Editorial: Telefon und doch viel mehr

Klar haben Sie ein Telefon. Dann benutzen Sie diesen Dienst der Telekom auch recht rege. Es ist einfach praktisch, wenn man die ganze Welt bequem vom heimischen Wohnzimmer erreichen kann. In der simplen Anschlußdose des Telefons steckt aber viel mehr.

So bieten inzwischen viele Hersteller Programme an, die den ST zum vollwertigen Faxgerät ummodeln. Sicherlich ist’s nicht jedermanns Sache, dem herkömmlichen Telefon ein Fax zur Seite zu stellen und so ganze Dokumente, Briefe und Mitteilungen zu verschicken.

Aber denken wir weiter: Mit Btx erfahren Sie z. B. schnell und recht preiswert die günstigste Zugverbindung, suchen schnell einmal eine Adresse oder Telefonnummer heraus, erfahren Ihren aktuellen Kontostand und vieles mehr. Und das rund um die Uhr!

Das brauchen Sie auch nicht? Gut, aber wie wär’s mit einem Modem plus Terminal-Programm? Dafür haben Sie auch keine Verwendung?

Nehmen wir doch einfach einmal an, Sie haben sich gerade eine neue Textverarbeitung oder ein tolles Grafikprogramm zugelegt. Zuhause merken Sie, daß es mit dem Ausdruck über Ihren Drucker nicht so recht klappen will. Sie ziehen das Handbuch zu Rate und finden auch nach längerer Suche keinen Tip zu Ihrem Problem. Nun ja, hier sollte die Hotline des Herstellers weiterhelfen... Leider haben wir gerade Wochenende.

Der Ausweg: Mit einem Modem wählen Sie sich in eine Mailbox — z. B. eine der vielen »Maus-Boxen« ein. Hier gehen Sie in eine Diskussionsgruppe und beschreiben Ihr Problem. Wenn jetzt einer der Teilnehmer Ihr Problem schon gelöst hat, wird er Ihnen sicherlich weiterhelfen und die Lösung in der Box deponieren — wenn Sie eingetragener Benutzer sind, sogar als persönliche Nachricht in Ihr Postfach legen. Und das alles vielleicht sogar innerhalb eines Tages.

Jetzt werden Sie sicherlich sagen, all dies sei zwar recht schön, aber am Ende viel zu teuer! Nun ja, umsonst ist das Ganze sicher nicht, aber wenn Sie beispielsweise in einer größeren Stadt wohnen, das Anwählen der Box abends oder am Wochenende stattfindet, wird’s recht preiswert. Und da viele Mailboxen untereinander verbunden sind, erreichen Sie mit Ihrem Hilferuf sehr viele Menschen.

Oder Sie wollen einen schnellen Zugriff auf PD-Programme haben: In Mailboxen finden Sie eine schier unerschöpfliche Anzahl dieser Software fast zum Nulltarif.

Deshalb haben wir uns in dieser Ausgabe des ST-Magazins intensiv mit dem Thema »Kommunikation« aus einandergesetzt. Hier finden sicher auch Sie interessante Anwendungsgebiete rund ums Thema DFÜ, die Sie neugierig machen. Probieren Sie es doch einfach einmal aus, die Einstiegskosten sind recht gering und auch für ein schmales Budget tragbar.

Ihr


Uwe Wirth
Aus: ST-Magazin 02 / 1992, Seite 3

Links

Copyright-Bestimmungen: siehe Über diese Seite