Moonmist (C64)

 Grafik  0 ★
 Sound & Musik  0 ★
 Happy-Wertung  84 ★
C 64 (Amiga, Apple II, Atari XL/XE/ST, C128, Macintosh, MS-DOS, Schneider)
Text-Adventure
80 DM bis 90 DM (Diskette)
Stilvoller Software-Gruselkrimi

Ihre Ankunft an der Küste von Cornwall ist wahrhaft unheimlich. Die Türme des ein- samen Schloßes ragen düster in den Nachthimmel. Der Vollmond spendet geisterhaftes Licht, während Sie sich dem Türklopfer nähern. Doch was ist das? War da eben ein Schatten am Fenster oder nur eine Phantom-Figur des trügerischen Nebels? Aus dem Staub machen können Sie sich jedenfalls nicht, denn schließlich verkörpern Sie einen wackeren Detektiv, und eine alte Freundin (beziehungsweise ein alter Freund - das Programm ist flexibel) hat Sie um Hilfe gebeten. Im morschen Schloß Tresyllian von Lord jack geht es nämlich nicht mit rechten Dingen zu. Ein waschechtes Gespenst sucht das Gemäuer heim und ungebetene Gäste wie Giftspinnen geben sich ein Stelldichein. Außerdem munkelt man, daß irgendwo im Schloß ein Schatz verborgen ist.

Das neue Infocom-Textadventure »Moonmist« verbreitet solche Gänsehaut-Stimmung und gibt sich dabei besonders Einsteiger-freundlich. Der Schwierigkeitsgrad ist nicht allzu hoch, aber die Freunde von kniffligen Puzzles kommen trotzdem nicht zu kurz. Es gibt sogar sechs Varianten und bei jeder ist der Schatz an einem anderen Ort versteckt. Indem man zu Beginn eine von sechs Farben wählt, entscheidet man sich für eine der sechs Szenarien. Moonmist verbreitet angenehme gotische Grusel-Atmosphäre und bietet neben dem gewohnt guten Parser ein paar neckische Packungsbeilagen. Neben einem Moonmist- Logo, das man auf ein T-Shirt bügeln kann, findet man zwei Briefe, einen Besucher-Plan des Schlosses und das aufschlußreiche Magazin »Legendäre Geister von Cornwall«.

Die C 64-Version leidet unter den nervtötend langsamen Disketten-Zugriffen. Davon einmal abgesehen kann man Moonmist allen Adventure-Fans mit Englisch- Kenntnissen nur empfohlen. Und wenn man das Spiel einmal gelöst hat, wagt man sich einfach an eine andere Variante heran - eine gute Idee, die bei Abenteuerspielen Schule machen sollte.


Heinrich Lenhardt
Aus: Happy Computer 01 / 1987, Seite 92

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