SMM804: Drucker im ST-Look

Passend zum ST gibt es jetzt auch einen Drucker von ATARI. Er paßt sich optisch dem Rechner an, aber entsprechen auch die Leistungsmerkmale denen des Rechners?

Es handelt sich beim SMM804 um einen einfachen Drucker, der über alle wichtigen Standard-Fähigkeiten verfügt, bei höheren Ansprüchen allerdings passen muß. Ein Grund dafür ist natürlich auch der Preis, denn mit 698,- DM liegt der SMM804 im unteren Bereich der auf dem Markt befindlichen Drucker.

ST-kompatibel

Der größte Vorteil des SMM804 ist, daß er problemlos an den ST angeschlossen werden kann und es keiner besonderen Anpassung bedarf.

Der Drucker beherrscht den größten Teil des ST-Zeichensatzes - nicht den gesamten. Auf die Digitalzahlen, die Pfeile und einige sonstige Zeichen (Hex 01 bis Hex 1F) wurde verzichtet; kein besonderer Verlust. Diese Zeichen sind zwar ganz nett, jedoch nur selten zu gebrauchen.

Der Drucker verarbeitet sowohl Einzel- als auch Endlospapier, wobei die fehlende Papierabrißkante auffällt. Der für den Papiertransport zuständige Traktor ist in der Breite verstellbar und ermöglicht somit auch das Bedrucken von Formularen (Schecks, Überweisungen, etc.).

Standard-Drucker

Unter dem passend zur ST-Serie gestylten Gehäuse verbirgt sich ein Druckwerk, das schon des öfteren bei verschiedenen Druckern diverser Hersteller Verwendung fand. Deshalb sollte man davon ausgehen, daß es sich um ein ausgereiftes Produkt handelt. Der Druckkopf enthält 9 Nadeln und druckt auf ein Carbonband. Das Schriftbild ist ein guter Kompromiß zwischen Draft- und NLQ-Schrift. Sie erreicht zwar nicht die Qualität eines NLQ-Druckers, die Schrift ist aber auch wiederum wesentlich besser als normale, gängige Draftschrift. Dies beruht auf den rechteckigen Nadeln des Druckkopfes, der im übrigen seinen Dienst mit einer Druckgeschwindigkeit von 80 Zeichen pro Sekunde verrichtet.

Bedienung

Leider ist es bei einigen Druckermodellen immer noch Sitte, die DIP-Schalter zur Auswahl der internationalen Sonderzeichen, Seitenlange, Papierendsensor und anderer Voreinstellungen im Innern des Gehäuses zu verbergen - so auch beim SMM804. Bei der meisten Software aber führt dies nicht zu Problemen.

Schriftarten

Neben dem Schriftbild sind natürlich auch die verfügbaren Schriftarten von großer Wichtigkeit. Wie schon erwähnt, wurde dem SMM804 keine NLQ-Schrift 'gelehrt’, was auch aufgrund der Konstruktion des verwendeten Druckkopfes kaum möglich ist.

Implementiert wurden dem SMM804 neben Breit- und Schmalschrift auch Elite (96 Zeichen pro Zeile), unterstrichene und vor allem kursive Schrift. Weiterhin ist Fettschrift und Doppeldruck vorhanden. Trotz der fehlenden NLQ-Option ist die Schrift durchaus korrespondenzfähig, wobei die Geschwindigkeit, verglichen mit einem NLQ-Drucker, um einiges schneller ist.

Zeichensatz normal
Zeichensatz kursiv

Anpassung (1st Word)

Da der Drucker speziell für den ST programmiert wurde, entfällt bei den meisten Programmen eine Anpassung.

Bei 1st Word treten prinzipiell keine Probleme auf. Das nebenstehende Anpassungsfile zeigt lediglich die Möglichkeit, die Fähigkeiten des Druckers voll auszunutzen. So wurde die ’Light-schrift’ zur Breitschrift umgestaltet, um dem Benutzer als Überschrift, eventuell gemischt mit „unterstrichen“ und „kursiv“, zur Verfügung zu stehen - eine Fähigkeit, die man nicht verschenken sollte. Weiterhin wurde bei Anwahl der NLQ-Option im Druckmenü Eliteschrift aktiviert. Falls ein anderer Zeilenabstand gewünscht wird, so kann dieser an den angegebenen Stellen eingestellt werden (siehe Listing).

Überblick

Der SMM804 zeigte sich als normaler Drucker, der über alle wichtigen Fähigkeiten verfügt. Als positiv sind der problemlose Anschluß an den ST und der übereinstimmende Zeichensatz zu bewerten. Mit einem Preis von 698,-DM ist er sicher eines der preisgünstigsten Modelle auf dem Markt.

