adressdatenmengen, die jenseits der 10000er-Grenze liegen, wird ein Speicher über 4 MB zwingend erforderlich, da Adresse die Daten im Speicher verwaltet und erst auf Wunsch auf der Festplatte speichert. Aufgrund des geringen Programmumfanges kann man Adresse sowohl für berufliche Zwecke als auch für den privaten Einsatz in Form des persönlichen Telefonbuches verwenden.

Bezugsquelle:
Spezial-Diskette 5/98



Aus: ST-Computer 05 / 1998, Seite 20

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