Neue Public Domain-Software für den Atari ST

Kennen Sie 1st Word Plus? Sicher, denn kaum ein ST Besitzer hat noch nie mit der meistbenutzten Textverarbeitung gearbeitet. Eine praktische Funktion des Programms ist der Grafikmodus, den allerdings nur die wenigsten nutzen. Er bietet Ihnen Gelegenheit, Bilder im GEM-Image-Format zu laden und in den Text einzubinden. Doch woher Bilder nehmen und nicht kopieren? Atari liefert zu 1st Word Plus ein Accessory mit. »Snapshot« erzeugt aus einem beliebigen Bildausschnitt eine »IMG«-Datei, die Sie anschließend im 1st Word Plus Grafikmodus laden können.

Wer sich seine Bilder nicht selbst zeichnen will, weil es ihm an der Lust oder am künstlerischen Geschick fehlt, der ist mit den beiden Public Domain-Disketten PGS-018 und PGS-019 bestens bedient. Die erste Diskette stellt Ihnen 35 Bilder zur Verfügung, die andere 33 digitale Kunstwerke.

Die Auswahl an Motiven bezeichnen wir als sehr reichhaltig. Auf beiden Disketten finden Sie vom einfachen Strichmännchen bis zum digitalisierten Apfel alles, was das Herz begehrt. Einen Schwerpunkt können wir allerdings keiner der beiden Disketten zuordnen. PacMans vermischen sich mit Papageien und digitalisierten Filmstars. Unter den insgesamt 68 Motiven findet aber jeder, was er sucht. Außerdem steht es Ihnen frei, die Bilder mit einem Zeichenprogramm nachzubearbeiten, beispielsweise mit Degas Elite.

Das große deutsche Ballerspiel (D.G.D.B.) erfreut sich schon seit fast zwei Jahren bei den Farbmonitor-Besitzern großer Beliebtheit. Die Autoren haben das Programm jetzt an den Monochrom-Monitor angepaßt. Erfreulicherweise haben weder die Grafik noch der Spielspaß unter der Umsetzung gelitten.
Ihre Aufgabe ist es, ein Männchen durch ein Labyrinth zu steuern und dabei allem, was Ihnen begegnet, den Garaus zu machen. Zu Beginn steht Ihre Figur neben dem Buchstaben »A«. Sie arbeiten sich kreuz und quer durchs Alphabet zum »Z« durch. Die Monochrom-Version von D.G.D.B. finden Sie auf der Diskette PD-139.

Hilfe für ratlose P6/P7-Besitzer bringt die Diskette PD_088. Sie enthält unter anderem den FX Emulator der Firma NEC. Damit kommen auch die Besitzer der neuen 24-Nadle- in den Genuß ordentlicher Hardcopies und sauberer Textausdrucke. Auch ein Spooler liegt dem Emulator bei. Das Programm benötigt einen Monochrom Monitor. Auf derselben Diskette finden Sie auch Druckertreiber für weniger verbreitete Drucker, beispielsweise den Seikosha SP1000i. Interessant ist auch das NEC-P6 Accessory, mit dem Sie jederzeit den Drucker einstellen. Sie haben beispielsweise Gelegenheit, die Schriftart zu ändern, Schriftbreite und den linken Rand oder die Zeilenanzahl pro Zoll einzustellen. Ein praktisches Programm für alle, die nicht ständig die DIP-Schalter verändern wollen.

Umsteigern vom Atari XL/XE wird beim ersten Ausprobieren der Diskette PGS_985 das Herz höher schlagen. Neben vielen praktischen Hilfsprogrammen finden Sie auf dieser Diskette einen voll lauffähigen Atari XL-Simulator. Wohlgemerkt handelt es sich hierbei nicht um ein Demoprogramm, das lediglich die Einschaltmeldung auf den Bildschirm zaubert. Der XL-Simulator beherrscht das komplette Basic des 8-BitAtaris und verarbeitet sogar Maschinenprogramme. Als Beweis finden Sie auf der Diskette auch einige XL-Programme, zum Beispiel das Ballerspiel »Mazewar«.

Die Autoren haben auch ein eigenes komfortables DOS eingebaut, ebenso einen leistungsstarken 6502-Monitor. Seltsamerweise erreichen Sie die Anführungszeichen »"« nicht über die Tastatur, sondern müssen erst eine Taste umdefinieren. Dies ist aber die einzige Schwäche des Programms.

Der »XFORMER« benötigt TOS im ROM sowie einen Farbmonitor. (tb)


Thomas Bosch
Aus: ST-Magazin 08 / 1989, Seite 51

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