Leider verbergen sich im SMM804 auch einige Schwachstellen; zum Beispiel die Hardcopy. Dabei druckt der Druckkopf nicht eine Zeile im Stück, sondern in zehn Schritten. Somit kommt es zu einer Druckzeit von 4.45 Minuten; Der Druckqualität kommt dies auch nicht gerade zugute. Dazu kommt die etwas unpraktische Bedienung (Papierabriß, DIP-Schalter).

Insgesamt gesehen ist der SMM804 ein funktionstüchtiger Drucker, dessen Vorteile im Preis und im ST-Zeichensatz liegen. Darin ist er momentan, neben dem TAXAN KP810ST, einzigartig. Dieser schwebt allerdings in einem höheren Preisniveau.

Schriftprobe normal und kursiv

Technische Daten

Druckertyp: Matrix 9 Nadeln

Geschwindigkeit: 80 Zeichen / sec

Breite: 80 Zeichen / Zeile

Papier: Einzel / Endlos

Farbband: Carbon

Schriftmatrix: 8 * 9

Grafik: 480 / 960 / 1280 Dots/Zeile 8 bzw. 9 Dots hoch

Schriftarten:

Pica/Elite/Breit/schmal
Fett/Kursiv/sub-superscript
unterstrichen
echte Unterlängen

Maße: 113 * 394 * 387 mm

Preis: 698,- DM

Besonderheiten: ST-Zeichensatz Druckerkabel incl.

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*                                      *
*    Atari SMM804 Matrix Drucker       *
*                                      *
*                                      *
*    ST-Computer 7/86     (HS)         *
*                                      *
****************************************
* Druckername
*
Atari SMM 804

*
*
*	Matrix / Typenrad
*
*	1: Druckertyp , 0=Matrix, 1=Typenrad
*	Bei Matrixdrucker Herden die Parameter 2-5 nicht benötigt
*	6s Einzelblatt 
*
0,	0, 0, 0, 0, 1	*	Einzelblatt
* 0,0,0,0,0,0	*	Endlos
*
*	Steuercodes
*
* Alle NLQ-Codes wurden als Elite <96 Zeichen pro Zeile» definiert. 
* Einschalten erfolgt automatisch durch Anwahl der Schriftart
* Draft — NLQ im Druckmenü
*
*
* 0

1, D, A		*	Zeilenvorschub	+ Return
6,	1B, 45	*	Pica	Fett ein
7,	1B, 46	*	Pica	Fett aus
8,	1B, 45	*	Elite	Fett ein
9,	1B, 46	*	Elite	Fett aus
A,	1B, 34	*	Pica	Kursiv ein
B,	1B, 35	*	Pica	Kursiv aus
C,	1B, 34	*	Elite	Kursiv ein
D,	1B, 35	*	Elite	kursiv aus
E,	1B, 57, 1	* Pica	Pica Breit ein	{light}
F,	1B, 57, 0	* Pica	Breit aus	{light}
10,	1B,	57,	1	* Elite	Breit ein	{light}
11,	1B,	57,	0	* Elite	Breit aus	{light}
12,	1B, 53, 0	* Pica	superscript ein
13,	1B, 54		* Pica	superscript aus
14,	1B, 53, 0	* Elite	superscript	ein
15,	1B, 54		* Elite	superscript	aus
16,	1B, 53, 1	* Pica	subscript ein
17,	1B, 54		* Pica	subscript aus
18, 1B, 53, 1	* Elite subscript ein
19, 1B, 54		* Elite subscript aus
1A,	1B, 2D, 1	* Pica	Unterstrichen ein
1B,	1B, 2D, 0,	1B, 50	* Pica Unterstrichen aus
						* —> Pica ein (Normalschrift)
1C,	1B,	2D,	1			* Elite	Unterstrichen	ein
1D,	1B,	2D,	0, 1B, 4D	* Elite	Unterstrichen	aus
						* —> Elite ein
1E,	C	*	Blattvorschub
1F,	12	*	Horizontale Initialisierung
* 20	*	Vertikale Initialisierung
		* Bei den Initialisierungen können bestimmte
		* Steuercodes übergeben werden.
		* z.B. Zeilenabstande 1B, 33, n' (n/144") 
		* Papiersensor aus : 1B, 38

21, 1B, 40	* Druckende: Reset
0			* Tabellenende

*
* Zeichensatztabelle 
*

0	*	NULL:	print a space
1	*	Die	Kontroll Codes werden nicht gedruckt
2	*	und	sicherheitshalber gefiltert !!
3
4
5
6
7
8
9 
A 
B 
C 
D 
E 
F
10 
11 
12
13
14
15
16
17
18 
19
7F	* DELETE ist nicht	druckbar
0	* Tabellenende

* Das war’s schon


Aus: ST-Computer 07 / 1986, Seite 56

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