Freiheit für die Festplatte: Störungsfreier Festplattenbetrieb bei ausgeschaltetem Laser

Bastelei: Ungestörter Festplattenbetrieb bei ausgeschaltetem Laser

Bild 3. Nicht schön, aber funktionell: So sitzt der Chip auf der Platinen-Unterseite des Laser-Interfaces.

Laser nicht eingeschaltet — Lesefehler? Ein Eingriff in das Laserinterface löst dieses Problem.

Um mit den meisten Festplatten arbeiten zu können, muß der Atari SLM 804-Laser ständig angeschaltet sein. Das schlägt sich nicht nur in einer üppigen Stromrechnung, sondern auch in einer nicht unerheblichen Lärmbelastung nieder. Der neue SLM 605-Laserdrucker ist zwar leiser, erfreut aber dennoch Ihr Elektrizitätswerk. Der Grund für die Störung des Festplattenbetriebs ist, daß das Laser-Interface (SLMC 804, das flache, graue Kästchen) bei ausgeschaltetem Laserdrucker nicht mehr mit Strom versorgt wird. Dadurch liegt die INT-Leitung des ACSI-Busses permanent auf Masse-Potential und erfüllt ihre Datenquittierungs-Funktion nicht mehr.

Abhilfe schafft ein preiswertes IC vom Typ 74LS05, das sechs invertierende Puffer mit »open collector«-Ausgängen enthält, die im stromlosen Zustand den ACSI-Bus nicht stören. Wir unterbrechen einfach die INT-Leitung im Laser-Interface und fügen zwei dieser Puffer, in Serie geschaltet, ein.

Bild 1. Diese Grafik zeigt, welche IC-Pins Sie wohin löten und wo Sie die Leiterbahn durchtrennen müssen

Aber Vorsicht! Trotz des einfachen Prinzips sollten sich nur erfahrene Hobby-Elektroniker an den Umbau wagen. Auch können wir leider keine Gewähr für das Funktionieren der Umrüstung und eventuell daraus resultiernde Schäden übernehmen.

Schrauben Sie zunächst das Laser-Interface auf, entfernen Sie die Abschirmbleche und drehen Sie die Platine um, so daß Sie auf deren Unterseite blicken (die zwei LEDs zeigen zu Ihnen). Dann ist die in Bild 1 gezeigte Kratzstelle genau 4,7 cm vom linken und 7,7 cm vom oberen Platinenrand entfernt. Zur Kontrolle: Die an dieser Stelle (mit einem scharfen Messer) zu trennende Leiterbahn führt von Pin 32 des ICs in Steckplatz U2 zu Pin 17 des J1 -Platinensteckers und zu Pin 10 des ACSI-Steckers.

Trennen Sie die Pins 1,2, 3, 4, 8, 9, 10 und 11 des 74LS05-ICs ab, kürzen Sie Pin 14 auf die Hälfte und verbiegen Sie die restlichen Beinchen wie in Bild 2 dargestellt. Legen Sie nun das IC so auf die Unterseite der Interface-Platine, daß Sie die Pins 5, 7, 12 und 14 an die in Bild 1 markierten Stellen löten können. Von den Enden der durchtrennten Leiterbahn müssen Sie vor dem Anlöten der Pins 5 und 12 den Lötstopplack abschaben. Verbinden Sie zum Schluß noch Pin 6 und Pin 13 mit einen Draht, kleben Sie ein großes Stück Isolierband über das IC und bauen Sie das Interface wieder zusammen. Schließen Sie nun das Laser-Interface an die Festplatte und die Festplatte an den Computer an - nicht umgekehrt. Sie können ab sofort den Laser an- und ausschalten, wann Sie wollen - außer, Sie greifen gerade auf die Festplatte zu. Auch sollte der Laser zum Beispiel während der Installation des Diabolo-Treibers eingeschaltet sein. Frohes Fest(plattln)!

ROM-Port-Expander vertagt

Den für diese Ausgabe gep anten zweiten Teil unserer Bauanleitung für den ROM-Port-Expander können wir leider erst in der nächsten TOS veröffentlichen, da sich die Anfertigung der Platine verzögerte Wir bitten den Aufschub zu entschuldigen.


Toni Schwaiger
Aus: TOS 01 / 1991, Seite 42

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