Editorial: Spekulationsobjekt Jaguar

Sind Sie auch Jaguar-Besitzer und streben eine möglichst komplette Sammlung an? Herzliches Beileid, denn der Jaguar – obwohl kommerziell kein Erfolg – darf sich getrost zu den Konsolen zählen, die zum Spekulationsobjekt geworden sind. Klar, ein „Sensible Soccer“ oder „Crescent Galaxy“ sind auch im Jahr 2015 noch keine Luxusartikel, aber wer solche Titel erstmal in der Sammlung hat, muss für die verbliebenen Titel deutlich mehr zahlen. Ein „Battlesphere Gold“´, vielleicht das beste Jaguar-Spiel der nach-Atari-Ära, wurde letztes Jahr für 750 US-Dollar verkauft, ein Aircars für 350 Dollar und Pro-Controller kosten gerne 200 Euro aufwärts. Die Preisentwicklung macht auch auf Homebrew-Titeln nicht halt und ein nicht geringer Teil der „Another World“-Module dürfte direkt in die Bucht gewandert sein.

Another World ist allerdings auch ein Beispiel für einen teuren Titel, der von den Entwicklern nachproduziert wird. Ähnliches gilt für die Telegames- und Songbird-Titel, auch wenn es in Jaguar-Foren Stimmen gibt, die behaupten, die neue Auflage der Telegames-Titel sei qualitativ minderwertig. Derweil ist unklar, ob es eine weitere Auflage des Skunkboards (Test in dieser Ausgabe) geben wird. Wer für neue Titel nicht später eBay-Preise bezahlen will, behält die Jaguar-Foren besser gut im Auge…

Die Entwicklung hat aber auch eine positive Seite: Homebrew-Entwickler können ihre Spiele leichter verkaufen. Immerhin tritt jeder Entwickler mit der Produktion einer CD oder eines Moduls in finanzielle Vorleistung. Wer diese scheut, bittet um Vorbestellungen – und da neue Spiele für den Jaguar und Lynx nur sporadisch erscheinen, ist eine solche Aktion in der Regel erfolgreich.


Mia Jaap
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